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Königsberger Klopse

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Mit Familienrezepten ist das ja immer so eine Sache. In meiner Familie gibt es nicht sonderlich viele. Wir haben Rezepte für Gemüse- und Tomatensuppe, Möhrendurcheinander, Kartoffelpüree mit Hacksoße und noch ein paar Weitere. Aber irgendwie fehlen die Klassiker, von denen meine Freunde immer erzählen. Döppekuchen, Pichelsteiner Eintopf und Königsberger Klopse. Ja, ganz besonders Königsberger Klopse. Kapern sind in Frau K.s Familie nicht besonders gern gesehen.

Für alle, die wie ich sehr auf diese „Oma-Küche“ stehen, aber kaum Familienrezepte vorzuweisen haben, gibt es seit letzten Jahr Hilfe. „Heimwehküche“ aus dem Hause Dorling Kindersley bietet verschiedene „Oma-Rezepte“ aus allen Regionen Deutschlands. Im Kapitel Suppen & Eintöpfe finden sich Rezepte von Hühnersuppe (Die ich auch schon erfolgreich nachgekocht habe) über Soljanka bis Birnen, Bohnen und Speck. Alltagsküche sind gefüllte Paprikaschoten, Frankfurter Grüne Soße und Königsberger Klopse. Bei der Sonntagsküche darf der Rheinische Sauerbraten natürlich nicht fehlen und einen klassischen Gugelhupf hab ich auch noch nie gemacht. Für mich ist es echt eine Fundgrube. Besonders an so Tagen wie heute, wo es draußen kalt ist und immer mal wieder dünne Flocken vom Himmel fallen.

Königsberger Klopse mit Rote Beete Salat hab es heute. Beides Gerichte, die ich total super finde, die es allerdings früher bei uns nie gab. Für die Klopse hab ich als erstes zwei alte Brötchen eingeweicht und eine Zwiebel sehr klein gewürfelt. Die weichen Brötchen habe ich gut ausgedrückt und mit den Zwiebeln, Hack, Eiern, Salz, Pfeffer und etwas Muskat gut vermischt und Klopse gef…

Oh, die Kartoffeln. Da war doch was. Topf raus und eben schnell Kartoffeln für zwei Personen geschält. Die brauchen schließlich auch mindestens 20 Minuten. Und daneben habe ich dann auch direkt einen großen Topf mit kräftigem Salzwasser für die Klopse aufgesetzt.

Weiter die Klopse geformt und schonmal auf einen Teller gelegt. Als das Wasser gekocht hat, habe ich die Herdplatte erstmal ausgeschaltet und den Topf vom Herd genommen. Jetzt vorsichtig nacheinander die Klopse in das Salzwasser gegeben. Den Topf zurück auf die Herdplatte und auf kleine Hitze gestellt. Spätestens als der letzte Klops im Wasser lag, zahlte sich aus, dass ich wirklich den großen Topf genommen habe. Ich habe doch aus meiner Lemon Curd Erfahrung gelernt. 10 Minuten sollten die Klopse jetzt darin ziehen – nicht kochen. Währendessen habe ich für den Salat gekochte und geschälte Rote Beete in Scheiben geschnitten und in einer Schüssel mit Essig, Öl, Salz, Pfeffer und etwas Honig mariniert. Nach zehn Minuten sahen die Klopse noch nicht wirklich gar aus, also hab ich sie weitere fünf Minuten ziehen lassen und anschließend mit dem Schaumlöffel aus dem Topf gehoben.

Von dem Kochwasser habe ich einen halben Liter beiseite gestellt und den Rest weggekippt. Im gleichen Topf habe ich dann dann Butter geschmolzen und etwas Mehl angeschwitzt. Nicht zu lange bräunen lassen, sondern bald mit dem Kochwasser und Milch auffüllen. Dabei kräftig rühren, damit es keine Klümpchen gibt. Kurz auskochen, damit das Mehl abbindet und dann auf der ausgeschalteten Herdplatte ausquellen lassen. Das macht man bei Mehlschwitzen so.

Zwischendurch habe ich immer mal wieder umgerührt und geschaut, ob die Soße auch die richtige Konsistenz hat. Dann kamen die Kapern mitsamt Lake in die Soße und zum Schluss habe ich noch ein Eigelb mit etwas Sahne verquirlt und in die Soße gegeben. Abgeschmeckt wurde das Ganze mit Salz, Pfeffer, Zitrone, Zucker und etwas Muskat. Die Klopse habe ich dann zurück in die Soße gegeben und nochmal erwärmt. Nicht kochen lassen – sonst flockt das Eigelb aus.

Geschmeckt hat es uns super. Nur von der roten Beete war mein Mitbewohner nicht so angetan. Manche behaupten ja, sie würde nach Geräteschuppen schmecken. Aber ich steh drauf.

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