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Schlagwort-Archive: Karamell

Brownie Karamell Cupcakes 2. Testlauf

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Ich hatte an anderer Stelle schonmal von meiner Begeisterung von Oliver Brachat berichtet. Sein Buch „Cupcakes“ aus dem AT Verlag ist wirklich das mit Abstand beste Buch, was mir in dieser Kategorie bislang untergekommen ist. Besonders angetan haben es mir seine „Brownie Cupcakes mit Karamell“. Wirklich eine super Kombination. Herr Brachat sieht vor die Cupcakes zu backen und dann mit Karamellsauce und gesalzenen Erdnüssen zu servieren. Beim ersten Versuch war mir der Karamell etwas angebrannt, was den doch sehr süßen Cupcakes eine etwas bittere Note verpasste. Die Kombination süß, salzig, schokoladig, bitter war für mich der absolute Volltreffer.

Wo ich mich allerdings etwas schwer mit tue ist dieses Baukastenprinzip. Da ich das „Zeug“ zwar sehr oft backe, aber selten selber esse, bin ich darauf angewiesen, dass die Backwaren leicht transportiert werden können. Und Karamellsauce und Erdnüsse extra mit rumschleppen ist nicht so mein Ding. Das muss doch irgendwie anders gehen.

Meine Idee ist den Karamell mit den Erdnüssen zu verbinden und in den Cupcakes unterzubringen. Für den allerersten Testlauf vor einigen Monaten hatte ich kleine Karamellplatten gegossen und sie im Kühlschrank fest werden lassen. Leider wurde das gesamte Karamell während des Backens vom Teig aufgesogen. Also: fail.

Gestern habe ich mit den Vorbereitungen für den zweiten Testlauf gestartet. Mein Karamell sah so aus:
100g Zucker
150ml Sahne
30g Butter

Leider war das Ganze etwas zu flüssig, aber ich habe trotzdem weiter gemacht.
Unter das Karamell habe ich 4 EL Erdnüsse gemischt und nachdem es abgekühlt war in Silikonmuffinförmchen kleine Platten gegossen. Ab damit in den Gefrierschrank.
Eben machte ich dann ans Werk. Der Teig für die Cupcakes ist schnell zusammengerührt.
120g Butter mit
120g Zartbitterschokolade schmelzen
und 1 Prise Salz und 140g braunem Zucker vermischen. In Ermangelung der geforderten Menge braunem Zucker wurde es bei mir eine Mischung aus braunem, weißen, Rohr- und dunklem Vergoisezucker. Mischung nach Augenmaß.
3 Eier nacheinander mit dem Holzlöffel unterrühren und den Teig mit 1 EL Mehl abbinden.

Jetzt kam die Stunde der Wahrheit: Jeweils ca. 2 EL Teig in ein Papierförmchen füllen und die Karamellplatten aus dem Gefrierschrank holen. Schon während der Prozedur fiel mein Fehler wieder auf. Das Karamell war nicht völlig fest gefroren, sondern zäh und klebrig. Und es schmolz rasend schnell. Die Klumpen Erdnusskaramell habe ich auf den Schokoladenteig gelegt und mit etwas Teig bedeckt. Sehr klebrige Finger, aber egal. Das Zeug muss so schnell wie möglich in den Ofen.

20 Minuten später hatte ich dann wirklich die traurige Gewissheit. Das Karamell ist zu schnell geschmolzen und aus den Cupcakes gelaufen. Aber ich gebe nicht auf. Mein Traum ist ein Cupcake mit einem Kern aus toffeeähnlichem Erdnusskaramell.

Überlegungen für die nächsten Testreihen:
– weniger Sahne
– wesentlich längere Gefrierzeit (Eigentlich bräuchte ich Temperaturen um -30°C)
– die Karamellblöcke einfrieren, mit Schokolade umhüllen und wieder einfrieren.

Aber erstmal habe ich hier neun Cupcakes die ein neues Zuhause suchen. Jemand Interesse?

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Eine neue Liebe braucht einen neuen Kühlschrank

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Letzte Woche saß ich, nichts Böses ahnend am Schreibtisch und bearbeitete die Novitäten aus dem AT Verlag. Plötzlich habe ich mich verliebt. Es war spontan und kam vollkommen unerwartet. Aber mein Gegenüber hat mich beim ersten Durchblättern sofort verzaubert. Es handelt sich um dieses formschöne Buch.

I love Cake

Die Irin Trish Deseine lebt seit Jahren in Frankreich und ist dort eine ziemlich erfolgreiche Fernsehköchin. Auch mehrere Kochbücher brachte sie schon zu Papier. Wir haben ihr die wunderbaren Bücher „Verrückt nach Schokolade“ (leider vergriffen) und „Verrückt nach Karamell“ (beide ebenfalls im AT Verlag erschienen) zu verdanken. Und jetzt halt „I Love Cake“. Zugeben, der Titel klingt ziemlich bescheuert, aber wenigstens hat sich hier kein übermotivierter und leider untalentierter Übersetzer ausgetobt, auch im französischen Original heißt das Buch so. Und dafür, dass man sich in das Buch verlieben kann, bin ich der beste Beweis.

Ich habe mir fest vorgenommen das zu tun, was Julie Powell mit Julia Childs Kochbuch gemacht hat: Ich werde es nachbacken und an dieser Stelle berichten. Jedes einzelne Rezept. Gewisse Parallelitäten zwischen mir und Frau Powell sind schon vorhanden. Auf jeden Fall was die Größe der Küche angeht. Meine Kollegen und Mitbewohner haben mir vollste Unterstützung bei dem Projekt zugesagt. Jedenfalls was die Vernichtung der Produkte angeht. Aber ich werde mir kein Zeitlimit setzen. Gebacken wird, wenn ich backen will.
Gestern abend hab ich dann schonmal angefangen. Mit dem Rezept von Seite 192: Nektarinen-Frischkäse-Tarte mit Karamell. Die Sauce Bolognese köchelte auf dem Herd und auf der Arbeitsfläche war nicht wirklich viel Platz. Aber da ist eigentlich auch nie viel Platz, weswegen das Kochbuch bei mir immer auf dem Toaster abgestellt und mit irgendwas was halt grad da ist, abgestützt wird. Gestern wars die Flasche Rotwein, die da noch vom Bologneseansatz rumstand. Ein Foto von meiner recht eigenwilligen Methode gibt es ein anderes Mal.
Außerdem standen da noch die Kaffeemühle für die Puderzuckerherstellung, die Küchenwaage und mein altgedientes Handrührgerät. Aber da Frau Deseines vorgeschlagener Sandteig mit 4 Zutaten auskommt, klappte das alles prima. Puderzucker mit Eiern und Butter verrühren, das Mehl hineinsieben, fleißig den Mixer reinhalten, einmal mit der Hand durchkneten – Fertig.

Den Teig in Frischhaltefolie einwickeln und ab für ne Stunde in den Kühlschrank. In der Zwischenzeit Nudeln kochen, damit das Abendessen auch noch mal irgendwann stattfinden kann.
Nach dem Essen war eine gute Stunde vergangen und ich konnte mich an die Weiterverarbeitung des Teiges machen. Den Ofen vorheizen, ein Stück Butter in die Tarteform, die Tarteform für 10 Sekunden in den Ofen, die geschmolzene Butter gleichmäßig verteilen.
Dann – der Teig. Arbeitsfläche leicht mehlen und das Nudelholz beherzt zum Einsatz bringen. Hier fiel mit dann auf, dass unser Kühlschrank wieder mal einen schlechten Tag hatte. Wir sollten den dringend mal austauschen, denn wirklich kalt ist anders. Dementsprechend riss mir der Teig auch immer wieder beim Versuch ihn in die Tarteform zu bugsieren. Nach einer fünfminütigen Fluchtirade gelang es mir schließlich (halbwegs) im vierten Anlauf. Menschen mit ähnlich schlecht gelaunten Kühlschränken empfehle ich den Teig kurz ins Gefrierfach zu legen – (Falls der Mitbewohner es nicht mit Pizza vollgestopft hat) – oder einen neuen Kühlschrank zu kaufen. Schnell noch die Luft rauslassen und zum Blindbacken in den Ofen. Ich habe ein bisschen Erfahrung darin Pies mit Pâte brisee oder Mürbeteig zu backen und hatte deswegen den Teig etwas über den Rand der Form gezogen und hübsch gemacht. Innerhalb von ca. eineinviertel Minuten wölbte sich der Teig nach unten und fiel dann dekorativ aufs Backblech. Merke: bei Sandteig keine Randverzierungen über die Form hinaus machen oder zumindest den Teig dort dicker lassen. Es roch dann auch sehr schnell verbrannt, aber der panische Blick in den Ofen sagte mir, dass der „gefallene“ Teig die Ursache für den sehr knusprigen Duft war. Nach 15 Minuten hab ich dann das Backpapier und die Linsen entfernt und den Kuchen noch mal für 5 Minuten in den Ofen geschoben.

Damit war der Backteil für die Tarte erledigt. Als nächstes musste ich dann den Karamell kochen. Frau Deseine präsentiert in ihrem Buch gefühlte 42 Methoden um Karamell herzustellen. Eine davon ist eine Dose gezuckerte Kondensmilch drei Stunden zu kochen. In der geschlossenen Dose. Ich hab schon von jemandem gehört, dem dabei die Dose um die Ohren geflogen ist, deswegen habe ich etwas Angst Respekt vor dieser Methode. Aber gestern wurde der Karamell ganz traditionell gekocht. Zucker, Wasser, Butter und Sahne. Die Sahnemenge hab ich übrigens insgesamt verdreifacht, das Karamell wurde beim abkühlen zu fest. Jetzt hab ich eine richtig schöne Soße, die ich gestern Abend in ein leeres Marmeladenglas gefüllt habe, um es heute besser transportieren zu können.

Über Nacht konnten der Boden und die Karamellsoße in Ruhe abkühlen. Heute Morgen habe ich Frischkäse mit Puderzucker und etwas Sahne vermischt und auf dem Boden verteilt. Die Nektarinen waren noch etwas hart, ließen sich so aber super in dünne Spalten schneiden.

Hier im Laden wurde der Bausatz dann zusammengesetzt und sah wirklich fast genauso wie in dem Buch aus. Ehrlich.

Nektarinentarte ganz

Nektarinentarte angeschnitten

Geschmeckt hat er auch. Mrs. Wordmountain war ganz hingerissen. Fällt kaum auf, oder?

Erika isst Tarte

Frischkäse und Karamell ist eine fantastische Kombination. Und wenn grad keine Nektarinenzeit ist, kann man bestimmt auch Beeren oder Bananen nehmen. Diese Tarte wird absolut ins Repertoire übernommen.

Bis zum nächsten Backen dann.

Ich nehm übrigens Vorschläge was ich als nächstes backen soll über die Kommentarfunktion entgegen.