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Archiv der Kategorie: Überliefertes

Cookies for Denmark

Veröffentlicht am

oder „Weihnachtsplätzchen im Januar“

in der Vorweihnachtszeit wird im Hause K. immer sehr viel gebacken. Letztes Jahr brachten wir es auf zehn Sorten, insgesamt über sieben Kilo Plätzchen. Erfahrungsgemäß bleibt auch immer etwas übrig, also habe ich letztens einem Freund versprochen ihm meine „Reste“ zu schicken. Schließlich waren bei meinem letzten Blick in die Vorräte noch zwei volle Dosen da. Leider hatte ich meine Mitbewohner nicht mit eingerechnet. Der erneute Blick offenbarte drei traurige Kokosmakronen und jede Menge Krümel.

Jetzt freute sich Dänemark aber schon auf die Plätzchen und ich bin ungern der Grund für angespannte Deutsch-Dänische-Beziehungen. Also, ran an den Herd. Nee, Stop. Erstmal überlegen, was backe ich überhaupt? Hier der Plan.

Rugalach (aus Cynthia Barcomi’s „Backen“)

Erdnuss-Cookies (aus Bernd Siefert’s „Weihnachtsbäckerei“)

Spritzgebäck (Familienrezept der Familie K.)

Die ersten beiden Rezepte findet ihr in den genannten Büchern, aber hier ist das Rezept für Spritzgebäck.

2 Pfund Mehl
1 Pfund Zucker
1 Pfund Butter
2 Eier
1 Päckchen Vanillezucker
1 Päckchen Backpulver
1 Prise Salz

In der Küchenmaschine habe ich sämtliche Zutaten miteinander verknetet (die Butter sollte unbedingt weich sein) und dann den Teig nochmal kräftig mit der Hand durchgeknetet. Anschließend kommt der Teig für mindestens zwei Stunden in den Kühlschrank.

Zeit, sich dem Teig für die Rugalach zu widmen. Feststellen, dass man für den Teig kalte, gewürfelte Butter und Frischkäse bei Zimmertemperatur braucht. Also würfel ich die Butter, stell sie danach wieder in den Kühlschrank, hole dann den Frischkäse aus dem Kühlschrank und hole das Rezept für die Erdnuss-Cookies hervor.

Am Vorabend habe ich hierfür bereits eine halbe Dose geröstete Erdnüsse unter fließend Wasser vom Salz befreit und trocknen lassen. Weiche Butter habe ich mit Creamy Erdnussbutter, Vanille-Puderzucker und Muscovadozucker schaumig geschlagen. Muscovadozucker ist ein dunkler, feuchter Rohrzucker, der kräftige Aromen nach Karamell und Lakritz hat. Deswegen sollte er auch nur sparsam eingesetzt werden. Den Vanille-Puderzucker habe ich noch von Weihnachten übrig. Dafür habe Vanilleschoten in ein Glas mit Puderzucker gelegt. Das Rezept sieht eigentlich das Mark einer Vanilleschote und Puderzucker vor, allerdings hatte ich nicht mehr genug Puderzucker da. Ich hoffe mal, dass es so auch geht. In eine andere Schüssel habe ich Mehl, Stärke, Natron, Salz und Backpulver gesiebt. Beim Sieben vermischen sich die Zutaten meiner Meinung nach am besten. Ich habe die Erdnüsse gehackt und ein Ei unter die Butter-Zucker-Mischung geschlagen. Danach habe ich die Erdnüsse und zuletzt das Mehl unter den Teig geknetet. Dann habe ich den Teig in Frischhaltefolie gewickelt und in den Kühlschrank gelegt.

Jetzt kam ich aber wirklich zum Teig für die Rugalach. Zuerst werden in einer Schüssel Mehl, Puderzucker, Salz und Vanillearoma vermischt. Das Vanillearoma bei mir ist flüssig, ich habe es mir mal aus Amerika mitbringen lassen. Dann kommen die kalte Butter und der Frischkäse dazu und werden mit Mixer oder Fingerspitzen zerkrümelt. Den im Rezept geforderten Zitronensaft habe ich durch Limettensaft ersetzt (Im Kühlschrank lag noch eine halbe Limette) und den Teig mit einer Gabel vermischt.  Dann habe ich meine Hände unter kaltem Wasser etwas abgekühlt und den Teig schnell mit den kalten Händen durchgeknetet, damit die Butter nicht schmilzt. Der Teig wird geviertelt und jedes Viertel zu einer flachen Scheibe geformt. In Frischhaltefolie gewickelt ab in den Kühlschrank.

Spritzgebäckteig für den Wolf sollte grundsätzlich nicht zu kalt sein, sonst lässt er sich nicht so leicht durchdrehen, deswegen habe ich den Teig schon mal in kleine Stücke gebrochen, damit er schneller weich wird, während ich den Fleischwolfaufsatz auf meine Küchenmaschine geschraubt habe. Den habe ich zu Weihnachten bekommen und konnte ihn so endlich samt Plätzchenvorsatz einweihen. Ich bin vollends begeistert. Ich brauch jetzt keinen „Drehlakaien“ mehr, der ingesamt 4 Kilo Teig durch den Wolf kurbelt. Naja, wenn man ehrlich ist, war ich meistens der Drehlakai.

Am besten gelingt bei uns immer die flachste Form. Die Menge reicht für 4 Bleche. Gebacken werden Sie bei 200°C für 10-12 Minuten.

Nachdem das letzte Blech im Ofen war hab ich den Wolf weggeräumt und den Erdnussteig aus dem Kühlschrank geholt. „Mit einem Eisportionierer walnussgroße Portionen auf ein Backblech setzen“ Eisportionierer ist im Hause K. keiner vorhanden, also hab ich mit der Hand Teig abgenommen und Kugeln geformt, die in der Größe zwischen einer mutierten Haselnuss und einer Walnuss liegen. Leicht flachgedrückt und bei 160°C ca. 20 Minuten in den Ofen. 

So, die ersten beiden Sorten hätte ich dann geschafft. Fehlen nur noch die Rugalach. Schokolade und Walnüsse gehackt und mit etwas Zucker vermischt. Das Rezept sieht eigentlich noch Zimt vor, aber mein Blog hat ja nicht umsonst diesen Namen. Dann habe ich eine Teigscheibe nach der anderen aus dem Kühlschrank geholt, auf einer bemehlten Arbeitsplatte ausgerollt. Mit einem Pizzaschneider habe ich sowas ähnliches wie einen Kreis aus dem Teig geschnitten. Nein, ich kann keine Kreise, also keine runden. Aber so wichtig ist das auch nicht. Hauptsache ich krieg aus diesem „Kreis“ zwölf ziemlich gleich große Dreiecke. Und das hat geklappt. Frau Barcomi möchte, dass die Dreiecke einzeln mit der Füllung bestreut werden. Schneller geht es, wenn man die Dreiecke schneidet, aber noch im Kreis zusammenlässt, dann die Füllung auf dem Kreis verteilt und dann die Dreiecke zügig von der breiten Seite her wie Croissants aufrollt. Alles, was an Füllung bei dieser Prozedur aus den Rugalach fällt, kommt wieder in die Schüssel mit der Füllung zurück. Gebacken werden die Rugalach bei 185°C für 10-15 Minuten. In meinem Ofen waren sie erst nach 17 Minuten leicht gebräunt.

So, jetzt muss ich nur noch die Erdnuss-Cookies mit Schokolade verzieren, dann wird das Päckchen gepackt und ab mit den Keksen nach Dänemark. Jetzt müsst ihr mir nur noch die Daumen drücken, dass die auch ankommen.

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