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Kulinarische Abenteuer in Osteuropa

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Ich war letztens in Russland. Genauer gesagt, in Moskau auf dem ICYB (International Congress of Young Booksellers) Der ist, wie der Name schon sagt, ein Internationaler Kongress für junge Buchhändler. Buchhändler bin ich, jung auch so einigermaßen, also packte ich meinen Koffer und flog 3 Stunden nach Osten.

Nun ist man als Kölnerin erstmal mittelmäßig überwältigt von dieser Riesenstadt. Köln sieht sich ja gerne als Millionenstadt. (Wir sind einwohnertechnisch geradesoeben drüber.) Moskau hingegen steht auf einem ganz anderen Blatt. Offiziell hat die Stadt 11 Millionen Einwohner, inoffiziell sind es wohl eher 20, wie mir verschiedene Moskauer versicherten. Das bringt 10-spurige Straßen (aus denen bei Bedarf auch mal 14 Spuren gemacht werden) und Vorstädte mit der Einwohnerzahl meiner Heimatstadt mit sich. Hier kann die Fahrt vom Flughafen schonmal drei Stunden dauern. Macht aber eigentlich nichts, wenn man genug Zeit hat. Schließlich gibt es links und rechts der Straße genug russische Klischees zu bestaunen (moderne Plattenbauten sind nicht zwangsläufig hübscher als die Alten), und die erste Gelegenheit das eigene Kyrillisch aufzufrischen. der Tiefpunkt

Jetzt hat mich neben dem Austausch und dem Kongressprogramm vor allem das russische Essen interessiert. Immerhin bin ich Kochbuchhändlerin. Und esse gern. Ich war also seeeehhhhr gespannt.

Als Vorspeise am ersten Abend gab es „Russisches Ei“ in der Interpretation. Soll heißen: 2 Hälften knüppelhart gekochtes Ei garniert mit einem Klacks Majonnaise und Dosenerbsen. Zum Hauptgericht gab es riesige Reiskörner, die man mit der Gabel zu einer Art Mus zerdrücken konnte mit paniertem, gebratenem Schnitzel. Huhn, definitiv Huhn.

Das Frühstück am nächsten morgen hielt eine Art Omlette mit einer fragwürdigen Konsistenz, Nudeln, Würstchenstücke, Kasha milk (eine Art Porridge in Nicht-Lecker), etwas rosafarbenes Marmeladenartiges (das aber nur pappsüß schmeckte) und angetrocknetes Brot bereit. Alles für einen guten Start in den Tag.

Gegen Mittag hing mir der Magen schon fast in den Kniekehlen. Gespannt eilte ich in Richtung Speisesaal und bekam: Zwei knüppelharte Eihälften in Brühe mit Dosenerbsen und zerkochte Nudeln mit paniertem Schnitzel. Schwein, definitiv Schwein. Warum ich so auf die gebratene Tierart poche? Nunja, ab dem dritten Tag konnte selbst ich nicht mehr identifizieren welches Tier da paniert und gebraten neben dem zerkochten Reis/Nudeln/Buchweizen lag. Wir Kongressteilnehmer haben uns dann entschlossen das ganze „chork“ zu nennen. Eine Mischung aus Chicken und Pork. Ihr seht also, das Essen wurde einfach nicht besser. Vermutlicher Tiefpunkt war der Abend an dem es zermatschen Buchweizen mit zähem Lebergulasch gab und einer Teilnehmerin, die Vegetarierin war, erklärt wurde, dass Leber kein Fleisch ist. Oder vielleicht war es auch der Moment, als ich (durch die Dolmetscherin) nach Essig für meine Rote Beete fragte und mir mitgeteilt wurde, dass es in diesem Hotel keinen Essig gab? Ihr dürft gerne abstimmen.Lebergulasch

Das Mantra der russischen Kongressteilnehmer („This has got nothing to do with real Russian food.“) wurde jeden Tag heftiger vorgetragen, aber auf uns Andere hatte es so gut wie keinen Effekt. Es prallte ab. Kommunikation per e-mail mit Freunden beschränkten sich meist auf die Sätze: „Der Kongress ist super, die Leute sind toll, das Essen ist eine absolute Katastrophe.“ Wir waren alle etwas geschwächt. Ich träumte von mehrgängigen Menüs und schickte meinem Mitbewohner eine Einkaufsliste. Ich wollte kochen.

Dann gingen wir aber mal auswärts essen und verstanden das Mantra. Es gab leckeren Borschtsch und schönen, körnigen Buchweizen mit einer rahmigen Sauce mit Pilzen und Fleisch. Es gab Soljanka, Kartoffelpüree mit Dill (überhaupt scheint Dill das beliebteste russische Kraut zu sein) und gebratenen Lachs. anständiges Essen

Am letzten Abend gab es dann ein Abschiedsbankett und hier wurde dann alles aufgefahren, was die russische Küche zu bieten hat.

Verschiedene Salate, eine Käseplatte, Hering in unzähligen Variationen, Scampi, Blinis mit Keta-Kaviar, und das waren erst die Vorspeisen. Zur Hauptspeise gab es dann gegrillten Fisch und Schaschlik. Verständlicherweise waren die Tischgespräche auf ein Minimum beschränkt. Man konzentrierte sich aufs Wesentliche. Wir waren das erste Mal richtig satt.Closing Banquet

Russland ist kein kulinarisches Niemandsland. Was unter anderem dieses wundervolle Buch zeigt. Den tollen Salat „Hering im Pelzmantel“ werde ich nächste Woche auch mal nachmachen. Und wer des Russischen mächtig ist, ich habe auch ein paar schöne Kochbücher mitgebracht. Insgesamt sollte man, meiner Meinung nach, nur ein paar Sachen wissen.

  1. Kwass ist ein russischer Brottrunk und schmeckt ungefähr wie flüssiges Schwarzbrot.
  2. Dill sollte man schon mögen.
  3. „Posholsta“ heißt bitte. Und wenn man in der Metro auf jemanden gefallen ist sagt man „Iswiniedje“

Andere haben Urlaub, ich backe Brot

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Logbuch des Käptens, Sternzeit 5.5/apfel/26

Oh, da hab ich jetzt zwei Sachen in einen Topf geworfen. Und eigentlich ist dies auch kein Beitrag über die längsten Sci-Fi-Serien der Welt, sondern einer übers Brotbacken. Aber mein Brotbackwochenende lässt sich am besten in Form eines Logbuchs beschreiben.

Donnerstag so gegen 19h: Frau K. ist unruhig. Nirgendwo, so scheint es, ist in dieser Galaxie Stadt am Rhein Hartweizenmehl aufzutreiben. Nun gut, der Radius ist auch auf drei Geschäfte in Ringnähe beschränkt. Also geht Frau K. in den Bioladen, nimmt 2 Pakete Hartweizen aus dem Regal, fragt nach wie fein man ihr das denn mahlen könne und lässt mahlen.

Freitag 11h: Vom russischen Konsulat und mit russischem Visum in der Tasche (bald geht’s für eine Woche nach Moskau) macht sich eine mitteljunge,vollbepackte, dynamische Buchhändlerin auf den Weg gen Norden. Im Gepäck befinden sich neben Klamotten, Büchern und Strickzeug (man muss ja irgendwie Klischees bedienen) auch 1kg vermeintliches Hartweizenmehl, 1kg Mehl Typ 1050, eine digitale Küchenwaage, 1 Liter Evian, 1 Würfel Frischhefe, 180g Gärhilfe (am Vorabend angesetzt), die Backbibel und Sascha, der Sauerteig den sie die letzten Wochen fleißig in ihrer Küche gezüchtet hat.

12.18h Ankunft am Bahnhof der Stadt die den beliebtesten OB der Republik und deren Fußballverein ein Abonnement auf Platz 7 in der zweiten Liga hat.

13.30h Das feierliche Karfreitagsmahl der Familie K. ist beendet. (Selbstverständlich gab es Fisch)

14h Die mitteljunge, dynamische Buchhändlerin schnappt sich die Backbibel, geht in die Küche, nimmt die Gärhilfe aus dem Kühlschrank, das vermeintliche Hartweizenmehl aus dem Küchenschrank, Wasser, die Küchenwaage aus dem Koffer, Milch, Olivenöl, Hefe und Salz aus weiteren Schränken und macht sich ans Werk. Als erstes steht nämlich ein Olivenölteig auf dem Programm.

Das Mehl wird abgewogen, die Hefe hineingebröckelt und das Wasser hinzugegeben. Fünfmal mit dem großen Kochlöffel gegen den Uhrzeigersinn… Nein quatsch, einfach mit dem Kochlöffel gut verrühren. Schonmal Salz, Öl und Milch abmessen und die Knethaken in das neue Handrührgerät einspannen. Den Teig 10 Minuten stehen lassen.

14.12h Salz, Öl, und Milch zu dem Teig geben und 5 Minuten ausgiebig das Handrührgerät in den Teig halten.

14.29h Der Teig hat weitere 10 Minuten geruht. Jetzt kann die Gärhilfe zerpflückt werden und mit dem Handrührgerät wieder 5 Minuten lang unter den Teig gearbeitet werden.

14.32h Das Handrührgerät ist kaputt. Jetzt wird mit der Hand weitergeknetet. (Die Knetzeit verlängert sich automatisch)

14.34h Der Teig fühlt sich sehr rau an. Ich glaube das Mehl war dann doch mehr Grieß.

14.36h „Mmmh, was ist denn Sprühöl?“ Ich beschließe das einsprühen und einpinseln so ziemlich das gleiche ist und lege den Teig in eine leicht mit Öl eingepinselte Schüssel. Jetzt noch Frischhaltefolie drüber, die Küchenuhr auf 30 Minuten stellen und ab in den Garten.

15.09h Ich schrecke hoch. Mist, jetzt hab ich fast die Masche fallen lassen. Zwei Minuten, bis ich die Reihe fertig gestrickt habe wird der Teig ja wohl warten können.

15.11h „Den Teig abschlagen“ sagt das Buch. Aha. Moment, hier stehts doch. „Dazu den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche mit den Händen zu einem Rechteck von 2,5 cm Dicke ausbreiten. Ein Drittel des Teiges zur Mitte hin falten und das gegenüberliegende Drittel darüberschlagen. Den Teig um 90 Grad drehen und erneut dreifach zusammenfalten“ Das krieg ich wohl hin. Und guck mal auf Seite 30 ist sogar eine Bild für Bild Anleitung. So, fertig. Zurück in die Schüssel Küchenuhr stellen und wieder ab in den Garten.

15.48h Ah, jetzt gleich müsste es… Jepp, da klingelt die Küchenuhr. „Ich geh eben rein und schlag den Teig ab“

16.25h s.o.

17.30h Der Teig hat eine weitere Stunde geruht. Jetzt geht es ans Portionieren. Küchenmesser raus. Einmal in der Mitte durch, jetzt sollten beide Hälften ungefähr 500g haben. Stimmt auch so in etwa. Von dem größeren Stück schneide ich getreu der Anleitung 180g ab. Als Gärhilfe für den nächsten Tag. Ich lege die Teigstücke auf ein Backblech und nehme das diesmal mit in den Garten. Der Teig soll jetzt nämlich an einem warmen Ort gehen. Und die Sonne scheint doch so schön auf den Südgarten

So richtig fluffig sehen die ja nicht aus. Mmhh, aber sie gehen auf. Mal schauen was das Backen bringt.Traveler Digital Camera

18.15h Der Ofen ist auf höchste Stufe vorgeheizt. Noch schnell zur Kontrolle einen Blick in die Backbibel werfen. „Den Garraum mit Wasser aus der Sprühflasche befeuchten“ Wo krieg ich denn jetzt ne Sprühflasche her? Ich kann doch schlecht ne alte Reinigerflasche nehmen. Zum Glück ist eine Friseurin im Haushalt. Wer also mal auf der Suche nach einer Sprühflasche ist, und die in der Gärtnerei zu groß und zu teuer sind, der findet im Friseurbedarf auch stylische und günstige Alternativen.

18.38h Das Backblech soll gedreht werden, damit die Brote gleichmäßig garen.

18.49h Fertig. Mein allererstes selbstgebackenes Brot.Gebackenes Brot

19.20h Das Brot ist etwas abgekühlt und ich kann es endlich anschneiden.

Das Brot ist so mittelknusprig und es könnte etwas luftiger sein, aber die Krume ist schön locker und es schmeckt richtig gut. Trotzdem werde ich es morgen mal mit Mehl Typ 550 versuchen, da die Wahrscheinlichkeit am Niederrhein Hartweizenmehl zu erhalten wohl gegen Null tendiert.angeschnittenes Brot

23h Ich geh jetzt ins Bett. Die Backbibel werd ich wohl auf den Nachttisch legen.

Sorry, aber Ostern fällt aus

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Ich muss etwas gestehen. Es ist relativ ernst und mir auch ziemlich unangenehm. Mein Name ist Frau K., ich arbeite seit anderthalb Jahren in dem Kölner Kochbuchladen und schluck habenochniewasvonJamieOlivergekocht.

Nicht, dass ich eine Abneigung gegen ihn hätte. Ich habe auch schon viel Gutes über ihn gehört. Viele meiner Freunde sind von den Rezepten echt begeistert, aber es kam bislang noch zu keiner Zusammenarbeit zwischen uns beiden.

Jetzt gibt es seit ungefähr zwei Wochen das in England schon erfolgreiche „Jamie“-Magazin auch auf deutsch. Es liegt in dezentem Rosa auf der Theke und starrt mich an, ja verleitet gerade zum Durchblättern. Das Heft ist komplett durchgestylt, eben wie die Jamie Kochbücher auch und macht Lust auf Nachkochen. Bei einem Rezept hatte er mich dann: Lemon Ripple Tart – Marmorierte Zitronen Tarte. Gut, das Heft musste mit.

Beim Schreiben meiner Einkaufsliste war ich dann aber etwas schockiert. Man braucht unter anderem 13 Eier und 1 Pfund Butter. wow Dafür musste ich in Etappen einkaufen gehen. Erst die Butter,1,5 kg Zitronen und Himbeeren, später dann 20 Eier und ein Kilo Zucker.

Am Abend machte ich mich dann frisch ans Werk. Mehl, Puderzucker und gewürfelte Butter mit meinem Pastry Cutter bearbeiten, Eier mit Milch verklappern, untermischen, gut durchkneten, Frischhaltefolie drum und ab in den Kühlschrank.

Angie

Dann wurde ich bekocht. Insofern machte ich mich erst sehr spät an die weitere Zubereitung. Der Teig ließ sich wirklich wunderbar ausrollen. Er war sehr schön elastisch und riss gar nicht. Als ich allerdings die gewünschte Stärke von 5mm erreicht hatte, konnte ich meinen Küchentisch nicht mehr sehen. Selbst nachdem ich den Teig in die Form gebracht hatte (Was wirklich sehr einfach war), ragte er noch ungefähr 15cm an jeder Seite über. Ich habe den überstehenden Teig mal abgeschnitten, durchgeknetet und eingefroren. Das reicht locker noch für ne zweite Tarte.

Beim Blindbacken stellte ich dann fest, dass der Teig sich stark zusammenzieht. Das nächste Mal werde ich wohl die Ränder etwas weiter überstehen lassen.

Jetzt ging es an die Lemon Curd. Die Bio-Zitronen habe ich heiß abgewaschen und abgetrocknet, dann abgerieben und ausgepresst. Aus Platzgründen hatte ich die Zitronenarmee vorher um meinen Wasserkocher gruppiert. Dazu ein Kommentar meiner Mitbewohnerin: „Oh, guck mal wie süß sich die Zitronen um den Wasserkocher tummeln. Als ob er ihre Mami wär.“ Ähh – ja. Wenn du meinst 🙂

5 Zitronen brachten die erforderliche Menge auf. Herr Oliver empfiehlt die Zutaten (Zucker, Vanillemark, Zitronensaft und-schale, 5 Eier und 6 Eigelb) in einen schweren Topf zu geben. Mein schwerster Topf ist kupferbeschichtet und fasst ungefähr zwei Liter. Bei milder Hitze schlug ich die Eiermasse dann auf. Und schlug und schlug. Und schlug. Arcade Fire waren inzwischen schon zum zweiten Mal in Haiti angekommen und die Eimasse machte immer noch keine Anstalten dick zu werden. Jetzt reichts, dachte ich mir, nahm meine Metallschüssel, einen Topf mit heißem Wasser und schlug über dem heißen Wasserbad weiter. Das war auch nur mäßig erfolgreich. Dann dachte ich: „Was solls“ und nahm den Fünf-Liter-Topf aus dem Regal. Und siehe da: nur zehn Minuten später dickte die Eimasse etwas ein. Das wurd auch langsam Zeit, mein Arm fühlte sich schon wie Pudding an. Oh, verflixt. Jetzt musste noch ein zimmerwarmes halbes Pfund Butter untergeschlagen werden. Das große Rühren ging also weiter.Lemon Curd

Mein Rat an euch: Nehmt direkt den Fünf-Liter-Topf.

Währendessen kochten auf der hinteren Herdplatte lustig Himbeeren mit einem EL Zucker vor sich hin. Da brauchte ich mich zum Glück nicht weiter drum zu kümmern. Gelegentlich mal umrühren, und wenn das Ganze die Konsistenz von Marmelade hat, in ein Schraubglas füllen.

Gegen ein Uhr heute morgen war ich mit der ganzen Geschichte fertig, die Lemon Curd stand zum Auskühlen auf dem Küchentisch und ich ging ins Bett.

Heute morgen habe ich dann erst meinen Sauerteig gefüttert (Nein, keinen Hermann. Ein Projekt aus der Backbibel. In Kürze erfahrt ihr mehr) und dann die Lemon Curd passiert, damit die Zitronenschale da raus kommt. Den Bausatz noch schnell in den Rucksack und hinaus in die Sonne.

Da diese Tarte geschätzte 8 Milliarden Kalorien hat (wir erinnern uns an 13 Eier, 1 Pfund Butter und über 1/2 Pfund Zucker) bin ich dann heute auch mal mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren. Aber es hat sich gelohnt. Allerdings habe ich den Weltvorrat an Eiern verbraucht, deswegen muss Ostern leider ausfallen. Sorry. Ich hab wohl noch genug Teig, Lemon Curd und Himbeersauce für eine zweite Tarte, falls jemand auf Eier-Entzug ist.Lemon Ripple Tarte

Sind wir denn noch Freunde? – Mein Abend mit Olli

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Ich habe es wieder getan, ich habe gebacken. Irgendwie wurden in meinem Umfeld schon die Stimmen „Du hast aber schon wirklich lange nichts mehr gebacken“ laut und, na ja, ich kann halt schlecht Nein sagen.

Bastelvergnügungen

Es bestand der Wunsch nach Käsekuchen, und der liebe Herr Brachat hat in seinem Cupcake Buch auch ein schönes Rezept in petto. Es gab also New York Cheesecake Cupcakes (von Seite 60)

Der Einkaufszettel war diesmal so mittellang, wobei eine gut ausgestattete Küche eigentlich fast alle Zutaten auf Vorrat hat. Ich brauchte: Zwieback, Frischkäse, Sahne, Bio-Zitronen, 1 Vanilleschote, Himbeeren und Gelierzucker 2:1. Butter, Puderzucker, Milch, Eier, Speisestärke und Salz hatte ich noch zuhause.

Gestern abend machte ich mich dann frisch ans Werk. Zuerst musste ein rundes Behältnis gefunden werden, das im Durchmesser mit dem Durchmesser der Vertiefung meines Muffinbleches korrespondiert. Gut, das ging schnell, schon der erste Versuch war ein Treffer. Es sollten nämlich Kreise aus Backpapier ausgeschnitten werden, die unten in dem Muffinblech Platz finden sollten. Ich fühlte mich dann auch etwas an die sonntäglichen Bastelvergnügungen im Hause K. erinnert. Nachdem die Bastelstunde beendet war, habe ich schon mal den Backofen auf 180°C vorgeheizt, etwas Butter in 8 der zwölf Vertiefungen gegeben und das Blech in den Ofen geschoben. Sobald die Butter geschmolzen war, habe ich die Backpapierkreise verteilt und das Blech in den Kühlschrank gestellt, damit die Butter wieder fest wird und das Backpapier schön festklebt.Brachialgewalt

In der Zwischenzeit ging es rabiat zu Gange. Es galt den Zwieback mit dem Nudelholz zu zerbröseln. Und dann… dann…. dann… wurde ich traurig. Der zerbröselte Zwieback sollte mit einem Esslöffel Puderzucker und zwei Esslöffeln Butter vermischt werden. Esslöffel? Was sind denn das für Mengenangaben? Und außerdem: soll die Butter kalt sein oder warm? Die Chemikerin in mir schrie in diesem Moment laut auf. Ja, Chemikerin. Auch wenn von meinem Chemieabitur nur die etwas seltsame Angewohnheit übrig geblieben ist, Messbecher beim Abmessen immer auf Augenhöhe zu halten und tja, mich eben über ungenaue Mengenangaben bei Backrezepten zu echauffieren, irgendwo ist sie versteckt.

Zwiebackteig

Sind der Herr Brachat und ich jetzt keine Freunde mehr? Doch schon, auch wenn mich dieses Rezept noch zwei weitere Male in helle Aufregung versetzt hat. Aber immer der Reihe nach.

Ich habe mich für warme Butter und gehäufte Esslöffel entschieden und alles mit meinem bereits hier vorgestellten Pastry Cutter zu was Teigähnlichen verarbeiten. Dieser „Teig“ wurde dann ähnlich wie bei den Apfel-Streusel-Cupcakes in die Formen verteilt und festgedrückt. Jetzt sollte der Teig für etwa zehn Minuten in den Ofen. Ja, etwa. Mein Chemikerherz verzweifelte ein zweites Mal. Ich weiß ja, dass Backöfen launisch sind und jeder da so seine Eigenarten hat (Der Schokokuchen von Alain Ducasse zum Beispiel braucht bei Alain Ducasse 90 Minuten. Mein alter Backofen schaffte den Kuchen bei gleicher Gradzahl in 45 Minuten) In meinem Ofen verweilten die Böden 9 Minuten und 12 Sekunden als mir auffiel: „Die sehen aber schon ziemlich dunkel aus.“ Also raus damit, das Thermostat auf 100°C runtergedreht und die Backofentür so lange aufgelassen, bis 100°C erreicht waren.Käsemasse

In der Zwischenzeit, habe ich Frischkäse, Milch, Sahne, 1 Ei, Zucker, Speisestärke, 1 Prise Salz, Zitronenschale und –saft in eine Rührschüssel verfrachtet. Dazu sollte komme ½ Vanilleschote. Lieber Herr Brachat, ich nehme doch an, dass Sie das Mark einer halben Vanilleschote meinen. Oder wie sollte ich die Vanilleschote sonst in die Käsemasse bekommen? Aber vier Seiten weiter, beim Rezept für die Trüffel-Cupcakes steht: „½ Vanilleschote, ausgekratztes Mark“ Warum da und nicht hier? Fragen über Fragen. Aber gut, lassen wir das an der Stelle. Ich wollte es nur mal erwähnt haben.

Alle Zutaten inklusive Vanillemark wurden verrührt und waren am Ende ziemlich flüssig. „Na, wenn das mal gut geht“, dachte ich mir und schob die befüllte Muffinform vorsichtig wieder in den Ofen. Nach 25 Minuten sollen sie dann vorläufig wieder raus und der Ofen wieder auf 170°C hochgeschaltet werden. Gesagt, getan. Irgendwann habe ich die halbwegs aufgetauten TK-Himbeeren (frische um diese Jahreszeit geht mal gar nicht) mit Zitronenschale und Gelierzucker in einen Topf geschmissen und das Beste gehofft. Dann hatte der Ofen 170°C und die Cupcakes sollten 10 Minuten fertig gebacken werden. „Sie sollten leicht Farbe angenommen haben.“ Was soll ich sagen: Pustekuchen. Nach zehn Minuten waren die Cupcakes immer noch, na ja, gelb. Auch nach 13 Minuten waren sie das. und nach 15 Minuten und auf Umluft umgeschalteten Ofen. Und nach 18 Minuten und mittlerweile 190°C. Nach zwanzig Minuten habe ich eine leichte bräunliche Färbung an einem Cupcake ausmachen können und das Blech aus dem Ofen gezogen. Cheesecake fast fertig

Die Himbeeren blubberten im Topf fröhlich vor sich hin und sollten nun püriert werden. Also, Pürierstab rein. Kurze Pause damit der Pulli direkt in der Badewanne ausgewaschen werden kann, weil Himbeerflecken so verdammt schwer raus gehen. T-Shirt angezogen, was ich sonst zum Streichen anziehen und weiter pürieren. Die noch heiße Sauce habe ich dann mühevoll durch ein kleines Haarsieb gestrichen. Warum mühevoll? Die Öse hat sich mal verabschiedet und jetzt besitzt dieses Sieb die unpassende Angewohnheit im denkbar dämlichsten Moment (ich kratze grad den Topf aus) in die Schüssel zu plumpsen. Ich habe dann die Sauce in Gläser abgefüllt und die Küche geputzt. Und die Nacht über die Küche hereinbrechen lassen.

Heute morgen dann war es soweit. Die Cupcakes waren ausgekühlt und ließen sich mit dem vorgeschlagenen kleinen Küchenmesser auch ganz hervorragend aus der Form lösen. Und das Ergebnis kann sich sehen und schmecken lassen. Ja, der Herr Brachat und ich sind noch Freunde.

Cheesecake fertig

 

Was vom Jahre übrig blieb

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Bald ist ja wieder Weihnachten, Ostern, Karneval…

aber ich häng noch etwas dem alten Jahr nach. Insbesondere was meine Koch- und Blogaktivitäten angeht. Es ist ja nicht so, dass ich nichts getan hätte. Au contraire, meine Lieben. Gekocht habe ich jede Menge, ich komm nur nicht zum Schreiben. Immer wenn ich mich hinsetzen wollte, guckte mich mein Wollkorb so unschuldig aus der Ecke an und flüsterte „Na los, ich weiß doch, dass du was stricken willst.“ Was soll ich sagen? Er hatte Recht. Außerdem hatte meine Wolldealerin auch noch neue Felted Tweed reinbekommen. Und somit kann ich zwar keine neuen Blogeinträge aber dafür eine Jacke, eine Decke, ein Paar Socken, einen Schal, zwei Mützen und eine halbe Stola vorweisen. Ich gelobe aber hiermit feierlich das wieder etwas ins Gleichgewicht zu bringen.

Wo war ich? Achja, Kochen, Weihnachten.

Champignons

Weihnachten bei Familie K. wird immer viel gegessen. An allen drei Tagen. Und auch, wenn ich mich mal wieder nicht gegen das obligatorische Roastbeef durchsetzen konnte, so hatte ich doch Vorspeise und Dessert annektiert und auch beim Roastbeef hatte ich bzw. die gute Donna ihre Finger im Spiel.

Aber fangen wir der Reihe nach an. Zur Vorspeise gab es gefüllte Riesenchampignons. Die hab ich schon letztes Jahr einfach ohne Rezept improvisiert. Einfach Stiele herausdrehen und klein würfeln. Die Pilze mit einem Teelöffel noch etwas weiter aushöhlen. In einer Schüssel Frischkäse mit Salz, Pfeffer, Zitronensaft und Kräutern verrühren, dann vorsichtig Krabben unterheben. Ab mit der Füllung in die Pilze und erstmal weg stellen.Abend am Kamin

Für das Dessert hatte ich mir eines meiner momentanen Lieblingsbücher geschnappt. „Ein Abend am Kamin“ ist im Thorbecke Verlag erschienen, und Thorbecke macht halt Mädchenbücher. Zumindest sind Kollegin Nicole, Mrs. Wordmountain und ich dieser Meinung. Sie sind gebunden, haben ein schönes Format, schönes Vorsatzpapier und sind überhaupt wunderschön. Wenn man „Ein Abend am Kamin“ durchblättert, möchte man sich irgendwo einkuscheln und kochen und essen. Wirsingkohlsuppe mit Kartoffeln und Speck, Omelette mit Räucherlachs, Rauchiger Eintopf mit weißen Bohnen, Schweinebraten mit Apfel-Fenchel Auflauf, Scharfer Blumenkohl…Küchentisch

Das tolle ist: Dieses Buch deckt einfach alles ab. Von Vorspeisen und Suppen, Braten und Beilagen bis zu Desserts, Gebäck und Getränke zum Aufwärmen. Die Arbeitskollegin einer Freundin hat ihr komplettes Weihnachtsmenü aus diesem Buch zusammengestellt. Bei mir kam bislang lediglich das Dessert von Seite 140 auf den Prüfstand: Tartes mit Äpfeln und Blaubeeren.

Der Boden besteht einfach aus aufgetautem Blätterteig, der ausgerollt wird. Für den Belag werden Äpfel entkernt und mit Schale in möglichst gleiche Scheiben geschnitten. Am besten funktioniert das mit dem Hobel. Dann wird aus Zucker und Wasser ein Sirup gekocht, der mit Vanillemark gewürzt wird und in dem die Äpfel dann ein paar Minuten dünsten. Schließlich die Blaubeeren dazu geben und noch etwas nachziehen lassen. Et voilà, fertig. Auch dieser Topf konnte erstmal beseite gestellt werden.Apfelscheiben

Das Roastbeefrezept für den Hauptgang hab ich der Donna abgeluchst. Falls einige von euch tatsächlich nicht wissen, von welcher Donna ich rede: Donna Hay natürlich. Die Australierin schreibt unter anderem für Marie Claire und hat schon einige Kochbücher rausgebracht. Zuletzt das wundervolle „Jahreszeiten“ in dem sie ihrer frischen, jungen Küche eine saisonale Ausrichtung gegeben hat. Das Buch ist somit auch in die vier Jahreszeiten unterteilt und jede Jahreszeit hat ein herzhaftes und ein süßes Kapitel. Das Roastbeef steht natürlich auf Seite 260 im Winterkapitel.Jahreszeiten

Aus Senfsamen, Thymian, Meersalz, Pfeffer und Olivenöl habe ich eine Paste zubereitet, mit der das Roastbeef eingerieben wurde. Dann habe ich das Fleisch scharf angebraten und nach Donna für 2 Stunden bei lediglich 120°C in den Ofen geschoben.

Nach einiger Zeit habe ich dann die Pilze dazugeschoben, denn vor der Bescherung sollte gegessen werden und Teile der Familie K. zappelten schon ungeduldig auf dem Sofa hin und her.

Die Pilze waren lecker, aber auch keine besondere Überraschung. Das Roastbeef hingegen war die absolute Offenbarung. Nachdem es gut 2 Stunden im Ofen war, hatte es eine Kerntemperatur von 55°C und war bereit mit vereinten Kräften aus dem Ofen geholt und in Alufolie verpackt zu werden. (Kleiner Tipp: Vorher den Ehering abnehmen.)Ehering

Nach ca. 10 Minuten Ruhephase setzte ich beherzt das Messer an und wurde von einem absolut perfekten Roastbeef belohnt. Zartrosa Farbe, klarer Fleischsaft und butterzartes Fleisch.

Verzeiht bitte, dass ich keine Fotos gemacht habe, aber ihr wisst ja gar nicht, wie schnell meine Familie so ein Roastbeef verputzen kann.

Stunden später waren alle wieder einsatzbereit für das Dessert. Ich habe die Äpfel in dem Topf nochmal kurz erwärmt, weil der Zucker die Masse ziemlich fest werden ließ und ich ein paar kleine Probleme beim Verteilen hatte. Aber das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Sieht doch ziemlich professionell aus, oder? So beladen, kamen die Tartes dann für 20 Minuten in den Ofen, wo der Blätterteig schön locker aufgehen sollte. Nun ja, räusper wie soll ich sagen: Es stellte sich heraus, dass ich beim Ausrollen etwas zu enthusiatisch vorgegangen war. Die Tartes waren nach dem Backen immer noch genauso flach wie vorher. Wer denkt, man könne Blätterteig nicht totwalzen, irrt. Auf peinliche Beweisfotos hab ich mal verzichtet.plattierte Tartes

Dem Geschmack hat das aber keinen Abbruch getan. Lauwarm mit nicht ganz fest geschlagener Sahne waren die Tartes ein absoluter Genuss und stehen garantiert wieder mal auf dem Menüplan.

So, ich find für den heiligen Abend war das erstmal genug. Am 2. Weihnachtstag hab ich dann wieder den Kochlöffel geschwungen. Aber davon erzähl ich nächstes Mal.

Fremdgegangen

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„Du darfst andere Götter neben mir haben.“, würde Frau Deseine bestimmt zu mir sagen, wenn ich ihr beichtete. Ich habe nämlich Fremdgebacken. Aber ich konnte nicht anders. Wirklich. Es ging nicht. Dieses Buch ist einfach zu phänomenal, großartig, wundervoll…

Ollis Werk

 

räusper

Oliver Brachat ist gelernter Koch und Foodfotograf und hat bei seiner ersten Arbeit für den AT Verlag direkt ein kleines Meisterwerk geschaffen. Cupcakes heißt es einfach. Nicht „Fantastische Cupcakes für jede Gelegenheit“, nicht „Lieblings-Cupcakes“, nicht „Das bestimmt beste Cupcake Buch der Welt“. Einfach nur Cupcakes und im Untertitel „50 neue Rezeptideen“ Mir gefällt ja dieses leichte Understatement. Dabei wären die anderen Titel durchaus gerechtfertig gewesen. Denn Oliver Brachat hat das geschafft, was, meiner Meinung nach, selten jemand vor ihm geschafft hat. Er hat ein fantasievolles, abwechslungsreiches Cupcake Buch geschrieben.

Als ich im Vorfeld in meinem Freundeskreis erzählte, dass ich demnächst mal Cupcakes backen wollte, kam mir immer folgende Frage entgegen: „Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Muffins und Cupcakes?“ Achtung, jetzt folgt die eigene und vermutlich falsche Definition der Frau K.: Muffins sind ähnlich wie ein Rührteig, während Cupcakes auch aus anderen Teigen sind, eben kleine Kuchen sind.

Pastry Cutter

Wikipedia hat mich zwar grad eines besseren belehrt, aber ehrlich gesagt ist mir der Unterschied auch egal. Was ich mit Gewissheit sagen kann, ist dass Oliver Brachats Cupcakes wirklich kleine Kuchen sind, und nicht nur einfach Muffins mit tollem Icing. Denn Icing ist und bleibt am Ende doch Zucker. Brachats Cupcakes zeichnen sich aber dadurch aus, dass sie mit einer Vielzahl von verschiedenen Teigen gemacht werden. Von Streusel- über Brand-, bis Biskuitteig.

Den Anfang im Buch machen Apfel-Streusel Cupcakes und als bekennender Apfelkuchenfan, war das natürlich was für mich und musste sofort gebacken werden.

Teigschaln

Auf der Einkaufsliste standen diesmal: Butter, Mehl, Zucker, Ei, gemahlene Haselnüsse, Backpulver, Vanillezucker und Äpfel. Also hauptsächlich Sachen, die man zu Hause hat. Man braucht nicht einmal Papierförmchen.

Die einzige wirkliche Vorbereitung besteht daraus, dass man die kalte Butter würfeln und dann wieder in den Kühlschrank stellen sollte, dann hat man es später einfacher. Im Grunde werden alle Zutaten außer den Äpfeln zu Streuseln verarbeitet. Das kann man mit der Hand machen (reiben), mit der Küchenmaschine, oder sonstwie. Meine Hände sind eigentlich immer zu warm für sowas, die Butter schmilzt dann zu stark, und ich besitze keine Küchenmaschine, deswegen benutze ich für sowas immer einen pastry cutter, den ich mir vor ein paar Jahren mal in England zugelegt habe.

Apfel

Sind die Streusel fertig, packt man in die Vertiefungen eines normalen 12er Muffinblechs jeweils einen Esslöffel Teig. Im Rezept steht, die Menge reicht für 8 Cupcakes. Bei mir waren es 10. Jetzt drückt man den Teig am Boden und und am Rand fest, sodass man eine Art Schale hat. Dann werden die Äpel geschält und ziemlich klein geschnippelt (Anbei das Angeberfoto. Ja, ich kann die Schale in einem Stück abschälen) und mit einer homöopathischen Dosis Zimt und einer guten Prise Muskat vermischt. Im Rezept steht 1/4 TL Zimt, aber das geht gegen meine religiösen Überzeugungen. Der Muskat hingegen ist meine eigene Idee. Passt einfach fantastisch in Apfelkuchen. Die Äpfel werden mit dem restlichen Teig vermischt und die Muffinform damit aufgefüllt. Ist ein ziemliches Rumgekrümel, aber Ruck-Zuck gemacht.

Jetzt verschwinden die Cupcakes für eine gute halbe Stunde in den Ofen. Sofort nachdem ich die Form aus dem Ofen geholt habe, setze ich ein vorsichtig ein Kuchengitter drauf und drehe sie um. Leicht geklopft und alle Cupcakes lösen sich anstandslos aus der Form. Meine kurzzeitige Eingangsparanoia („Oh, sollte ich die Form nicht lieber buttern und mehlen?“) war vollkommen unbegründet.ASC ungebacken

Die Cupcakes sind echt der Knaller. Am besten noch leicht warm essen. Oder eben kurz in der Mikrowelle aufwärmen. Herr Brachat empfiehlt dazu Zimteis. Aber, es sind schon genügend unschuldige Apfelkuchen mit Zimt und/oder Marzipan verdorben worden. Ein paar geröstete Mandelblättchen hingegen…

Viel Spaß beim Nachbacken.

P.S.: Mir gefällt das Buch übrigens so gut, dass ich noch weitere Sachen backen werde. Vorschläge werden über die Kommentarfunktion entgegengenommen.Apfel Streusel Cupcake

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Erdnussbutter-Cookies mit zweierlei Schokolade

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oder „How to bespaß a 15jährige.“

Letzte Woche hatte ich Besuch. Ein Ferienkind, wie mein Kollege so schön sagte. Für eine Woche sollte meine 15jährige Cousine bei mir bleiben. Ich hatte in der Vergangenheit schon öfter auf sie aufgepasst, das ist allerdings schon etwas länger her. So vollpubertär ist sie ein vollkommen neues Erlebnis. Man (sie) möchte schließlich unterhalten werden. Und so hab ich in der letzten Woche: Lasagne, Karamellpopcorn, einen „Beautyabend“ und eben Erdnussbutter-Cookies mit zweierlei Schokolade aus I Love Cake fabriziert. Gibt es eigentlich ein Buch zu dem Thema „How to bespaß a 15jährige“? Sollte es auf jeden Fall. Vielleicht so n netten kleinen GU Ratgeber für € 7,99. Am besten im Doppelpack mit der „Anti-Stress-Diät“.

Aber Backen entspannt ja bekanntlich auch und Backen geht immer und entspannen ist auch immer gut.

Traveler Digital Camera

Dieses Mal war das Backen tatsächlich etwas „aufwändiger“. Man braucht ganze 10 Zutaten für die Cookies. Los ging es mit dem bekannten Butter und Zartbitterschokolade Schmelzen in der Mikrowelle. („Aber die Butter ist doch viel eher geschmolzen, warum machst du nicht zuerst die Schokolade rein?“ -“Genau deswegen. Die Schokolade schmilzt dann in der flüssigen Butter und kann nicht anbrennen“)

Zucker und Eier unterrühren, und diesmal durfte mein Handrührgerät ran. Nachdem Mehl, Kakaopulver („Ich hab dir ja gesagt, zieh was an, dass dreckig werden darf.“) und Backpulver ihren Weg in den Teig gefunden hatten, war der Teig sehr zäh und ich hatte Mühe die klein gewürfelte Vollmilchschokolade mit dem Kochlöffel unterzuheben.

Es schmeckt

(„Warum nimmst du denn richtige Schokolade und keine Kuvertüre? Geht das überhaupt?“- „Ich nehm immer richtige Schokolade und Frau Deseine hat sich noch nie beschwert!“) Aber schließlich war es geschafft. Das Ergebnis sah allerdings alles andere als lecker aus. Eventuelle Assoziationen bitte ich schnellstmöglich zu unterbinden.

Geschmeckt hat es auch schon so. Meine Cousine kann das bestätigen.

Jetzt wurden teelöffelgroße Portionen (ich hab diesmal genau gelesen) zu Kugeln gerollt und etwas flach gedrückt auf einem Backblech verteilt. Wir waren da etwas enthusiastischer und haben die Kugeln fast vollständig plattiert.

Nach 12 Minuten Backzeit sahen die Cookies so aus.Zweierlei halbfertig

Ein paar Cookies hatten leider keine Chance mehr abzukühlen, sondern fielen recht schnell einer kleinen blonden Vernichtungsmaschine zum Opfer. Der Rest wanderte auf den Ofenrost. In der Zwischenzeit habe ich Zucker zu Puderzucker gemacht und cremige Erdnussbutter untergerührt. Die Portion sah etwas mickrig aus, also haben wir direkt nochmal die Halbe Menge angerührt. Jetzt mussten wie beim Memory gleiche Pärchen gefunden werden. Oder zumindest annähernd gleich große Cookies. Eine Hälfte wurde mit Erdnussbutter bestrichen und die andere Hälfte kam obendrauf. Zweierlei fertig

Meine Kollegen haben sich wieder sehr gefreut. Aber man muss wirklich sagen, dass ungefähr zwei dieser Cookies eine vollwertige Mahlzeit ersetzen und die Mittagspause überflüssig werden lassen.

Am besten backt man sie für eine mittelgroße, sehr hungrige Meute. Lange lagern lassen sich die Kekse nämlich nicht. Sie werden nach ein paar Tagen in der Keksdose steinhart. Ihr solltet also dafür Sorge tragen, dass die Cookies möglichst bald verputzt sind.

Fröhliches Nachbacken.