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Archiv der Kategorie: Aus dem Backbuch

Cookies for Denmark

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oder „Weihnachtsplätzchen im Januar“

in der Vorweihnachtszeit wird im Hause K. immer sehr viel gebacken. Letztes Jahr brachten wir es auf zehn Sorten, insgesamt über sieben Kilo Plätzchen. Erfahrungsgemäß bleibt auch immer etwas übrig, also habe ich letztens einem Freund versprochen ihm meine „Reste“ zu schicken. Schließlich waren bei meinem letzten Blick in die Vorräte noch zwei volle Dosen da. Leider hatte ich meine Mitbewohner nicht mit eingerechnet. Der erneute Blick offenbarte drei traurige Kokosmakronen und jede Menge Krümel.

Jetzt freute sich Dänemark aber schon auf die Plätzchen und ich bin ungern der Grund für angespannte Deutsch-Dänische-Beziehungen. Also, ran an den Herd. Nee, Stop. Erstmal überlegen, was backe ich überhaupt? Hier der Plan.

Rugalach (aus Cynthia Barcomi’s „Backen“)

Erdnuss-Cookies (aus Bernd Siefert’s „Weihnachtsbäckerei“)

Spritzgebäck (Familienrezept der Familie K.)

Die ersten beiden Rezepte findet ihr in den genannten Büchern, aber hier ist das Rezept für Spritzgebäck.

2 Pfund Mehl
1 Pfund Zucker
1 Pfund Butter
2 Eier
1 Päckchen Vanillezucker
1 Päckchen Backpulver
1 Prise Salz

In der Küchenmaschine habe ich sämtliche Zutaten miteinander verknetet (die Butter sollte unbedingt weich sein) und dann den Teig nochmal kräftig mit der Hand durchgeknetet. Anschließend kommt der Teig für mindestens zwei Stunden in den Kühlschrank.

Zeit, sich dem Teig für die Rugalach zu widmen. Feststellen, dass man für den Teig kalte, gewürfelte Butter und Frischkäse bei Zimmertemperatur braucht. Also würfel ich die Butter, stell sie danach wieder in den Kühlschrank, hole dann den Frischkäse aus dem Kühlschrank und hole das Rezept für die Erdnuss-Cookies hervor.

Am Vorabend habe ich hierfür bereits eine halbe Dose geröstete Erdnüsse unter fließend Wasser vom Salz befreit und trocknen lassen. Weiche Butter habe ich mit Creamy Erdnussbutter, Vanille-Puderzucker und Muscovadozucker schaumig geschlagen. Muscovadozucker ist ein dunkler, feuchter Rohrzucker, der kräftige Aromen nach Karamell und Lakritz hat. Deswegen sollte er auch nur sparsam eingesetzt werden. Den Vanille-Puderzucker habe ich noch von Weihnachten übrig. Dafür habe Vanilleschoten in ein Glas mit Puderzucker gelegt. Das Rezept sieht eigentlich das Mark einer Vanilleschote und Puderzucker vor, allerdings hatte ich nicht mehr genug Puderzucker da. Ich hoffe mal, dass es so auch geht. In eine andere Schüssel habe ich Mehl, Stärke, Natron, Salz und Backpulver gesiebt. Beim Sieben vermischen sich die Zutaten meiner Meinung nach am besten. Ich habe die Erdnüsse gehackt und ein Ei unter die Butter-Zucker-Mischung geschlagen. Danach habe ich die Erdnüsse und zuletzt das Mehl unter den Teig geknetet. Dann habe ich den Teig in Frischhaltefolie gewickelt und in den Kühlschrank gelegt.

Jetzt kam ich aber wirklich zum Teig für die Rugalach. Zuerst werden in einer Schüssel Mehl, Puderzucker, Salz und Vanillearoma vermischt. Das Vanillearoma bei mir ist flüssig, ich habe es mir mal aus Amerika mitbringen lassen. Dann kommen die kalte Butter und der Frischkäse dazu und werden mit Mixer oder Fingerspitzen zerkrümelt. Den im Rezept geforderten Zitronensaft habe ich durch Limettensaft ersetzt (Im Kühlschrank lag noch eine halbe Limette) und den Teig mit einer Gabel vermischt.  Dann habe ich meine Hände unter kaltem Wasser etwas abgekühlt und den Teig schnell mit den kalten Händen durchgeknetet, damit die Butter nicht schmilzt. Der Teig wird geviertelt und jedes Viertel zu einer flachen Scheibe geformt. In Frischhaltefolie gewickelt ab in den Kühlschrank.

Spritzgebäckteig für den Wolf sollte grundsätzlich nicht zu kalt sein, sonst lässt er sich nicht so leicht durchdrehen, deswegen habe ich den Teig schon mal in kleine Stücke gebrochen, damit er schneller weich wird, während ich den Fleischwolfaufsatz auf meine Küchenmaschine geschraubt habe. Den habe ich zu Weihnachten bekommen und konnte ihn so endlich samt Plätzchenvorsatz einweihen. Ich bin vollends begeistert. Ich brauch jetzt keinen „Drehlakaien“ mehr, der ingesamt 4 Kilo Teig durch den Wolf kurbelt. Naja, wenn man ehrlich ist, war ich meistens der Drehlakai.

Am besten gelingt bei uns immer die flachste Form. Die Menge reicht für 4 Bleche. Gebacken werden Sie bei 200°C für 10-12 Minuten.

Nachdem das letzte Blech im Ofen war hab ich den Wolf weggeräumt und den Erdnussteig aus dem Kühlschrank geholt. „Mit einem Eisportionierer walnussgroße Portionen auf ein Backblech setzen“ Eisportionierer ist im Hause K. keiner vorhanden, also hab ich mit der Hand Teig abgenommen und Kugeln geformt, die in der Größe zwischen einer mutierten Haselnuss und einer Walnuss liegen. Leicht flachgedrückt und bei 160°C ca. 20 Minuten in den Ofen. 

So, die ersten beiden Sorten hätte ich dann geschafft. Fehlen nur noch die Rugalach. Schokolade und Walnüsse gehackt und mit etwas Zucker vermischt. Das Rezept sieht eigentlich noch Zimt vor, aber mein Blog hat ja nicht umsonst diesen Namen. Dann habe ich eine Teigscheibe nach der anderen aus dem Kühlschrank geholt, auf einer bemehlten Arbeitsplatte ausgerollt. Mit einem Pizzaschneider habe ich sowas ähnliches wie einen Kreis aus dem Teig geschnitten. Nein, ich kann keine Kreise, also keine runden. Aber so wichtig ist das auch nicht. Hauptsache ich krieg aus diesem „Kreis“ zwölf ziemlich gleich große Dreiecke. Und das hat geklappt. Frau Barcomi möchte, dass die Dreiecke einzeln mit der Füllung bestreut werden. Schneller geht es, wenn man die Dreiecke schneidet, aber noch im Kreis zusammenlässt, dann die Füllung auf dem Kreis verteilt und dann die Dreiecke zügig von der breiten Seite her wie Croissants aufrollt. Alles, was an Füllung bei dieser Prozedur aus den Rugalach fällt, kommt wieder in die Schüssel mit der Füllung zurück. Gebacken werden die Rugalach bei 185°C für 10-15 Minuten. In meinem Ofen waren sie erst nach 17 Minuten leicht gebräunt.

So, jetzt muss ich nur noch die Erdnuss-Cookies mit Schokolade verzieren, dann wird das Päckchen gepackt und ab mit den Keksen nach Dänemark. Jetzt müsst ihr mir nur noch die Daumen drücken, dass die auch ankommen.

Andere haben Urlaub, ich backe Brot

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Logbuch des Käptens, Sternzeit 5.5/apfel/26

Oh, da hab ich jetzt zwei Sachen in einen Topf geworfen. Und eigentlich ist dies auch kein Beitrag über die längsten Sci-Fi-Serien der Welt, sondern einer übers Brotbacken. Aber mein Brotbackwochenende lässt sich am besten in Form eines Logbuchs beschreiben.

Donnerstag so gegen 19h: Frau K. ist unruhig. Nirgendwo, so scheint es, ist in dieser Galaxie Stadt am Rhein Hartweizenmehl aufzutreiben. Nun gut, der Radius ist auch auf drei Geschäfte in Ringnähe beschränkt. Also geht Frau K. in den Bioladen, nimmt 2 Pakete Hartweizen aus dem Regal, fragt nach wie fein man ihr das denn mahlen könne und lässt mahlen.

Freitag 11h: Vom russischen Konsulat und mit russischem Visum in der Tasche (bald geht’s für eine Woche nach Moskau) macht sich eine mitteljunge,vollbepackte, dynamische Buchhändlerin auf den Weg gen Norden. Im Gepäck befinden sich neben Klamotten, Büchern und Strickzeug (man muss ja irgendwie Klischees bedienen) auch 1kg vermeintliches Hartweizenmehl, 1kg Mehl Typ 1050, eine digitale Küchenwaage, 1 Liter Evian, 1 Würfel Frischhefe, 180g Gärhilfe (am Vorabend angesetzt), die Backbibel und Sascha, der Sauerteig den sie die letzten Wochen fleißig in ihrer Küche gezüchtet hat.

12.18h Ankunft am Bahnhof der Stadt die den beliebtesten OB der Republik und deren Fußballverein ein Abonnement auf Platz 7 in der zweiten Liga hat.

13.30h Das feierliche Karfreitagsmahl der Familie K. ist beendet. (Selbstverständlich gab es Fisch)

14h Die mitteljunge, dynamische Buchhändlerin schnappt sich die Backbibel, geht in die Küche, nimmt die Gärhilfe aus dem Kühlschrank, das vermeintliche Hartweizenmehl aus dem Küchenschrank, Wasser, die Küchenwaage aus dem Koffer, Milch, Olivenöl, Hefe und Salz aus weiteren Schränken und macht sich ans Werk. Als erstes steht nämlich ein Olivenölteig auf dem Programm.

Das Mehl wird abgewogen, die Hefe hineingebröckelt und das Wasser hinzugegeben. Fünfmal mit dem großen Kochlöffel gegen den Uhrzeigersinn… Nein quatsch, einfach mit dem Kochlöffel gut verrühren. Schonmal Salz, Öl und Milch abmessen und die Knethaken in das neue Handrührgerät einspannen. Den Teig 10 Minuten stehen lassen.

14.12h Salz, Öl, und Milch zu dem Teig geben und 5 Minuten ausgiebig das Handrührgerät in den Teig halten.

14.29h Der Teig hat weitere 10 Minuten geruht. Jetzt kann die Gärhilfe zerpflückt werden und mit dem Handrührgerät wieder 5 Minuten lang unter den Teig gearbeitet werden.

14.32h Das Handrührgerät ist kaputt. Jetzt wird mit der Hand weitergeknetet. (Die Knetzeit verlängert sich automatisch)

14.34h Der Teig fühlt sich sehr rau an. Ich glaube das Mehl war dann doch mehr Grieß.

14.36h „Mmmh, was ist denn Sprühöl?“ Ich beschließe das einsprühen und einpinseln so ziemlich das gleiche ist und lege den Teig in eine leicht mit Öl eingepinselte Schüssel. Jetzt noch Frischhaltefolie drüber, die Küchenuhr auf 30 Minuten stellen und ab in den Garten.

15.09h Ich schrecke hoch. Mist, jetzt hab ich fast die Masche fallen lassen. Zwei Minuten, bis ich die Reihe fertig gestrickt habe wird der Teig ja wohl warten können.

15.11h „Den Teig abschlagen“ sagt das Buch. Aha. Moment, hier stehts doch. „Dazu den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche mit den Händen zu einem Rechteck von 2,5 cm Dicke ausbreiten. Ein Drittel des Teiges zur Mitte hin falten und das gegenüberliegende Drittel darüberschlagen. Den Teig um 90 Grad drehen und erneut dreifach zusammenfalten“ Das krieg ich wohl hin. Und guck mal auf Seite 30 ist sogar eine Bild für Bild Anleitung. So, fertig. Zurück in die Schüssel Küchenuhr stellen und wieder ab in den Garten.

15.48h Ah, jetzt gleich müsste es… Jepp, da klingelt die Küchenuhr. „Ich geh eben rein und schlag den Teig ab“

16.25h s.o.

17.30h Der Teig hat eine weitere Stunde geruht. Jetzt geht es ans Portionieren. Küchenmesser raus. Einmal in der Mitte durch, jetzt sollten beide Hälften ungefähr 500g haben. Stimmt auch so in etwa. Von dem größeren Stück schneide ich getreu der Anleitung 180g ab. Als Gärhilfe für den nächsten Tag. Ich lege die Teigstücke auf ein Backblech und nehme das diesmal mit in den Garten. Der Teig soll jetzt nämlich an einem warmen Ort gehen. Und die Sonne scheint doch so schön auf den Südgarten

So richtig fluffig sehen die ja nicht aus. Mmhh, aber sie gehen auf. Mal schauen was das Backen bringt.Traveler Digital Camera

18.15h Der Ofen ist auf höchste Stufe vorgeheizt. Noch schnell zur Kontrolle einen Blick in die Backbibel werfen. „Den Garraum mit Wasser aus der Sprühflasche befeuchten“ Wo krieg ich denn jetzt ne Sprühflasche her? Ich kann doch schlecht ne alte Reinigerflasche nehmen. Zum Glück ist eine Friseurin im Haushalt. Wer also mal auf der Suche nach einer Sprühflasche ist, und die in der Gärtnerei zu groß und zu teuer sind, der findet im Friseurbedarf auch stylische und günstige Alternativen.

18.38h Das Backblech soll gedreht werden, damit die Brote gleichmäßig garen.

18.49h Fertig. Mein allererstes selbstgebackenes Brot.Gebackenes Brot

19.20h Das Brot ist etwas abgekühlt und ich kann es endlich anschneiden.

Das Brot ist so mittelknusprig und es könnte etwas luftiger sein, aber die Krume ist schön locker und es schmeckt richtig gut. Trotzdem werde ich es morgen mal mit Mehl Typ 550 versuchen, da die Wahrscheinlichkeit am Niederrhein Hartweizenmehl zu erhalten wohl gegen Null tendiert.angeschnittenes Brot

23h Ich geh jetzt ins Bett. Die Backbibel werd ich wohl auf den Nachttisch legen.

Sind wir denn noch Freunde? – Mein Abend mit Olli

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Ich habe es wieder getan, ich habe gebacken. Irgendwie wurden in meinem Umfeld schon die Stimmen „Du hast aber schon wirklich lange nichts mehr gebacken“ laut und, na ja, ich kann halt schlecht Nein sagen.

Bastelvergnügungen

Es bestand der Wunsch nach Käsekuchen, und der liebe Herr Brachat hat in seinem Cupcake Buch auch ein schönes Rezept in petto. Es gab also New York Cheesecake Cupcakes (von Seite 60)

Der Einkaufszettel war diesmal so mittellang, wobei eine gut ausgestattete Küche eigentlich fast alle Zutaten auf Vorrat hat. Ich brauchte: Zwieback, Frischkäse, Sahne, Bio-Zitronen, 1 Vanilleschote, Himbeeren und Gelierzucker 2:1. Butter, Puderzucker, Milch, Eier, Speisestärke und Salz hatte ich noch zuhause.

Gestern abend machte ich mich dann frisch ans Werk. Zuerst musste ein rundes Behältnis gefunden werden, das im Durchmesser mit dem Durchmesser der Vertiefung meines Muffinbleches korrespondiert. Gut, das ging schnell, schon der erste Versuch war ein Treffer. Es sollten nämlich Kreise aus Backpapier ausgeschnitten werden, die unten in dem Muffinblech Platz finden sollten. Ich fühlte mich dann auch etwas an die sonntäglichen Bastelvergnügungen im Hause K. erinnert. Nachdem die Bastelstunde beendet war, habe ich schon mal den Backofen auf 180°C vorgeheizt, etwas Butter in 8 der zwölf Vertiefungen gegeben und das Blech in den Ofen geschoben. Sobald die Butter geschmolzen war, habe ich die Backpapierkreise verteilt und das Blech in den Kühlschrank gestellt, damit die Butter wieder fest wird und das Backpapier schön festklebt.Brachialgewalt

In der Zwischenzeit ging es rabiat zu Gange. Es galt den Zwieback mit dem Nudelholz zu zerbröseln. Und dann… dann…. dann… wurde ich traurig. Der zerbröselte Zwieback sollte mit einem Esslöffel Puderzucker und zwei Esslöffeln Butter vermischt werden. Esslöffel? Was sind denn das für Mengenangaben? Und außerdem: soll die Butter kalt sein oder warm? Die Chemikerin in mir schrie in diesem Moment laut auf. Ja, Chemikerin. Auch wenn von meinem Chemieabitur nur die etwas seltsame Angewohnheit übrig geblieben ist, Messbecher beim Abmessen immer auf Augenhöhe zu halten und tja, mich eben über ungenaue Mengenangaben bei Backrezepten zu echauffieren, irgendwo ist sie versteckt.

Zwiebackteig

Sind der Herr Brachat und ich jetzt keine Freunde mehr? Doch schon, auch wenn mich dieses Rezept noch zwei weitere Male in helle Aufregung versetzt hat. Aber immer der Reihe nach.

Ich habe mich für warme Butter und gehäufte Esslöffel entschieden und alles mit meinem bereits hier vorgestellten Pastry Cutter zu was Teigähnlichen verarbeiten. Dieser „Teig“ wurde dann ähnlich wie bei den Apfel-Streusel-Cupcakes in die Formen verteilt und festgedrückt. Jetzt sollte der Teig für etwa zehn Minuten in den Ofen. Ja, etwa. Mein Chemikerherz verzweifelte ein zweites Mal. Ich weiß ja, dass Backöfen launisch sind und jeder da so seine Eigenarten hat (Der Schokokuchen von Alain Ducasse zum Beispiel braucht bei Alain Ducasse 90 Minuten. Mein alter Backofen schaffte den Kuchen bei gleicher Gradzahl in 45 Minuten) In meinem Ofen verweilten die Böden 9 Minuten und 12 Sekunden als mir auffiel: „Die sehen aber schon ziemlich dunkel aus.“ Also raus damit, das Thermostat auf 100°C runtergedreht und die Backofentür so lange aufgelassen, bis 100°C erreicht waren.Käsemasse

In der Zwischenzeit, habe ich Frischkäse, Milch, Sahne, 1 Ei, Zucker, Speisestärke, 1 Prise Salz, Zitronenschale und –saft in eine Rührschüssel verfrachtet. Dazu sollte komme ½ Vanilleschote. Lieber Herr Brachat, ich nehme doch an, dass Sie das Mark einer halben Vanilleschote meinen. Oder wie sollte ich die Vanilleschote sonst in die Käsemasse bekommen? Aber vier Seiten weiter, beim Rezept für die Trüffel-Cupcakes steht: „½ Vanilleschote, ausgekratztes Mark“ Warum da und nicht hier? Fragen über Fragen. Aber gut, lassen wir das an der Stelle. Ich wollte es nur mal erwähnt haben.

Alle Zutaten inklusive Vanillemark wurden verrührt und waren am Ende ziemlich flüssig. „Na, wenn das mal gut geht“, dachte ich mir und schob die befüllte Muffinform vorsichtig wieder in den Ofen. Nach 25 Minuten sollen sie dann vorläufig wieder raus und der Ofen wieder auf 170°C hochgeschaltet werden. Gesagt, getan. Irgendwann habe ich die halbwegs aufgetauten TK-Himbeeren (frische um diese Jahreszeit geht mal gar nicht) mit Zitronenschale und Gelierzucker in einen Topf geschmissen und das Beste gehofft. Dann hatte der Ofen 170°C und die Cupcakes sollten 10 Minuten fertig gebacken werden. „Sie sollten leicht Farbe angenommen haben.“ Was soll ich sagen: Pustekuchen. Nach zehn Minuten waren die Cupcakes immer noch, na ja, gelb. Auch nach 13 Minuten waren sie das. und nach 15 Minuten und auf Umluft umgeschalteten Ofen. Und nach 18 Minuten und mittlerweile 190°C. Nach zwanzig Minuten habe ich eine leichte bräunliche Färbung an einem Cupcake ausmachen können und das Blech aus dem Ofen gezogen. Cheesecake fast fertig

Die Himbeeren blubberten im Topf fröhlich vor sich hin und sollten nun püriert werden. Also, Pürierstab rein. Kurze Pause damit der Pulli direkt in der Badewanne ausgewaschen werden kann, weil Himbeerflecken so verdammt schwer raus gehen. T-Shirt angezogen, was ich sonst zum Streichen anziehen und weiter pürieren. Die noch heiße Sauce habe ich dann mühevoll durch ein kleines Haarsieb gestrichen. Warum mühevoll? Die Öse hat sich mal verabschiedet und jetzt besitzt dieses Sieb die unpassende Angewohnheit im denkbar dämlichsten Moment (ich kratze grad den Topf aus) in die Schüssel zu plumpsen. Ich habe dann die Sauce in Gläser abgefüllt und die Küche geputzt. Und die Nacht über die Küche hereinbrechen lassen.

Heute morgen dann war es soweit. Die Cupcakes waren ausgekühlt und ließen sich mit dem vorgeschlagenen kleinen Küchenmesser auch ganz hervorragend aus der Form lösen. Und das Ergebnis kann sich sehen und schmecken lassen. Ja, der Herr Brachat und ich sind noch Freunde.

Cheesecake fertig

 

Fremdgegangen

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„Du darfst andere Götter neben mir haben.“, würde Frau Deseine bestimmt zu mir sagen, wenn ich ihr beichtete. Ich habe nämlich Fremdgebacken. Aber ich konnte nicht anders. Wirklich. Es ging nicht. Dieses Buch ist einfach zu phänomenal, großartig, wundervoll…

Ollis Werk

 

räusper

Oliver Brachat ist gelernter Koch und Foodfotograf und hat bei seiner ersten Arbeit für den AT Verlag direkt ein kleines Meisterwerk geschaffen. Cupcakes heißt es einfach. Nicht „Fantastische Cupcakes für jede Gelegenheit“, nicht „Lieblings-Cupcakes“, nicht „Das bestimmt beste Cupcake Buch der Welt“. Einfach nur Cupcakes und im Untertitel „50 neue Rezeptideen“ Mir gefällt ja dieses leichte Understatement. Dabei wären die anderen Titel durchaus gerechtfertig gewesen. Denn Oliver Brachat hat das geschafft, was, meiner Meinung nach, selten jemand vor ihm geschafft hat. Er hat ein fantasievolles, abwechslungsreiches Cupcake Buch geschrieben.

Als ich im Vorfeld in meinem Freundeskreis erzählte, dass ich demnächst mal Cupcakes backen wollte, kam mir immer folgende Frage entgegen: „Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Muffins und Cupcakes?“ Achtung, jetzt folgt die eigene und vermutlich falsche Definition der Frau K.: Muffins sind ähnlich wie ein Rührteig, während Cupcakes auch aus anderen Teigen sind, eben kleine Kuchen sind.

Pastry Cutter

Wikipedia hat mich zwar grad eines besseren belehrt, aber ehrlich gesagt ist mir der Unterschied auch egal. Was ich mit Gewissheit sagen kann, ist dass Oliver Brachats Cupcakes wirklich kleine Kuchen sind, und nicht nur einfach Muffins mit tollem Icing. Denn Icing ist und bleibt am Ende doch Zucker. Brachats Cupcakes zeichnen sich aber dadurch aus, dass sie mit einer Vielzahl von verschiedenen Teigen gemacht werden. Von Streusel- über Brand-, bis Biskuitteig.

Den Anfang im Buch machen Apfel-Streusel Cupcakes und als bekennender Apfelkuchenfan, war das natürlich was für mich und musste sofort gebacken werden.

Teigschaln

Auf der Einkaufsliste standen diesmal: Butter, Mehl, Zucker, Ei, gemahlene Haselnüsse, Backpulver, Vanillezucker und Äpfel. Also hauptsächlich Sachen, die man zu Hause hat. Man braucht nicht einmal Papierförmchen.

Die einzige wirkliche Vorbereitung besteht daraus, dass man die kalte Butter würfeln und dann wieder in den Kühlschrank stellen sollte, dann hat man es später einfacher. Im Grunde werden alle Zutaten außer den Äpfeln zu Streuseln verarbeitet. Das kann man mit der Hand machen (reiben), mit der Küchenmaschine, oder sonstwie. Meine Hände sind eigentlich immer zu warm für sowas, die Butter schmilzt dann zu stark, und ich besitze keine Küchenmaschine, deswegen benutze ich für sowas immer einen pastry cutter, den ich mir vor ein paar Jahren mal in England zugelegt habe.

Apfel

Sind die Streusel fertig, packt man in die Vertiefungen eines normalen 12er Muffinblechs jeweils einen Esslöffel Teig. Im Rezept steht, die Menge reicht für 8 Cupcakes. Bei mir waren es 10. Jetzt drückt man den Teig am Boden und und am Rand fest, sodass man eine Art Schale hat. Dann werden die Äpel geschält und ziemlich klein geschnippelt (Anbei das Angeberfoto. Ja, ich kann die Schale in einem Stück abschälen) und mit einer homöopathischen Dosis Zimt und einer guten Prise Muskat vermischt. Im Rezept steht 1/4 TL Zimt, aber das geht gegen meine religiösen Überzeugungen. Der Muskat hingegen ist meine eigene Idee. Passt einfach fantastisch in Apfelkuchen. Die Äpfel werden mit dem restlichen Teig vermischt und die Muffinform damit aufgefüllt. Ist ein ziemliches Rumgekrümel, aber Ruck-Zuck gemacht.

Jetzt verschwinden die Cupcakes für eine gute halbe Stunde in den Ofen. Sofort nachdem ich die Form aus dem Ofen geholt habe, setze ich ein vorsichtig ein Kuchengitter drauf und drehe sie um. Leicht geklopft und alle Cupcakes lösen sich anstandslos aus der Form. Meine kurzzeitige Eingangsparanoia („Oh, sollte ich die Form nicht lieber buttern und mehlen?“) war vollkommen unbegründet.ASC ungebacken

Die Cupcakes sind echt der Knaller. Am besten noch leicht warm essen. Oder eben kurz in der Mikrowelle aufwärmen. Herr Brachat empfiehlt dazu Zimteis. Aber, es sind schon genügend unschuldige Apfelkuchen mit Zimt und/oder Marzipan verdorben worden. Ein paar geröstete Mandelblättchen hingegen…

Viel Spaß beim Nachbacken.

P.S.: Mir gefällt das Buch übrigens so gut, dass ich noch weitere Sachen backen werde. Vorschläge werden über die Kommentarfunktion entgegengenommen.Apfel Streusel Cupcake

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Erdnussbutter-Cookies mit zweierlei Schokolade

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oder „How to bespaß a 15jährige.“

Letzte Woche hatte ich Besuch. Ein Ferienkind, wie mein Kollege so schön sagte. Für eine Woche sollte meine 15jährige Cousine bei mir bleiben. Ich hatte in der Vergangenheit schon öfter auf sie aufgepasst, das ist allerdings schon etwas länger her. So vollpubertär ist sie ein vollkommen neues Erlebnis. Man (sie) möchte schließlich unterhalten werden. Und so hab ich in der letzten Woche: Lasagne, Karamellpopcorn, einen „Beautyabend“ und eben Erdnussbutter-Cookies mit zweierlei Schokolade aus I Love Cake fabriziert. Gibt es eigentlich ein Buch zu dem Thema „How to bespaß a 15jährige“? Sollte es auf jeden Fall. Vielleicht so n netten kleinen GU Ratgeber für € 7,99. Am besten im Doppelpack mit der „Anti-Stress-Diät“.

Aber Backen entspannt ja bekanntlich auch und Backen geht immer und entspannen ist auch immer gut.

Traveler Digital Camera

Dieses Mal war das Backen tatsächlich etwas „aufwändiger“. Man braucht ganze 10 Zutaten für die Cookies. Los ging es mit dem bekannten Butter und Zartbitterschokolade Schmelzen in der Mikrowelle. („Aber die Butter ist doch viel eher geschmolzen, warum machst du nicht zuerst die Schokolade rein?“ -“Genau deswegen. Die Schokolade schmilzt dann in der flüssigen Butter und kann nicht anbrennen“)

Zucker und Eier unterrühren, und diesmal durfte mein Handrührgerät ran. Nachdem Mehl, Kakaopulver („Ich hab dir ja gesagt, zieh was an, dass dreckig werden darf.“) und Backpulver ihren Weg in den Teig gefunden hatten, war der Teig sehr zäh und ich hatte Mühe die klein gewürfelte Vollmilchschokolade mit dem Kochlöffel unterzuheben.

Es schmeckt

(„Warum nimmst du denn richtige Schokolade und keine Kuvertüre? Geht das überhaupt?“- „Ich nehm immer richtige Schokolade und Frau Deseine hat sich noch nie beschwert!“) Aber schließlich war es geschafft. Das Ergebnis sah allerdings alles andere als lecker aus. Eventuelle Assoziationen bitte ich schnellstmöglich zu unterbinden.

Geschmeckt hat es auch schon so. Meine Cousine kann das bestätigen.

Jetzt wurden teelöffelgroße Portionen (ich hab diesmal genau gelesen) zu Kugeln gerollt und etwas flach gedrückt auf einem Backblech verteilt. Wir waren da etwas enthusiastischer und haben die Kugeln fast vollständig plattiert.

Nach 12 Minuten Backzeit sahen die Cookies so aus.Zweierlei halbfertig

Ein paar Cookies hatten leider keine Chance mehr abzukühlen, sondern fielen recht schnell einer kleinen blonden Vernichtungsmaschine zum Opfer. Der Rest wanderte auf den Ofenrost. In der Zwischenzeit habe ich Zucker zu Puderzucker gemacht und cremige Erdnussbutter untergerührt. Die Portion sah etwas mickrig aus, also haben wir direkt nochmal die Halbe Menge angerührt. Jetzt mussten wie beim Memory gleiche Pärchen gefunden werden. Oder zumindest annähernd gleich große Cookies. Eine Hälfte wurde mit Erdnussbutter bestrichen und die andere Hälfte kam obendrauf. Zweierlei fertig

Meine Kollegen haben sich wieder sehr gefreut. Aber man muss wirklich sagen, dass ungefähr zwei dieser Cookies eine vollwertige Mahlzeit ersetzen und die Mittagspause überflüssig werden lassen.

Am besten backt man sie für eine mittelgroße, sehr hungrige Meute. Lange lagern lassen sich die Kekse nämlich nicht. Sie werden nach ein paar Tagen in der Keksdose steinhart. Ihr solltet also dafür Sorge tragen, dass die Cookies möglichst bald verputzt sind.

Fröhliches Nachbacken.

Irgendwie sahen die anders aus

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Jedes Jahr so Anfang Oktober stelle ich mir dieselbe Frage: Ist es zu früh für Kekse? – Nein! Muss die Antwort hierauf lauten, für Kekse ist es nie zu früh.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich spreche hier nicht von Plätzchen, sondern von Keksen. Wo da der Unterschied ist? Wikipedia sagt, dass alle Kekse Plätzchen sind, aber nicht alle Plätzchen Kekse. Alles klar?

Ich sage: Plätzchen gibt es in der Weihnachtszeit, Kekse das ganze Jahr. Und um euch ganz zu verwirren habe ich mir „I Love Cake“ geschnappt und die Chocolate Chip Cookies von Seite 126 gebacken.

Sind denn Cookies jetzt Plätzchen oder Kekse? – Ruhe!!

Dieses Mal brauchte das Backen etwas mehr Vorbereitung. Vergeoise-Zucker stand im Rezept. Das ist ein französischer, feuchter Rübenzucker mit hohem Karamell- und Melasseanteil. Zur Not kann man den wohl auch durch Melasse oder Rübenkraut ersetzen. Das musste ich aber nicht ausprobieren, da eine Freundin bei ihrer Frankreichreise an mich gedacht hatte. Schokotröpfchen hatte ich ebenfalls schon gekauft und Butter und Eier sind eh immer im Kühlschrank. Prima, dachte ich mir, da kannst du doch am Sonntag schön Cookies backen, ist ja alles zu Hause. Denkste, ich hatte eine Zeile im Rezept übersehen: ½ TL natürlicher Vanilleextrakt. Mmmpf. Wo krieg ich den denn jetzt her?

Aber Improvisation ist ja sowas wie mein zweiter Vorname, und nach einem kurzen Blick in mein Vorratsregal beschloss ich den im Rezept verlangten Rohzucker zusammen mit einem Stücke Vanilleschote einzudosen auf das Vanillerohzucker daraus werde. Als nächstes wog ich schonmal die Butter ab, denn Frau Deseine verlangte im Rezept ausdrücklich weiche Butter. Das war’s dann aber mit der Vorbereitung und ich konnte es mir erstmal wieder mit Tee und Fieberthermometer auf der Couch gemütlich

machen. Schließlich sollte mit den Chocolate Chip Cookies 12 Stunden fieberfrei gefeiert werden, da darf man sich ja nicht selbst betuppen. Aber mein Imunsystem war artig.

Chocolate Chip roh

Zwei Stunden später betrat ich erneut die Küche und machte mich ans Backen. Zuerst wurde die Butter mit Vanilleroh- und Vergeoise-Zucker schaumig geschlagen. „Bis sich das Volumen verdoppelt hat“, stand Frau Deseine mit erhobenem Zeigefinger hinter mir. Also schlug ich den größten Teil von „Sigh No More“ lang, plus komplett durch „The Cave“ von Mumford & Sons durch. Ich nehme solche Anweisungen meistens sehr ernst, vor allem, wenn ich mir einbilde den Sinn dahinter zu erkennen. „Auf der Zunge zergehen“ sollten die Cookies. Da kann es doch bestimmt nicht schaden, wenn ordentlich Luft unter der Butter ist.

Dann die Eier drunterschlagen. Die sollten vorher „verklopft“ werden, vermutlich damit sie sich sofort besser verteilen und ich nicht direkt die ganze Luft wieder rausschlage. Bei uns heißt das auf jeden Fall „verklappern“ und ich habs mal brav getan. Danach sollten Mehl, Backpulver und Schokotröpfchen nur zärtlich untergehoben werden, et voilà: fertig.

Der Backofen war auf 190°C vorgeheizt und meine beiden Backbleche standen mit Backpapier bestückt da. Als nächstes sollte ich eine wichtige Lektion lernen: Wenn im Rezept steht: Esslöffelgroße Kleckse Teig auf dem Backblech verteilen, bedeutet das anscheinend, dass die Kleckse die Größe von Esslöffeln haben sollten. Und nicht, einen guten Esslöffel voll Teig großzügig verteilen. Denn nach 9 Minuten im Ofen waren meine Kekse handgroß – und ich rede hier von meinen Riesenpranken – ja fast schon kinderkopfgroß. Und sie sahen überhaupt nicht aus wie auf dem Foto im Buch. Kein bisschen. Was war ich denn stolz auf mich, die letzten Male. Alles umsonst? Ja, die Cookies waren wahnsinnig lecker. Zart und leicht und zergingen auf der Zunge, aber sie sahen nunmal komplett anders aus. Ich werd noch ein bisschen üben müssen.Sven

Aber ich frage euch? Woran hat es gelegen? Mmh, eigentlich sollte jetzt ein Foto der fertig gebackenen Kekse diesen Blog zieren, aber meine Mitbewohner waren schneller. Merke: das Blech zum Auskühlen nicht in der Küche stehen lassen. Stattdessen ein Bild von Sven mit Keks im Bauch.

Nur nicht unter Druck setzen lassen

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Ich hatte ja groß getönt, mich nicht unter Druck zu setzen oder setzen zu lassen was mein Backprojekt angeht. Jetzt ist es doch geschehen. Hat ja wahnsinnig lange gehalten, der Vorsatz *mmpf*

Gestern abend gegen halb sieben war ich noch unterwegs, als mir einfiel, dass ich meinen Kollegen heute einen Kuchen versprochen hatte. Ich schwankte zwischen „Mir doch egal“ und „Du musst schon einen Kuchen mitbringen“. Was soll ich sagen: letzteres hat gewonnen. Da gestern Abend weder Zeit noch Lust in übergroßem Maße vorhanden waren, musste es etwas Einfaches und Schnelles sein. Außerdem war mein Rucksack ziemlich vollgestopft, also musste es etwas sein für das ich nicht mehr großartig einkaufen musste. Der Susanne und der Mrs. Wordmountain hatte ich was Schokoladiges versprochen. Die drei Kriterien für das gestrige Rezept waren also gesetzt. Zufällig war grad ein Exemplar von „I Love Cake“ in der Nähe, wo ich meine Nase reinsteckte. Sofort wurde ich auch fündig. Deswegen heißt mein Rezept heute:

Nathalies Schokofondant-Kuchen
(von Seite 80)

Seite 80

Wer Nathalie ist? Keine Ahnung. Ich habe in dem Buch keinen Hinweis darauf gefunden. Aber das war mir ehrlich gesagt auch egal. Die Zubereitungszeit klang mit 5 Minuten sehr vielversprechend und es wurden lediglich 5 Zutaten verlangt. Alles, bis auf Schokolade, hatte ich noch zu Hause.  (Schokolade ist irgendwie immer so schnell aufgegessen abgelaufen…) Schoki kriegt man aber zur Not noch am Kiosk um die Ecke, was dieses Rezept zu einem idealen „Samstagabend-Morgen-kommt-Oma-ich-muss-noch-Kuchen-backen-aber-die-Geschäfte-sind-schon-zu-und-eigentlich-würde-ich-jetzt-lieber-tanzen-gehen“-Kuchen macht. Die Schokolade in der Jackentasche kam ich zu Hause an und machte mich direkt an den üblichen Küchenaufbau. Das Rezept ist eher am Anfang des Buches und daher reichte es diesmal, das Buch mit Schere und Dosenöffner zu fixieren. Es würde ja eh nicht lange da stehen, wenn Frau Deseines versprochene Zubereitungszeit von 5 Minuten tatsächlich zutreffend war.

Zuerst schmolz ich Butter zusammen mit der Schokolade in der Mikrowelle. Da unsere Mikrowelle etwas störrisch ist und nur die Tasten 1,3 und 7 funktionieren, erhitzte ich die Butterschokolade 3 mal für 33 Sekunden und rührte zwischendurch gut um. Um den Zucker in die Masse zu rühren habe ich einen Schneebesen genommen, damit sich schonmal so viel wie möglich von dem Zucker auflöst. Für die Zugabe der Eier empfiehlt Frau Deseine einen Kochlöffel und who am I to argue? Ich nahm also meinen zweitliebsten Kochlöffel (den mit dem Loch drin) und rührte ein Ei unter die Masse. Und noch eins. Und noch eins. Insgesamt 5 Eier wurden in dem Teig schön brav nacheinander untergebracht. Mmh, 5 Zutaten, 5 Minuten, 5 Eier. Ich fänd ja Schoko 53 wäre ein toller Name für den Kuchen.

rohe Seite 80

Aber das nur am Rande. Der Teig wurde immer zäher, begann zu glänzen, der Zucker löste sich weiter auf und meine Augen wurden größer und größer. Wenn der Kuchen nur halb so gut schmecken würde, wie er im rohen Zustand aussah, würde es ein voller Erfolg werden. Abgerundet wurde der Teig von einer Prise Mehl. Meine heißgeliebte Pieform hatte ich schon vorher eingefettet und nach Frau Deseines Rat mit Backpapier versehen. Schnell wurde der Teig in die Form gefüllt und ich widerstand sogar der Versuchung den Teigschaber abzulecken. gebackene Seite 80

Der Ofen war vorheizt und bereit für den Kuchen. 22 Minuten – länger nicht sollte der Kuchen im  Ofen verweilen. „Die Mitte muss noch flüssig  sein“  Nun gut, nach 22 Minuten in meinem Ofen  ist der Kuchen bis auf die Oberfläche noch  komplett flüssig, also verlängerte ich die Backzeit  um 5 Minuten. Das Gebilde war zwar immer noch  etwas fragil, wackelte aber nicht mehr ganz so  gefährlich wie 5 Minuten zuvor. Laut Frau  Deseine sollte der Kuchen sofort aus der Form  geholt werden und auf einem Kuchengitter zum Abkühlen Platz nehmen. Gut, Kuchengitter hab ich nicht, aber der Ofenrost tut es bestimmt auch. Beim Hantieren mit Pfannenwender, Kuchenform und Topfuntersetzer verbrannte ich mir den Zeigefinger (Das war aber eigene Blödheit.) und eine Hand mehr wär auch nicht schlecht gewesen. Ich beschloss, das mit dem „aus der Form holen“ etwas freier zu interpretieren, da dieser Ofenrost schon in der WG war als ich eingezogen bin. Also blieb das Backpapier drunter. Fertig! Tatsächlich fertig! Der Blick auf die Uhr verkündete mir, dass es bereits viertel vor zehn war. Aber ich hatte ja auch erst nach neun angefangen. Und ich habe die veranschlagten 5 Minuten überschritten. Dennoch finde ich, dass es ein prima „Auf die Schnelle“-Rezept für abends vor dem Weggehen ist. Der Zeitplan: Schokolade schmelzen, währenddessen Klamotten raussuchen. Den Teig anrühren und in den Ofen schieben. Küchenuhr gestellt und ab unter die Dusche. Mit Bademantel in die Küche um den Kuchen aus dem Ofen zu holen. In Ruhe anziehen, schminken, etc. Wenn man nachts nach Hause gekommen ist, schnell den Kuchen mit Folie abdecken und am nächsten Tag hat man einen absolut fantastischen Kuchen für die liebe Verwandtschaft. Oder die Freunde. Oder, wie in meinem Fall, die Kollegen.

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Ja, der Kuchen ist wirklich so lecker wie er aussieht. Außen leicht knusprig, in der Mitte zart schmelzend und unglaublich cremig. Genau das Richtige für unseren Schokoholic Frau Seidel. Fazit: Oh ja!Frau S isst Seite 80