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Brownie Karamell Cupcakes 2. Testlauf

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Ich hatte an anderer Stelle schonmal von meiner Begeisterung von Oliver Brachat berichtet. Sein Buch „Cupcakes“ aus dem AT Verlag ist wirklich das mit Abstand beste Buch, was mir in dieser Kategorie bislang untergekommen ist. Besonders angetan haben es mir seine „Brownie Cupcakes mit Karamell“. Wirklich eine super Kombination. Herr Brachat sieht vor die Cupcakes zu backen und dann mit Karamellsauce und gesalzenen Erdnüssen zu servieren. Beim ersten Versuch war mir der Karamell etwas angebrannt, was den doch sehr süßen Cupcakes eine etwas bittere Note verpasste. Die Kombination süß, salzig, schokoladig, bitter war für mich der absolute Volltreffer.

Wo ich mich allerdings etwas schwer mit tue ist dieses Baukastenprinzip. Da ich das „Zeug“ zwar sehr oft backe, aber selten selber esse, bin ich darauf angewiesen, dass die Backwaren leicht transportiert werden können. Und Karamellsauce und Erdnüsse extra mit rumschleppen ist nicht so mein Ding. Das muss doch irgendwie anders gehen.

Meine Idee ist den Karamell mit den Erdnüssen zu verbinden und in den Cupcakes unterzubringen. Für den allerersten Testlauf vor einigen Monaten hatte ich kleine Karamellplatten gegossen und sie im Kühlschrank fest werden lassen. Leider wurde das gesamte Karamell während des Backens vom Teig aufgesogen. Also: fail.

Gestern habe ich mit den Vorbereitungen für den zweiten Testlauf gestartet. Mein Karamell sah so aus:
100g Zucker
150ml Sahne
30g Butter

Leider war das Ganze etwas zu flüssig, aber ich habe trotzdem weiter gemacht.
Unter das Karamell habe ich 4 EL Erdnüsse gemischt und nachdem es abgekühlt war in Silikonmuffinförmchen kleine Platten gegossen. Ab damit in den Gefrierschrank.
Eben machte ich dann ans Werk. Der Teig für die Cupcakes ist schnell zusammengerührt.
120g Butter mit
120g Zartbitterschokolade schmelzen
und 1 Prise Salz und 140g braunem Zucker vermischen. In Ermangelung der geforderten Menge braunem Zucker wurde es bei mir eine Mischung aus braunem, weißen, Rohr- und dunklem Vergoisezucker. Mischung nach Augenmaß.
3 Eier nacheinander mit dem Holzlöffel unterrühren und den Teig mit 1 EL Mehl abbinden.

Jetzt kam die Stunde der Wahrheit: Jeweils ca. 2 EL Teig in ein Papierförmchen füllen und die Karamellplatten aus dem Gefrierschrank holen. Schon während der Prozedur fiel mein Fehler wieder auf. Das Karamell war nicht völlig fest gefroren, sondern zäh und klebrig. Und es schmolz rasend schnell. Die Klumpen Erdnusskaramell habe ich auf den Schokoladenteig gelegt und mit etwas Teig bedeckt. Sehr klebrige Finger, aber egal. Das Zeug muss so schnell wie möglich in den Ofen.

20 Minuten später hatte ich dann wirklich die traurige Gewissheit. Das Karamell ist zu schnell geschmolzen und aus den Cupcakes gelaufen. Aber ich gebe nicht auf. Mein Traum ist ein Cupcake mit einem Kern aus toffeeähnlichem Erdnusskaramell.

Überlegungen für die nächsten Testreihen:
– weniger Sahne
– wesentlich längere Gefrierzeit (Eigentlich bräuchte ich Temperaturen um -30°C)
– die Karamellblöcke einfrieren, mit Schokolade umhüllen und wieder einfrieren.

Aber erstmal habe ich hier neun Cupcakes die ein neues Zuhause suchen. Jemand Interesse?

Sind wir denn noch Freunde? – Mein Abend mit Olli

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Ich habe es wieder getan, ich habe gebacken. Irgendwie wurden in meinem Umfeld schon die Stimmen „Du hast aber schon wirklich lange nichts mehr gebacken“ laut und, na ja, ich kann halt schlecht Nein sagen.

Bastelvergnügungen

Es bestand der Wunsch nach Käsekuchen, und der liebe Herr Brachat hat in seinem Cupcake Buch auch ein schönes Rezept in petto. Es gab also New York Cheesecake Cupcakes (von Seite 60)

Der Einkaufszettel war diesmal so mittellang, wobei eine gut ausgestattete Küche eigentlich fast alle Zutaten auf Vorrat hat. Ich brauchte: Zwieback, Frischkäse, Sahne, Bio-Zitronen, 1 Vanilleschote, Himbeeren und Gelierzucker 2:1. Butter, Puderzucker, Milch, Eier, Speisestärke und Salz hatte ich noch zuhause.

Gestern abend machte ich mich dann frisch ans Werk. Zuerst musste ein rundes Behältnis gefunden werden, das im Durchmesser mit dem Durchmesser der Vertiefung meines Muffinbleches korrespondiert. Gut, das ging schnell, schon der erste Versuch war ein Treffer. Es sollten nämlich Kreise aus Backpapier ausgeschnitten werden, die unten in dem Muffinblech Platz finden sollten. Ich fühlte mich dann auch etwas an die sonntäglichen Bastelvergnügungen im Hause K. erinnert. Nachdem die Bastelstunde beendet war, habe ich schon mal den Backofen auf 180°C vorgeheizt, etwas Butter in 8 der zwölf Vertiefungen gegeben und das Blech in den Ofen geschoben. Sobald die Butter geschmolzen war, habe ich die Backpapierkreise verteilt und das Blech in den Kühlschrank gestellt, damit die Butter wieder fest wird und das Backpapier schön festklebt.Brachialgewalt

In der Zwischenzeit ging es rabiat zu Gange. Es galt den Zwieback mit dem Nudelholz zu zerbröseln. Und dann… dann…. dann… wurde ich traurig. Der zerbröselte Zwieback sollte mit einem Esslöffel Puderzucker und zwei Esslöffeln Butter vermischt werden. Esslöffel? Was sind denn das für Mengenangaben? Und außerdem: soll die Butter kalt sein oder warm? Die Chemikerin in mir schrie in diesem Moment laut auf. Ja, Chemikerin. Auch wenn von meinem Chemieabitur nur die etwas seltsame Angewohnheit übrig geblieben ist, Messbecher beim Abmessen immer auf Augenhöhe zu halten und tja, mich eben über ungenaue Mengenangaben bei Backrezepten zu echauffieren, irgendwo ist sie versteckt.

Zwiebackteig

Sind der Herr Brachat und ich jetzt keine Freunde mehr? Doch schon, auch wenn mich dieses Rezept noch zwei weitere Male in helle Aufregung versetzt hat. Aber immer der Reihe nach.

Ich habe mich für warme Butter und gehäufte Esslöffel entschieden und alles mit meinem bereits hier vorgestellten Pastry Cutter zu was Teigähnlichen verarbeiten. Dieser „Teig“ wurde dann ähnlich wie bei den Apfel-Streusel-Cupcakes in die Formen verteilt und festgedrückt. Jetzt sollte der Teig für etwa zehn Minuten in den Ofen. Ja, etwa. Mein Chemikerherz verzweifelte ein zweites Mal. Ich weiß ja, dass Backöfen launisch sind und jeder da so seine Eigenarten hat (Der Schokokuchen von Alain Ducasse zum Beispiel braucht bei Alain Ducasse 90 Minuten. Mein alter Backofen schaffte den Kuchen bei gleicher Gradzahl in 45 Minuten) In meinem Ofen verweilten die Böden 9 Minuten und 12 Sekunden als mir auffiel: „Die sehen aber schon ziemlich dunkel aus.“ Also raus damit, das Thermostat auf 100°C runtergedreht und die Backofentür so lange aufgelassen, bis 100°C erreicht waren.Käsemasse

In der Zwischenzeit, habe ich Frischkäse, Milch, Sahne, 1 Ei, Zucker, Speisestärke, 1 Prise Salz, Zitronenschale und –saft in eine Rührschüssel verfrachtet. Dazu sollte komme ½ Vanilleschote. Lieber Herr Brachat, ich nehme doch an, dass Sie das Mark einer halben Vanilleschote meinen. Oder wie sollte ich die Vanilleschote sonst in die Käsemasse bekommen? Aber vier Seiten weiter, beim Rezept für die Trüffel-Cupcakes steht: „½ Vanilleschote, ausgekratztes Mark“ Warum da und nicht hier? Fragen über Fragen. Aber gut, lassen wir das an der Stelle. Ich wollte es nur mal erwähnt haben.

Alle Zutaten inklusive Vanillemark wurden verrührt und waren am Ende ziemlich flüssig. „Na, wenn das mal gut geht“, dachte ich mir und schob die befüllte Muffinform vorsichtig wieder in den Ofen. Nach 25 Minuten sollen sie dann vorläufig wieder raus und der Ofen wieder auf 170°C hochgeschaltet werden. Gesagt, getan. Irgendwann habe ich die halbwegs aufgetauten TK-Himbeeren (frische um diese Jahreszeit geht mal gar nicht) mit Zitronenschale und Gelierzucker in einen Topf geschmissen und das Beste gehofft. Dann hatte der Ofen 170°C und die Cupcakes sollten 10 Minuten fertig gebacken werden. „Sie sollten leicht Farbe angenommen haben.“ Was soll ich sagen: Pustekuchen. Nach zehn Minuten waren die Cupcakes immer noch, na ja, gelb. Auch nach 13 Minuten waren sie das. und nach 15 Minuten und auf Umluft umgeschalteten Ofen. Und nach 18 Minuten und mittlerweile 190°C. Nach zwanzig Minuten habe ich eine leichte bräunliche Färbung an einem Cupcake ausmachen können und das Blech aus dem Ofen gezogen. Cheesecake fast fertig

Die Himbeeren blubberten im Topf fröhlich vor sich hin und sollten nun püriert werden. Also, Pürierstab rein. Kurze Pause damit der Pulli direkt in der Badewanne ausgewaschen werden kann, weil Himbeerflecken so verdammt schwer raus gehen. T-Shirt angezogen, was ich sonst zum Streichen anziehen und weiter pürieren. Die noch heiße Sauce habe ich dann mühevoll durch ein kleines Haarsieb gestrichen. Warum mühevoll? Die Öse hat sich mal verabschiedet und jetzt besitzt dieses Sieb die unpassende Angewohnheit im denkbar dämlichsten Moment (ich kratze grad den Topf aus) in die Schüssel zu plumpsen. Ich habe dann die Sauce in Gläser abgefüllt und die Küche geputzt. Und die Nacht über die Küche hereinbrechen lassen.

Heute morgen dann war es soweit. Die Cupcakes waren ausgekühlt und ließen sich mit dem vorgeschlagenen kleinen Küchenmesser auch ganz hervorragend aus der Form lösen. Und das Ergebnis kann sich sehen und schmecken lassen. Ja, der Herr Brachat und ich sind noch Freunde.

Cheesecake fertig

 

Was vom Jahre übrig blieb

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Bald ist ja wieder Weihnachten, Ostern, Karneval…

aber ich häng noch etwas dem alten Jahr nach. Insbesondere was meine Koch- und Blogaktivitäten angeht. Es ist ja nicht so, dass ich nichts getan hätte. Au contraire, meine Lieben. Gekocht habe ich jede Menge, ich komm nur nicht zum Schreiben. Immer wenn ich mich hinsetzen wollte, guckte mich mein Wollkorb so unschuldig aus der Ecke an und flüsterte „Na los, ich weiß doch, dass du was stricken willst.“ Was soll ich sagen? Er hatte Recht. Außerdem hatte meine Wolldealerin auch noch neue Felted Tweed reinbekommen. Und somit kann ich zwar keine neuen Blogeinträge aber dafür eine Jacke, eine Decke, ein Paar Socken, einen Schal, zwei Mützen und eine halbe Stola vorweisen. Ich gelobe aber hiermit feierlich das wieder etwas ins Gleichgewicht zu bringen.

Wo war ich? Achja, Kochen, Weihnachten.

Champignons

Weihnachten bei Familie K. wird immer viel gegessen. An allen drei Tagen. Und auch, wenn ich mich mal wieder nicht gegen das obligatorische Roastbeef durchsetzen konnte, so hatte ich doch Vorspeise und Dessert annektiert und auch beim Roastbeef hatte ich bzw. die gute Donna ihre Finger im Spiel.

Aber fangen wir der Reihe nach an. Zur Vorspeise gab es gefüllte Riesenchampignons. Die hab ich schon letztes Jahr einfach ohne Rezept improvisiert. Einfach Stiele herausdrehen und klein würfeln. Die Pilze mit einem Teelöffel noch etwas weiter aushöhlen. In einer Schüssel Frischkäse mit Salz, Pfeffer, Zitronensaft und Kräutern verrühren, dann vorsichtig Krabben unterheben. Ab mit der Füllung in die Pilze und erstmal weg stellen.Abend am Kamin

Für das Dessert hatte ich mir eines meiner momentanen Lieblingsbücher geschnappt. „Ein Abend am Kamin“ ist im Thorbecke Verlag erschienen, und Thorbecke macht halt Mädchenbücher. Zumindest sind Kollegin Nicole, Mrs. Wordmountain und ich dieser Meinung. Sie sind gebunden, haben ein schönes Format, schönes Vorsatzpapier und sind überhaupt wunderschön. Wenn man „Ein Abend am Kamin“ durchblättert, möchte man sich irgendwo einkuscheln und kochen und essen. Wirsingkohlsuppe mit Kartoffeln und Speck, Omelette mit Räucherlachs, Rauchiger Eintopf mit weißen Bohnen, Schweinebraten mit Apfel-Fenchel Auflauf, Scharfer Blumenkohl…Küchentisch

Das tolle ist: Dieses Buch deckt einfach alles ab. Von Vorspeisen und Suppen, Braten und Beilagen bis zu Desserts, Gebäck und Getränke zum Aufwärmen. Die Arbeitskollegin einer Freundin hat ihr komplettes Weihnachtsmenü aus diesem Buch zusammengestellt. Bei mir kam bislang lediglich das Dessert von Seite 140 auf den Prüfstand: Tartes mit Äpfeln und Blaubeeren.

Der Boden besteht einfach aus aufgetautem Blätterteig, der ausgerollt wird. Für den Belag werden Äpfel entkernt und mit Schale in möglichst gleiche Scheiben geschnitten. Am besten funktioniert das mit dem Hobel. Dann wird aus Zucker und Wasser ein Sirup gekocht, der mit Vanillemark gewürzt wird und in dem die Äpfel dann ein paar Minuten dünsten. Schließlich die Blaubeeren dazu geben und noch etwas nachziehen lassen. Et voilà, fertig. Auch dieser Topf konnte erstmal beseite gestellt werden.Apfelscheiben

Das Roastbeefrezept für den Hauptgang hab ich der Donna abgeluchst. Falls einige von euch tatsächlich nicht wissen, von welcher Donna ich rede: Donna Hay natürlich. Die Australierin schreibt unter anderem für Marie Claire und hat schon einige Kochbücher rausgebracht. Zuletzt das wundervolle „Jahreszeiten“ in dem sie ihrer frischen, jungen Küche eine saisonale Ausrichtung gegeben hat. Das Buch ist somit auch in die vier Jahreszeiten unterteilt und jede Jahreszeit hat ein herzhaftes und ein süßes Kapitel. Das Roastbeef steht natürlich auf Seite 260 im Winterkapitel.Jahreszeiten

Aus Senfsamen, Thymian, Meersalz, Pfeffer und Olivenöl habe ich eine Paste zubereitet, mit der das Roastbeef eingerieben wurde. Dann habe ich das Fleisch scharf angebraten und nach Donna für 2 Stunden bei lediglich 120°C in den Ofen geschoben.

Nach einiger Zeit habe ich dann die Pilze dazugeschoben, denn vor der Bescherung sollte gegessen werden und Teile der Familie K. zappelten schon ungeduldig auf dem Sofa hin und her.

Die Pilze waren lecker, aber auch keine besondere Überraschung. Das Roastbeef hingegen war die absolute Offenbarung. Nachdem es gut 2 Stunden im Ofen war, hatte es eine Kerntemperatur von 55°C und war bereit mit vereinten Kräften aus dem Ofen geholt und in Alufolie verpackt zu werden. (Kleiner Tipp: Vorher den Ehering abnehmen.)Ehering

Nach ca. 10 Minuten Ruhephase setzte ich beherzt das Messer an und wurde von einem absolut perfekten Roastbeef belohnt. Zartrosa Farbe, klarer Fleischsaft und butterzartes Fleisch.

Verzeiht bitte, dass ich keine Fotos gemacht habe, aber ihr wisst ja gar nicht, wie schnell meine Familie so ein Roastbeef verputzen kann.

Stunden später waren alle wieder einsatzbereit für das Dessert. Ich habe die Äpfel in dem Topf nochmal kurz erwärmt, weil der Zucker die Masse ziemlich fest werden ließ und ich ein paar kleine Probleme beim Verteilen hatte. Aber das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Sieht doch ziemlich professionell aus, oder? So beladen, kamen die Tartes dann für 20 Minuten in den Ofen, wo der Blätterteig schön locker aufgehen sollte. Nun ja, räusper wie soll ich sagen: Es stellte sich heraus, dass ich beim Ausrollen etwas zu enthusiatisch vorgegangen war. Die Tartes waren nach dem Backen immer noch genauso flach wie vorher. Wer denkt, man könne Blätterteig nicht totwalzen, irrt. Auf peinliche Beweisfotos hab ich mal verzichtet.plattierte Tartes

Dem Geschmack hat das aber keinen Abbruch getan. Lauwarm mit nicht ganz fest geschlagener Sahne waren die Tartes ein absoluter Genuss und stehen garantiert wieder mal auf dem Menüplan.

So, ich find für den heiligen Abend war das erstmal genug. Am 2. Weihnachtstag hab ich dann wieder den Kochlöffel geschwungen. Aber davon erzähl ich nächstes Mal.

Fremdgegangen

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„Du darfst andere Götter neben mir haben.“, würde Frau Deseine bestimmt zu mir sagen, wenn ich ihr beichtete. Ich habe nämlich Fremdgebacken. Aber ich konnte nicht anders. Wirklich. Es ging nicht. Dieses Buch ist einfach zu phänomenal, großartig, wundervoll…

Ollis Werk

 

räusper

Oliver Brachat ist gelernter Koch und Foodfotograf und hat bei seiner ersten Arbeit für den AT Verlag direkt ein kleines Meisterwerk geschaffen. Cupcakes heißt es einfach. Nicht „Fantastische Cupcakes für jede Gelegenheit“, nicht „Lieblings-Cupcakes“, nicht „Das bestimmt beste Cupcake Buch der Welt“. Einfach nur Cupcakes und im Untertitel „50 neue Rezeptideen“ Mir gefällt ja dieses leichte Understatement. Dabei wären die anderen Titel durchaus gerechtfertig gewesen. Denn Oliver Brachat hat das geschafft, was, meiner Meinung nach, selten jemand vor ihm geschafft hat. Er hat ein fantasievolles, abwechslungsreiches Cupcake Buch geschrieben.

Als ich im Vorfeld in meinem Freundeskreis erzählte, dass ich demnächst mal Cupcakes backen wollte, kam mir immer folgende Frage entgegen: „Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Muffins und Cupcakes?“ Achtung, jetzt folgt die eigene und vermutlich falsche Definition der Frau K.: Muffins sind ähnlich wie ein Rührteig, während Cupcakes auch aus anderen Teigen sind, eben kleine Kuchen sind.

Pastry Cutter

Wikipedia hat mich zwar grad eines besseren belehrt, aber ehrlich gesagt ist mir der Unterschied auch egal. Was ich mit Gewissheit sagen kann, ist dass Oliver Brachats Cupcakes wirklich kleine Kuchen sind, und nicht nur einfach Muffins mit tollem Icing. Denn Icing ist und bleibt am Ende doch Zucker. Brachats Cupcakes zeichnen sich aber dadurch aus, dass sie mit einer Vielzahl von verschiedenen Teigen gemacht werden. Von Streusel- über Brand-, bis Biskuitteig.

Den Anfang im Buch machen Apfel-Streusel Cupcakes und als bekennender Apfelkuchenfan, war das natürlich was für mich und musste sofort gebacken werden.

Teigschaln

Auf der Einkaufsliste standen diesmal: Butter, Mehl, Zucker, Ei, gemahlene Haselnüsse, Backpulver, Vanillezucker und Äpfel. Also hauptsächlich Sachen, die man zu Hause hat. Man braucht nicht einmal Papierförmchen.

Die einzige wirkliche Vorbereitung besteht daraus, dass man die kalte Butter würfeln und dann wieder in den Kühlschrank stellen sollte, dann hat man es später einfacher. Im Grunde werden alle Zutaten außer den Äpfeln zu Streuseln verarbeitet. Das kann man mit der Hand machen (reiben), mit der Küchenmaschine, oder sonstwie. Meine Hände sind eigentlich immer zu warm für sowas, die Butter schmilzt dann zu stark, und ich besitze keine Küchenmaschine, deswegen benutze ich für sowas immer einen pastry cutter, den ich mir vor ein paar Jahren mal in England zugelegt habe.

Apfel

Sind die Streusel fertig, packt man in die Vertiefungen eines normalen 12er Muffinblechs jeweils einen Esslöffel Teig. Im Rezept steht, die Menge reicht für 8 Cupcakes. Bei mir waren es 10. Jetzt drückt man den Teig am Boden und und am Rand fest, sodass man eine Art Schale hat. Dann werden die Äpel geschält und ziemlich klein geschnippelt (Anbei das Angeberfoto. Ja, ich kann die Schale in einem Stück abschälen) und mit einer homöopathischen Dosis Zimt und einer guten Prise Muskat vermischt. Im Rezept steht 1/4 TL Zimt, aber das geht gegen meine religiösen Überzeugungen. Der Muskat hingegen ist meine eigene Idee. Passt einfach fantastisch in Apfelkuchen. Die Äpfel werden mit dem restlichen Teig vermischt und die Muffinform damit aufgefüllt. Ist ein ziemliches Rumgekrümel, aber Ruck-Zuck gemacht.

Jetzt verschwinden die Cupcakes für eine gute halbe Stunde in den Ofen. Sofort nachdem ich die Form aus dem Ofen geholt habe, setze ich ein vorsichtig ein Kuchengitter drauf und drehe sie um. Leicht geklopft und alle Cupcakes lösen sich anstandslos aus der Form. Meine kurzzeitige Eingangsparanoia („Oh, sollte ich die Form nicht lieber buttern und mehlen?“) war vollkommen unbegründet.ASC ungebacken

Die Cupcakes sind echt der Knaller. Am besten noch leicht warm essen. Oder eben kurz in der Mikrowelle aufwärmen. Herr Brachat empfiehlt dazu Zimteis. Aber, es sind schon genügend unschuldige Apfelkuchen mit Zimt und/oder Marzipan verdorben worden. Ein paar geröstete Mandelblättchen hingegen…

Viel Spaß beim Nachbacken.

P.S.: Mir gefällt das Buch übrigens so gut, dass ich noch weitere Sachen backen werde. Vorschläge werden über die Kommentarfunktion entgegengenommen.Apfel Streusel Cupcake

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Erdnussbutter-Cookies mit zweierlei Schokolade

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oder „How to bespaß a 15jährige.“

Letzte Woche hatte ich Besuch. Ein Ferienkind, wie mein Kollege so schön sagte. Für eine Woche sollte meine 15jährige Cousine bei mir bleiben. Ich hatte in der Vergangenheit schon öfter auf sie aufgepasst, das ist allerdings schon etwas länger her. So vollpubertär ist sie ein vollkommen neues Erlebnis. Man (sie) möchte schließlich unterhalten werden. Und so hab ich in der letzten Woche: Lasagne, Karamellpopcorn, einen „Beautyabend“ und eben Erdnussbutter-Cookies mit zweierlei Schokolade aus I Love Cake fabriziert. Gibt es eigentlich ein Buch zu dem Thema „How to bespaß a 15jährige“? Sollte es auf jeden Fall. Vielleicht so n netten kleinen GU Ratgeber für € 7,99. Am besten im Doppelpack mit der „Anti-Stress-Diät“.

Aber Backen entspannt ja bekanntlich auch und Backen geht immer und entspannen ist auch immer gut.

Traveler Digital Camera

Dieses Mal war das Backen tatsächlich etwas „aufwändiger“. Man braucht ganze 10 Zutaten für die Cookies. Los ging es mit dem bekannten Butter und Zartbitterschokolade Schmelzen in der Mikrowelle. („Aber die Butter ist doch viel eher geschmolzen, warum machst du nicht zuerst die Schokolade rein?“ -“Genau deswegen. Die Schokolade schmilzt dann in der flüssigen Butter und kann nicht anbrennen“)

Zucker und Eier unterrühren, und diesmal durfte mein Handrührgerät ran. Nachdem Mehl, Kakaopulver („Ich hab dir ja gesagt, zieh was an, dass dreckig werden darf.“) und Backpulver ihren Weg in den Teig gefunden hatten, war der Teig sehr zäh und ich hatte Mühe die klein gewürfelte Vollmilchschokolade mit dem Kochlöffel unterzuheben.

Es schmeckt

(„Warum nimmst du denn richtige Schokolade und keine Kuvertüre? Geht das überhaupt?“- „Ich nehm immer richtige Schokolade und Frau Deseine hat sich noch nie beschwert!“) Aber schließlich war es geschafft. Das Ergebnis sah allerdings alles andere als lecker aus. Eventuelle Assoziationen bitte ich schnellstmöglich zu unterbinden.

Geschmeckt hat es auch schon so. Meine Cousine kann das bestätigen.

Jetzt wurden teelöffelgroße Portionen (ich hab diesmal genau gelesen) zu Kugeln gerollt und etwas flach gedrückt auf einem Backblech verteilt. Wir waren da etwas enthusiastischer und haben die Kugeln fast vollständig plattiert.

Nach 12 Minuten Backzeit sahen die Cookies so aus.Zweierlei halbfertig

Ein paar Cookies hatten leider keine Chance mehr abzukühlen, sondern fielen recht schnell einer kleinen blonden Vernichtungsmaschine zum Opfer. Der Rest wanderte auf den Ofenrost. In der Zwischenzeit habe ich Zucker zu Puderzucker gemacht und cremige Erdnussbutter untergerührt. Die Portion sah etwas mickrig aus, also haben wir direkt nochmal die Halbe Menge angerührt. Jetzt mussten wie beim Memory gleiche Pärchen gefunden werden. Oder zumindest annähernd gleich große Cookies. Eine Hälfte wurde mit Erdnussbutter bestrichen und die andere Hälfte kam obendrauf. Zweierlei fertig

Meine Kollegen haben sich wieder sehr gefreut. Aber man muss wirklich sagen, dass ungefähr zwei dieser Cookies eine vollwertige Mahlzeit ersetzen und die Mittagspause überflüssig werden lassen.

Am besten backt man sie für eine mittelgroße, sehr hungrige Meute. Lange lagern lassen sich die Kekse nämlich nicht. Sie werden nach ein paar Tagen in der Keksdose steinhart. Ihr solltet also dafür Sorge tragen, dass die Cookies möglichst bald verputzt sind.

Fröhliches Nachbacken.

Eine neue Liebe braucht einen neuen Kühlschrank

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Letzte Woche saß ich, nichts Böses ahnend am Schreibtisch und bearbeitete die Novitäten aus dem AT Verlag. Plötzlich habe ich mich verliebt. Es war spontan und kam vollkommen unerwartet. Aber mein Gegenüber hat mich beim ersten Durchblättern sofort verzaubert. Es handelt sich um dieses formschöne Buch.

I love Cake

Die Irin Trish Deseine lebt seit Jahren in Frankreich und ist dort eine ziemlich erfolgreiche Fernsehköchin. Auch mehrere Kochbücher brachte sie schon zu Papier. Wir haben ihr die wunderbaren Bücher „Verrückt nach Schokolade“ (leider vergriffen) und „Verrückt nach Karamell“ (beide ebenfalls im AT Verlag erschienen) zu verdanken. Und jetzt halt „I Love Cake“. Zugeben, der Titel klingt ziemlich bescheuert, aber wenigstens hat sich hier kein übermotivierter und leider untalentierter Übersetzer ausgetobt, auch im französischen Original heißt das Buch so. Und dafür, dass man sich in das Buch verlieben kann, bin ich der beste Beweis.

Ich habe mir fest vorgenommen das zu tun, was Julie Powell mit Julia Childs Kochbuch gemacht hat: Ich werde es nachbacken und an dieser Stelle berichten. Jedes einzelne Rezept. Gewisse Parallelitäten zwischen mir und Frau Powell sind schon vorhanden. Auf jeden Fall was die Größe der Küche angeht. Meine Kollegen und Mitbewohner haben mir vollste Unterstützung bei dem Projekt zugesagt. Jedenfalls was die Vernichtung der Produkte angeht. Aber ich werde mir kein Zeitlimit setzen. Gebacken wird, wenn ich backen will.
Gestern abend hab ich dann schonmal angefangen. Mit dem Rezept von Seite 192: Nektarinen-Frischkäse-Tarte mit Karamell. Die Sauce Bolognese köchelte auf dem Herd und auf der Arbeitsfläche war nicht wirklich viel Platz. Aber da ist eigentlich auch nie viel Platz, weswegen das Kochbuch bei mir immer auf dem Toaster abgestellt und mit irgendwas was halt grad da ist, abgestützt wird. Gestern wars die Flasche Rotwein, die da noch vom Bologneseansatz rumstand. Ein Foto von meiner recht eigenwilligen Methode gibt es ein anderes Mal.
Außerdem standen da noch die Kaffeemühle für die Puderzuckerherstellung, die Küchenwaage und mein altgedientes Handrührgerät. Aber da Frau Deseines vorgeschlagener Sandteig mit 4 Zutaten auskommt, klappte das alles prima. Puderzucker mit Eiern und Butter verrühren, das Mehl hineinsieben, fleißig den Mixer reinhalten, einmal mit der Hand durchkneten – Fertig.

Den Teig in Frischhaltefolie einwickeln und ab für ne Stunde in den Kühlschrank. In der Zwischenzeit Nudeln kochen, damit das Abendessen auch noch mal irgendwann stattfinden kann.
Nach dem Essen war eine gute Stunde vergangen und ich konnte mich an die Weiterverarbeitung des Teiges machen. Den Ofen vorheizen, ein Stück Butter in die Tarteform, die Tarteform für 10 Sekunden in den Ofen, die geschmolzene Butter gleichmäßig verteilen.
Dann – der Teig. Arbeitsfläche leicht mehlen und das Nudelholz beherzt zum Einsatz bringen. Hier fiel mit dann auf, dass unser Kühlschrank wieder mal einen schlechten Tag hatte. Wir sollten den dringend mal austauschen, denn wirklich kalt ist anders. Dementsprechend riss mir der Teig auch immer wieder beim Versuch ihn in die Tarteform zu bugsieren. Nach einer fünfminütigen Fluchtirade gelang es mir schließlich (halbwegs) im vierten Anlauf. Menschen mit ähnlich schlecht gelaunten Kühlschränken empfehle ich den Teig kurz ins Gefrierfach zu legen – (Falls der Mitbewohner es nicht mit Pizza vollgestopft hat) – oder einen neuen Kühlschrank zu kaufen. Schnell noch die Luft rauslassen und zum Blindbacken in den Ofen. Ich habe ein bisschen Erfahrung darin Pies mit Pâte brisee oder Mürbeteig zu backen und hatte deswegen den Teig etwas über den Rand der Form gezogen und hübsch gemacht. Innerhalb von ca. eineinviertel Minuten wölbte sich der Teig nach unten und fiel dann dekorativ aufs Backblech. Merke: bei Sandteig keine Randverzierungen über die Form hinaus machen oder zumindest den Teig dort dicker lassen. Es roch dann auch sehr schnell verbrannt, aber der panische Blick in den Ofen sagte mir, dass der „gefallene“ Teig die Ursache für den sehr knusprigen Duft war. Nach 15 Minuten hab ich dann das Backpapier und die Linsen entfernt und den Kuchen noch mal für 5 Minuten in den Ofen geschoben.

Damit war der Backteil für die Tarte erledigt. Als nächstes musste ich dann den Karamell kochen. Frau Deseine präsentiert in ihrem Buch gefühlte 42 Methoden um Karamell herzustellen. Eine davon ist eine Dose gezuckerte Kondensmilch drei Stunden zu kochen. In der geschlossenen Dose. Ich hab schon von jemandem gehört, dem dabei die Dose um die Ohren geflogen ist, deswegen habe ich etwas Angst Respekt vor dieser Methode. Aber gestern wurde der Karamell ganz traditionell gekocht. Zucker, Wasser, Butter und Sahne. Die Sahnemenge hab ich übrigens insgesamt verdreifacht, das Karamell wurde beim abkühlen zu fest. Jetzt hab ich eine richtig schöne Soße, die ich gestern Abend in ein leeres Marmeladenglas gefüllt habe, um es heute besser transportieren zu können.

Über Nacht konnten der Boden und die Karamellsoße in Ruhe abkühlen. Heute Morgen habe ich Frischkäse mit Puderzucker und etwas Sahne vermischt und auf dem Boden verteilt. Die Nektarinen waren noch etwas hart, ließen sich so aber super in dünne Spalten schneiden.

Hier im Laden wurde der Bausatz dann zusammengesetzt und sah wirklich fast genauso wie in dem Buch aus. Ehrlich.

Nektarinentarte ganz

Nektarinentarte angeschnitten

Geschmeckt hat er auch. Mrs. Wordmountain war ganz hingerissen. Fällt kaum auf, oder?

Erika isst Tarte

Frischkäse und Karamell ist eine fantastische Kombination. Und wenn grad keine Nektarinenzeit ist, kann man bestimmt auch Beeren oder Bananen nehmen. Diese Tarte wird absolut ins Repertoire übernommen.

Bis zum nächsten Backen dann.

Ich nehm übrigens Vorschläge was ich als nächstes backen soll über die Kommentarfunktion entgegen.