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Monatsarchiv: Dezember 2011

Selleriebekanntschaft

Veröffentlicht am

Heute morgen traf ich in der Bahn zur Arbeit meine Selleriebekanntschaft wieder.

Wie? Ihr wisst nicht, was eine Selleriebekanntschaft ist? Das ist eigentlich eine ganz lustige Geschichte.

Es begab sich also zu der Zeit, dass es Samstagnachmittag war und die Frau K. nach der Arbeit und einem kurzen Aufenthalt in dem Wollladen ihres Vertrauens auf dem Weg nach Hause noch einen Abstecher in den Supermarkt machte. Die Frau K. wollte am Wochenende nämlich Lasagne kochen. Im Supermarkt sortierte sie erstmal im Kopf die Einkaufsliste: Rinderhack, Tomaten, Möhren, Staudensellerie, Milch, Käse. Und als sie dann in der Gemüseabteilung zwei schöne Möhren raussuchte, nahm sie im Augenwinkel wahr, dass ihr grad der letzte Staudensellerie vor der Nase weggeschnappt wurde. So ein Ärger aber auch. Aber die Frau K. wollte jetzt auch nicht wieder den Menüplan umschmeißen. Gab es halt Lasagne ohne Staudensellerie.

Und so wanderte sie weiter durch den Supermarkt zur Fleischtheke. Vor dem Hackfleisch traf sie ihn dann wieder: den Sellerie-vor-der-Nase-Wegschnapper. Soll sie, oder soll sie nicht, dachte sie. Ach egal. „Entschuldigen Sie, das klingt jetzt vielleicht etwas verrückt, aber ich glaube, wir kochen das gleiche“ Leicht verwirrter Blick auf der anderen Seite. „Lasagne?“, sagte da die Frau K. „Ja, stimmt“, sagte das Gegenüber. „Die Sache ist nämlich die“, setzte die Frau K. wieder an „sie haben mir sozusagen den letzten Staudensellerie vor der Nase weggeschnappt, als ich an den Möhren stand. Und als ich Sie hier am Hackfleisch wiedertraf dachte ich, dass man für Lasagne ja nur so ein, zwei Stangen Sellerie braucht. Können wir vielleicht teilen?“ Gut, das Gegenüber war etwas perplex, sagte dann aber: „Stimmt, Möhren brauch ich ja auch noch. Klar können wir teilen“ Es war also abgemacht. Man verabredete sich hinter der Kasse zu treffen um die Übergabe zu machen. Aber da man ja das gleiche kochte, also auch die gleichen Zutaten brauchte, lief man sich sowieso die ganze Zeit im Supermarkt über den Weg. Die Frau K. war dann aber doch etwas eher fertig und wartete hinter der Kasse. Von der Selleriebekanntschaft bekam sie dann drei Stangen Sellerie und konnte so ihre Lasagne kochen. Und ab und zu sieht man sich morgens in der Straßenbahn, lächelt sich zu, wechselt ein paar Worte, wünscht sich einen schönen Tag und freut sich über die netten Menschen, die es gibt.

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