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Schlagwort-Archive: Schokolade

Die beste Kombination der Welt – Martha könnte es nicht besser

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Vielleicht habe ich es schon mal an anderer Stelle erwähnt, vielleicht aber auch nicht. Auf jeden Fall möchte ich es hier ein für alle mal klarstellen: Der Tag an dem ein Schokoladenlaster einen Erdnusslaster rammte, ist für mich der schönste Tag aller Zeiten.

Erdnuss und Schokolade sind der Stoff aus dem Träume sind. Salzige Erdnüsse, süße Schokolade, leicht herb, die perfekte Kombination.

Hier möchte ich gerne missionarisch tätig werden, und meine liebsten Rezepte mit meinen liebsten Zutaten teilen. Den Anfang machten irgendwie schon die Brownie-Karamell-Cupcakes von Oliver Brachat, heute geht es mit Keksen weiter.Gebackene Kekse

Genauer gesagt mit Peanut Butter Surprise Cookies von Martha Stewart. Das Rezept habe ich aus der „Cookies“-App von Frau Stewart, habe es aber nach dem ersten Testlauf aus verschiedenen Gründen modifiziert. Zum einen arbeitet Frau Stewart mit einem Fettanteil, der zur Hälfte aus Butter und zur Hälfte aus Shortening besteht. Mir persönlich hat sich der Sinn von Fettaustauschprodukten, die genauso viel Fett enthalten wie das Original nie erschlossen. Gibt es etwas Besseres oder Geschmackvolleres als Butter? Zum anderen war mir die Füllung der Kekse zu körnig. Und außerdem gibt es in Deutschland einfach keine guten Chocolate Chips zu kaufen. Da können die Hersteller von mir aus dreimal „Schmilzt nicht beim Backen“ auf die Verpackung schreiben, am Ende tun sie es ja doch. Außerdem sind die viel zu teuer.

Jetzt heißen sie Double Chocolate Peanut Butter Surprise Cookies (DCPBS-Cookies) und hier ist das Rezept. Die ganzen Cup-Angaben habe ich auch direkt in Gramm angegeben. Ich finde es immer recht müßig die Erdnussbutter erst in den Cup reinzulöffeln und dann wieder rauszulöffeln.

Kekse:

230g zimmerwarme Butter
260g Mehl
50g Kakaopulver (das gute Holländische)
1/2 TL Backpulver
1/2 TL Natron
100g Zucker
200g brauner Zucker
2 Eier (Größe L)
1 TL Vanilleextrakt
150g Zartbitter-Kuvertüre
1 Prise Salz

Füllung:

30g Vergeoise-Zucker (dunkel)
30g Puderzucker
200g Erdnussbutter (cremig)

Als erstes muss der Wunsch enstehen diese Kekse zu backen. Dann geht man in die Küche, schnappt sich das Kochmesser und die Zartbitter-Kuvertüre und hackt die Kuvertüre grob. Die Stücke sollten etwas größer als handelsübliche Chocolate-Chips sein. Dann friert man die selbstgemachten Chocolate-Chips ein. Will man diese Kekse spontan backen, macht man es am besten wie ich und hat immer eine Dose mit „Chocolate-Chips“ im Gefrierschrank.

Wenn es ans Backen geht, sieben wir als erstes Mehl mit Kakaopulver, Backpulver, Natron und der obligatorischen Prise Salz zusammen. Jawohl sieben. Im Kakaopulver sind immer irgendwelche Klümpchen, also hört auf mich. Außerdem vermischen sich die Zutaten beim Sieben hervorragend.
Als nächstes kommt die Butter zusammen mit dem Zucker und den braunen Zucker in eine Rührschüssel. Mit dem Handrührgerät aufschlagen. Und zwar richtig. Nicht nur mal eben kurz. Die Mischung sollte eine homogene Farbe haben und locker fluffig aussehen. Das Originalrezept veranschlagt hierfür 2 Minuten. Das reicht mir nicht. Gut, ich lasse auch meine Küchenmaschine die ganze Arbeit machen. Wenn ihr also eine Küchenmaschine habt, schmeißt die Zutaten in die Rührschüssel, stellt sie auf mittlere Geschwindigkeit und räumt dann die Spülmaschine aus, geht Wäsche aufhängen oder sonstwas. 5-6 Minuten später sollte es dann soweit sein. Wenn nicht: da müsst ihr durch.
Jetzt ein Ei nach dem anderen unterrühren und den Vanilleextrakt zugeben. Die Mehlmischung unterrühren, dabei nur so lange rühren, bis sich die Zutaten gerade verbunden haben. Die Chocolate-Chips aus der Gefriertruhe holen und einrühren.
Das Ganze abdecken und für ca. eine dreiviertel Stunde in den Kühlschrank stellen.

In der Zwischenzeit stellen wir die Füllung her. Dazu sieben (Klümpchen) wir den Puderzucker und eine kleine Schüssel, geben den Vergeoise-Zucker und die Erdnussbutter hinzu und verrühren die Mischung mit einem Spatel zu einer glatten Creme. Im Originalrezept wird hier brauner Zucker verwendet. Mir ist die Füllung dann aber zu körnig auf der Zunge und das mag ich nicht. Die Kombination aus Vergeoise- und Puderzucker ist schön weich, hat aber auch einen guten Eigengeschmack, der dem braunen Zucker nahe kommt. Vergeoise-Zucker lasse ich mir immer aus Frankreich mitbringen. Es gibt ihn in hell und dunkel. Wer gerne backt, sollte ihn unbedingt mal ausprobieren. Man kann tolle Geschmacksnuancen im Gebäck erreichen, wenn man ein bisschen mit verschiedenen Zuckersorten experimentiert.

Aber zurück zum Rezept. Wenn der Teig einigermaßen fest ist, ungefähr einen Esslöffel davon abnehmen und zwischen den Händen zu einer Kugel formen. Das sollte sehr schnell gehen und die Hände sollten kalt sein. Die Kugeln auf ein Backblech mit Backpapier setzen. Genug Abstand lassen. Das meine ich ernst. Die Kekse laufen tierisch auseinander. Ich backe immer sechs Kekse auf einem Blech.
Mit dem Daumen eine Mulde in den Teig drücken und sich nach Möglichkeit weder an den Schokoladenstückchen verletzen, noch sich davon irritieren lassen. Dabei die Kugeln etwas flach drücken. In die Mulden kommen jetzt jeweils ca. 1-1/2 TL Ernusscreme.Rohe Kekse ohne Deckel
Hat man alle Kekse gefüllt geht es an die Deckel. Dazu ca. 1/2 EL Teig nehmen und auf der Handfläche flach drücken. Auf die Kekse legen und mit den Fingern die „Naht“ verschließen. Es sollte von außen keine Erdnusscreme zu sehen sein. Ihr wisst schon, „Surprise“. Wenn der Teig zu weich und die Hände zu warm werden, ruhig eine kleine Pause einlegen und den Teig wieder in den Kühlschrank stellen.
Ungefähr 12 Minuten backen. Sind die Kekse an den Rändern oder der Unterseite etwas dunkler geworden, kein Problem. Gerade die leichten Bitternoten machen das Besondere an diesen Keksen aus.
Nach dem Backen die Kekse sofort mit dem Backpapier auf ein Gitter ziehen und dort ca. 5 Minuten auskühlen lassen. Erst dann die Kekse vom Backpapier auf das Auskühlgitter packen. Will man die Kekse direkt vom Backblech auf das Auskühlgitter umschichten, zerbrechen sie leicht.
In einer Keksdose halten sich die Kekse ohne Problem eine Woche. Wenn sie denn so lange durchhalten, denn die Kekse sind wahnsinnig lecker.
Martha könnte es nicht besser machen.

Brownie Karamell Cupcakes 2. Testlauf

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Ich hatte an anderer Stelle schonmal von meiner Begeisterung von Oliver Brachat berichtet. Sein Buch „Cupcakes“ aus dem AT Verlag ist wirklich das mit Abstand beste Buch, was mir in dieser Kategorie bislang untergekommen ist. Besonders angetan haben es mir seine „Brownie Cupcakes mit Karamell“. Wirklich eine super Kombination. Herr Brachat sieht vor die Cupcakes zu backen und dann mit Karamellsauce und gesalzenen Erdnüssen zu servieren. Beim ersten Versuch war mir der Karamell etwas angebrannt, was den doch sehr süßen Cupcakes eine etwas bittere Note verpasste. Die Kombination süß, salzig, schokoladig, bitter war für mich der absolute Volltreffer.

Wo ich mich allerdings etwas schwer mit tue ist dieses Baukastenprinzip. Da ich das „Zeug“ zwar sehr oft backe, aber selten selber esse, bin ich darauf angewiesen, dass die Backwaren leicht transportiert werden können. Und Karamellsauce und Erdnüsse extra mit rumschleppen ist nicht so mein Ding. Das muss doch irgendwie anders gehen.

Meine Idee ist den Karamell mit den Erdnüssen zu verbinden und in den Cupcakes unterzubringen. Für den allerersten Testlauf vor einigen Monaten hatte ich kleine Karamellplatten gegossen und sie im Kühlschrank fest werden lassen. Leider wurde das gesamte Karamell während des Backens vom Teig aufgesogen. Also: fail.

Gestern habe ich mit den Vorbereitungen für den zweiten Testlauf gestartet. Mein Karamell sah so aus:
100g Zucker
150ml Sahne
30g Butter

Leider war das Ganze etwas zu flüssig, aber ich habe trotzdem weiter gemacht.
Unter das Karamell habe ich 4 EL Erdnüsse gemischt und nachdem es abgekühlt war in Silikonmuffinförmchen kleine Platten gegossen. Ab damit in den Gefrierschrank.
Eben machte ich dann ans Werk. Der Teig für die Cupcakes ist schnell zusammengerührt.
120g Butter mit
120g Zartbitterschokolade schmelzen
und 1 Prise Salz und 140g braunem Zucker vermischen. In Ermangelung der geforderten Menge braunem Zucker wurde es bei mir eine Mischung aus braunem, weißen, Rohr- und dunklem Vergoisezucker. Mischung nach Augenmaß.
3 Eier nacheinander mit dem Holzlöffel unterrühren und den Teig mit 1 EL Mehl abbinden.

Jetzt kam die Stunde der Wahrheit: Jeweils ca. 2 EL Teig in ein Papierförmchen füllen und die Karamellplatten aus dem Gefrierschrank holen. Schon während der Prozedur fiel mein Fehler wieder auf. Das Karamell war nicht völlig fest gefroren, sondern zäh und klebrig. Und es schmolz rasend schnell. Die Klumpen Erdnusskaramell habe ich auf den Schokoladenteig gelegt und mit etwas Teig bedeckt. Sehr klebrige Finger, aber egal. Das Zeug muss so schnell wie möglich in den Ofen.

20 Minuten später hatte ich dann wirklich die traurige Gewissheit. Das Karamell ist zu schnell geschmolzen und aus den Cupcakes gelaufen. Aber ich gebe nicht auf. Mein Traum ist ein Cupcake mit einem Kern aus toffeeähnlichem Erdnusskaramell.

Überlegungen für die nächsten Testreihen:
– weniger Sahne
– wesentlich längere Gefrierzeit (Eigentlich bräuchte ich Temperaturen um -30°C)
– die Karamellblöcke einfrieren, mit Schokolade umhüllen und wieder einfrieren.

Aber erstmal habe ich hier neun Cupcakes die ein neues Zuhause suchen. Jemand Interesse?

Erdnussbutter-Cookies mit zweierlei Schokolade

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oder „How to bespaß a 15jährige.“

Letzte Woche hatte ich Besuch. Ein Ferienkind, wie mein Kollege so schön sagte. Für eine Woche sollte meine 15jährige Cousine bei mir bleiben. Ich hatte in der Vergangenheit schon öfter auf sie aufgepasst, das ist allerdings schon etwas länger her. So vollpubertär ist sie ein vollkommen neues Erlebnis. Man (sie) möchte schließlich unterhalten werden. Und so hab ich in der letzten Woche: Lasagne, Karamellpopcorn, einen „Beautyabend“ und eben Erdnussbutter-Cookies mit zweierlei Schokolade aus I Love Cake fabriziert. Gibt es eigentlich ein Buch zu dem Thema „How to bespaß a 15jährige“? Sollte es auf jeden Fall. Vielleicht so n netten kleinen GU Ratgeber für € 7,99. Am besten im Doppelpack mit der „Anti-Stress-Diät“.

Aber Backen entspannt ja bekanntlich auch und Backen geht immer und entspannen ist auch immer gut.

Traveler Digital Camera

Dieses Mal war das Backen tatsächlich etwas „aufwändiger“. Man braucht ganze 10 Zutaten für die Cookies. Los ging es mit dem bekannten Butter und Zartbitterschokolade Schmelzen in der Mikrowelle. („Aber die Butter ist doch viel eher geschmolzen, warum machst du nicht zuerst die Schokolade rein?“ -“Genau deswegen. Die Schokolade schmilzt dann in der flüssigen Butter und kann nicht anbrennen“)

Zucker und Eier unterrühren, und diesmal durfte mein Handrührgerät ran. Nachdem Mehl, Kakaopulver („Ich hab dir ja gesagt, zieh was an, dass dreckig werden darf.“) und Backpulver ihren Weg in den Teig gefunden hatten, war der Teig sehr zäh und ich hatte Mühe die klein gewürfelte Vollmilchschokolade mit dem Kochlöffel unterzuheben.

Es schmeckt

(„Warum nimmst du denn richtige Schokolade und keine Kuvertüre? Geht das überhaupt?“- „Ich nehm immer richtige Schokolade und Frau Deseine hat sich noch nie beschwert!“) Aber schließlich war es geschafft. Das Ergebnis sah allerdings alles andere als lecker aus. Eventuelle Assoziationen bitte ich schnellstmöglich zu unterbinden.

Geschmeckt hat es auch schon so. Meine Cousine kann das bestätigen.

Jetzt wurden teelöffelgroße Portionen (ich hab diesmal genau gelesen) zu Kugeln gerollt und etwas flach gedrückt auf einem Backblech verteilt. Wir waren da etwas enthusiastischer und haben die Kugeln fast vollständig plattiert.

Nach 12 Minuten Backzeit sahen die Cookies so aus.Zweierlei halbfertig

Ein paar Cookies hatten leider keine Chance mehr abzukühlen, sondern fielen recht schnell einer kleinen blonden Vernichtungsmaschine zum Opfer. Der Rest wanderte auf den Ofenrost. In der Zwischenzeit habe ich Zucker zu Puderzucker gemacht und cremige Erdnussbutter untergerührt. Die Portion sah etwas mickrig aus, also haben wir direkt nochmal die Halbe Menge angerührt. Jetzt mussten wie beim Memory gleiche Pärchen gefunden werden. Oder zumindest annähernd gleich große Cookies. Eine Hälfte wurde mit Erdnussbutter bestrichen und die andere Hälfte kam obendrauf. Zweierlei fertig

Meine Kollegen haben sich wieder sehr gefreut. Aber man muss wirklich sagen, dass ungefähr zwei dieser Cookies eine vollwertige Mahlzeit ersetzen und die Mittagspause überflüssig werden lassen.

Am besten backt man sie für eine mittelgroße, sehr hungrige Meute. Lange lagern lassen sich die Kekse nämlich nicht. Sie werden nach ein paar Tagen in der Keksdose steinhart. Ihr solltet also dafür Sorge tragen, dass die Cookies möglichst bald verputzt sind.

Fröhliches Nachbacken.

Irgendwie sahen die anders aus

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Jedes Jahr so Anfang Oktober stelle ich mir dieselbe Frage: Ist es zu früh für Kekse? – Nein! Muss die Antwort hierauf lauten, für Kekse ist es nie zu früh.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich spreche hier nicht von Plätzchen, sondern von Keksen. Wo da der Unterschied ist? Wikipedia sagt, dass alle Kekse Plätzchen sind, aber nicht alle Plätzchen Kekse. Alles klar?

Ich sage: Plätzchen gibt es in der Weihnachtszeit, Kekse das ganze Jahr. Und um euch ganz zu verwirren habe ich mir „I Love Cake“ geschnappt und die Chocolate Chip Cookies von Seite 126 gebacken.

Sind denn Cookies jetzt Plätzchen oder Kekse? – Ruhe!!

Dieses Mal brauchte das Backen etwas mehr Vorbereitung. Vergeoise-Zucker stand im Rezept. Das ist ein französischer, feuchter Rübenzucker mit hohem Karamell- und Melasseanteil. Zur Not kann man den wohl auch durch Melasse oder Rübenkraut ersetzen. Das musste ich aber nicht ausprobieren, da eine Freundin bei ihrer Frankreichreise an mich gedacht hatte. Schokotröpfchen hatte ich ebenfalls schon gekauft und Butter und Eier sind eh immer im Kühlschrank. Prima, dachte ich mir, da kannst du doch am Sonntag schön Cookies backen, ist ja alles zu Hause. Denkste, ich hatte eine Zeile im Rezept übersehen: ½ TL natürlicher Vanilleextrakt. Mmmpf. Wo krieg ich den denn jetzt her?

Aber Improvisation ist ja sowas wie mein zweiter Vorname, und nach einem kurzen Blick in mein Vorratsregal beschloss ich den im Rezept verlangten Rohzucker zusammen mit einem Stücke Vanilleschote einzudosen auf das Vanillerohzucker daraus werde. Als nächstes wog ich schonmal die Butter ab, denn Frau Deseine verlangte im Rezept ausdrücklich weiche Butter. Das war’s dann aber mit der Vorbereitung und ich konnte es mir erstmal wieder mit Tee und Fieberthermometer auf der Couch gemütlich

machen. Schließlich sollte mit den Chocolate Chip Cookies 12 Stunden fieberfrei gefeiert werden, da darf man sich ja nicht selbst betuppen. Aber mein Imunsystem war artig.

Chocolate Chip roh

Zwei Stunden später betrat ich erneut die Küche und machte mich ans Backen. Zuerst wurde die Butter mit Vanilleroh- und Vergeoise-Zucker schaumig geschlagen. „Bis sich das Volumen verdoppelt hat“, stand Frau Deseine mit erhobenem Zeigefinger hinter mir. Also schlug ich den größten Teil von „Sigh No More“ lang, plus komplett durch „The Cave“ von Mumford & Sons durch. Ich nehme solche Anweisungen meistens sehr ernst, vor allem, wenn ich mir einbilde den Sinn dahinter zu erkennen. „Auf der Zunge zergehen“ sollten die Cookies. Da kann es doch bestimmt nicht schaden, wenn ordentlich Luft unter der Butter ist.

Dann die Eier drunterschlagen. Die sollten vorher „verklopft“ werden, vermutlich damit sie sich sofort besser verteilen und ich nicht direkt die ganze Luft wieder rausschlage. Bei uns heißt das auf jeden Fall „verklappern“ und ich habs mal brav getan. Danach sollten Mehl, Backpulver und Schokotröpfchen nur zärtlich untergehoben werden, et voilà: fertig.

Der Backofen war auf 190°C vorgeheizt und meine beiden Backbleche standen mit Backpapier bestückt da. Als nächstes sollte ich eine wichtige Lektion lernen: Wenn im Rezept steht: Esslöffelgroße Kleckse Teig auf dem Backblech verteilen, bedeutet das anscheinend, dass die Kleckse die Größe von Esslöffeln haben sollten. Und nicht, einen guten Esslöffel voll Teig großzügig verteilen. Denn nach 9 Minuten im Ofen waren meine Kekse handgroß – und ich rede hier von meinen Riesenpranken – ja fast schon kinderkopfgroß. Und sie sahen überhaupt nicht aus wie auf dem Foto im Buch. Kein bisschen. Was war ich denn stolz auf mich, die letzten Male. Alles umsonst? Ja, die Cookies waren wahnsinnig lecker. Zart und leicht und zergingen auf der Zunge, aber sie sahen nunmal komplett anders aus. Ich werd noch ein bisschen üben müssen.Sven

Aber ich frage euch? Woran hat es gelegen? Mmh, eigentlich sollte jetzt ein Foto der fertig gebackenen Kekse diesen Blog zieren, aber meine Mitbewohner waren schneller. Merke: das Blech zum Auskühlen nicht in der Küche stehen lassen. Stattdessen ein Bild von Sven mit Keks im Bauch.

Nur nicht unter Druck setzen lassen

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Ich hatte ja groß getönt, mich nicht unter Druck zu setzen oder setzen zu lassen was mein Backprojekt angeht. Jetzt ist es doch geschehen. Hat ja wahnsinnig lange gehalten, der Vorsatz *mmpf*

Gestern abend gegen halb sieben war ich noch unterwegs, als mir einfiel, dass ich meinen Kollegen heute einen Kuchen versprochen hatte. Ich schwankte zwischen „Mir doch egal“ und „Du musst schon einen Kuchen mitbringen“. Was soll ich sagen: letzteres hat gewonnen. Da gestern Abend weder Zeit noch Lust in übergroßem Maße vorhanden waren, musste es etwas Einfaches und Schnelles sein. Außerdem war mein Rucksack ziemlich vollgestopft, also musste es etwas sein für das ich nicht mehr großartig einkaufen musste. Der Susanne und der Mrs. Wordmountain hatte ich was Schokoladiges versprochen. Die drei Kriterien für das gestrige Rezept waren also gesetzt. Zufällig war grad ein Exemplar von „I Love Cake“ in der Nähe, wo ich meine Nase reinsteckte. Sofort wurde ich auch fündig. Deswegen heißt mein Rezept heute:

Nathalies Schokofondant-Kuchen
(von Seite 80)

Seite 80

Wer Nathalie ist? Keine Ahnung. Ich habe in dem Buch keinen Hinweis darauf gefunden. Aber das war mir ehrlich gesagt auch egal. Die Zubereitungszeit klang mit 5 Minuten sehr vielversprechend und es wurden lediglich 5 Zutaten verlangt. Alles, bis auf Schokolade, hatte ich noch zu Hause.  (Schokolade ist irgendwie immer so schnell aufgegessen abgelaufen…) Schoki kriegt man aber zur Not noch am Kiosk um die Ecke, was dieses Rezept zu einem idealen „Samstagabend-Morgen-kommt-Oma-ich-muss-noch-Kuchen-backen-aber-die-Geschäfte-sind-schon-zu-und-eigentlich-würde-ich-jetzt-lieber-tanzen-gehen“-Kuchen macht. Die Schokolade in der Jackentasche kam ich zu Hause an und machte mich direkt an den üblichen Küchenaufbau. Das Rezept ist eher am Anfang des Buches und daher reichte es diesmal, das Buch mit Schere und Dosenöffner zu fixieren. Es würde ja eh nicht lange da stehen, wenn Frau Deseines versprochene Zubereitungszeit von 5 Minuten tatsächlich zutreffend war.

Zuerst schmolz ich Butter zusammen mit der Schokolade in der Mikrowelle. Da unsere Mikrowelle etwas störrisch ist und nur die Tasten 1,3 und 7 funktionieren, erhitzte ich die Butterschokolade 3 mal für 33 Sekunden und rührte zwischendurch gut um. Um den Zucker in die Masse zu rühren habe ich einen Schneebesen genommen, damit sich schonmal so viel wie möglich von dem Zucker auflöst. Für die Zugabe der Eier empfiehlt Frau Deseine einen Kochlöffel und who am I to argue? Ich nahm also meinen zweitliebsten Kochlöffel (den mit dem Loch drin) und rührte ein Ei unter die Masse. Und noch eins. Und noch eins. Insgesamt 5 Eier wurden in dem Teig schön brav nacheinander untergebracht. Mmh, 5 Zutaten, 5 Minuten, 5 Eier. Ich fänd ja Schoko 53 wäre ein toller Name für den Kuchen.

rohe Seite 80

Aber das nur am Rande. Der Teig wurde immer zäher, begann zu glänzen, der Zucker löste sich weiter auf und meine Augen wurden größer und größer. Wenn der Kuchen nur halb so gut schmecken würde, wie er im rohen Zustand aussah, würde es ein voller Erfolg werden. Abgerundet wurde der Teig von einer Prise Mehl. Meine heißgeliebte Pieform hatte ich schon vorher eingefettet und nach Frau Deseines Rat mit Backpapier versehen. Schnell wurde der Teig in die Form gefüllt und ich widerstand sogar der Versuchung den Teigschaber abzulecken. gebackene Seite 80

Der Ofen war vorheizt und bereit für den Kuchen. 22 Minuten – länger nicht sollte der Kuchen im  Ofen verweilen. „Die Mitte muss noch flüssig  sein“  Nun gut, nach 22 Minuten in meinem Ofen  ist der Kuchen bis auf die Oberfläche noch  komplett flüssig, also verlängerte ich die Backzeit  um 5 Minuten. Das Gebilde war zwar immer noch  etwas fragil, wackelte aber nicht mehr ganz so  gefährlich wie 5 Minuten zuvor. Laut Frau  Deseine sollte der Kuchen sofort aus der Form  geholt werden und auf einem Kuchengitter zum Abkühlen Platz nehmen. Gut, Kuchengitter hab ich nicht, aber der Ofenrost tut es bestimmt auch. Beim Hantieren mit Pfannenwender, Kuchenform und Topfuntersetzer verbrannte ich mir den Zeigefinger (Das war aber eigene Blödheit.) und eine Hand mehr wär auch nicht schlecht gewesen. Ich beschloss, das mit dem „aus der Form holen“ etwas freier zu interpretieren, da dieser Ofenrost schon in der WG war als ich eingezogen bin. Also blieb das Backpapier drunter. Fertig! Tatsächlich fertig! Der Blick auf die Uhr verkündete mir, dass es bereits viertel vor zehn war. Aber ich hatte ja auch erst nach neun angefangen. Und ich habe die veranschlagten 5 Minuten überschritten. Dennoch finde ich, dass es ein prima „Auf die Schnelle“-Rezept für abends vor dem Weggehen ist. Der Zeitplan: Schokolade schmelzen, währenddessen Klamotten raussuchen. Den Teig anrühren und in den Ofen schieben. Küchenuhr gestellt und ab unter die Dusche. Mit Bademantel in die Küche um den Kuchen aus dem Ofen zu holen. In Ruhe anziehen, schminken, etc. Wenn man nachts nach Hause gekommen ist, schnell den Kuchen mit Folie abdecken und am nächsten Tag hat man einen absolut fantastischen Kuchen für die liebe Verwandtschaft. Oder die Freunde. Oder, wie in meinem Fall, die Kollegen.

Seite 80 angeschnitten

Ja, der Kuchen ist wirklich so lecker wie er aussieht. Außen leicht knusprig, in der Mitte zart schmelzend und unglaublich cremig. Genau das Richtige für unseren Schokoholic Frau Seidel. Fazit: Oh ja!Frau S isst Seite 80