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Andere haben Urlaub, ich backe Brot

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Logbuch des Käptens, Sternzeit 5.5/apfel/26

Oh, da hab ich jetzt zwei Sachen in einen Topf geworfen. Und eigentlich ist dies auch kein Beitrag über die längsten Sci-Fi-Serien der Welt, sondern einer übers Brotbacken. Aber mein Brotbackwochenende lässt sich am besten in Form eines Logbuchs beschreiben.

Donnerstag so gegen 19h: Frau K. ist unruhig. Nirgendwo, so scheint es, ist in dieser Galaxie Stadt am Rhein Hartweizenmehl aufzutreiben. Nun gut, der Radius ist auch auf drei Geschäfte in Ringnähe beschränkt. Also geht Frau K. in den Bioladen, nimmt 2 Pakete Hartweizen aus dem Regal, fragt nach wie fein man ihr das denn mahlen könne und lässt mahlen.

Freitag 11h: Vom russischen Konsulat und mit russischem Visum in der Tasche (bald geht’s für eine Woche nach Moskau) macht sich eine mitteljunge,vollbepackte, dynamische Buchhändlerin auf den Weg gen Norden. Im Gepäck befinden sich neben Klamotten, Büchern und Strickzeug (man muss ja irgendwie Klischees bedienen) auch 1kg vermeintliches Hartweizenmehl, 1kg Mehl Typ 1050, eine digitale Küchenwaage, 1 Liter Evian, 1 Würfel Frischhefe, 180g Gärhilfe (am Vorabend angesetzt), die Backbibel und Sascha, der Sauerteig den sie die letzten Wochen fleißig in ihrer Küche gezüchtet hat.

12.18h Ankunft am Bahnhof der Stadt die den beliebtesten OB der Republik und deren Fußballverein ein Abonnement auf Platz 7 in der zweiten Liga hat.

13.30h Das feierliche Karfreitagsmahl der Familie K. ist beendet. (Selbstverständlich gab es Fisch)

14h Die mitteljunge, dynamische Buchhändlerin schnappt sich die Backbibel, geht in die Küche, nimmt die Gärhilfe aus dem Kühlschrank, das vermeintliche Hartweizenmehl aus dem Küchenschrank, Wasser, die Küchenwaage aus dem Koffer, Milch, Olivenöl, Hefe und Salz aus weiteren Schränken und macht sich ans Werk. Als erstes steht nämlich ein Olivenölteig auf dem Programm.

Das Mehl wird abgewogen, die Hefe hineingebröckelt und das Wasser hinzugegeben. Fünfmal mit dem großen Kochlöffel gegen den Uhrzeigersinn… Nein quatsch, einfach mit dem Kochlöffel gut verrühren. Schonmal Salz, Öl und Milch abmessen und die Knethaken in das neue Handrührgerät einspannen. Den Teig 10 Minuten stehen lassen.

14.12h Salz, Öl, und Milch zu dem Teig geben und 5 Minuten ausgiebig das Handrührgerät in den Teig halten.

14.29h Der Teig hat weitere 10 Minuten geruht. Jetzt kann die Gärhilfe zerpflückt werden und mit dem Handrührgerät wieder 5 Minuten lang unter den Teig gearbeitet werden.

14.32h Das Handrührgerät ist kaputt. Jetzt wird mit der Hand weitergeknetet. (Die Knetzeit verlängert sich automatisch)

14.34h Der Teig fühlt sich sehr rau an. Ich glaube das Mehl war dann doch mehr Grieß.

14.36h „Mmmh, was ist denn Sprühöl?“ Ich beschließe das einsprühen und einpinseln so ziemlich das gleiche ist und lege den Teig in eine leicht mit Öl eingepinselte Schüssel. Jetzt noch Frischhaltefolie drüber, die Küchenuhr auf 30 Minuten stellen und ab in den Garten.

15.09h Ich schrecke hoch. Mist, jetzt hab ich fast die Masche fallen lassen. Zwei Minuten, bis ich die Reihe fertig gestrickt habe wird der Teig ja wohl warten können.

15.11h „Den Teig abschlagen“ sagt das Buch. Aha. Moment, hier stehts doch. „Dazu den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche mit den Händen zu einem Rechteck von 2,5 cm Dicke ausbreiten. Ein Drittel des Teiges zur Mitte hin falten und das gegenüberliegende Drittel darüberschlagen. Den Teig um 90 Grad drehen und erneut dreifach zusammenfalten“ Das krieg ich wohl hin. Und guck mal auf Seite 30 ist sogar eine Bild für Bild Anleitung. So, fertig. Zurück in die Schüssel Küchenuhr stellen und wieder ab in den Garten.

15.48h Ah, jetzt gleich müsste es… Jepp, da klingelt die Küchenuhr. „Ich geh eben rein und schlag den Teig ab“

16.25h s.o.

17.30h Der Teig hat eine weitere Stunde geruht. Jetzt geht es ans Portionieren. Küchenmesser raus. Einmal in der Mitte durch, jetzt sollten beide Hälften ungefähr 500g haben. Stimmt auch so in etwa. Von dem größeren Stück schneide ich getreu der Anleitung 180g ab. Als Gärhilfe für den nächsten Tag. Ich lege die Teigstücke auf ein Backblech und nehme das diesmal mit in den Garten. Der Teig soll jetzt nämlich an einem warmen Ort gehen. Und die Sonne scheint doch so schön auf den Südgarten

So richtig fluffig sehen die ja nicht aus. Mmhh, aber sie gehen auf. Mal schauen was das Backen bringt.Traveler Digital Camera

18.15h Der Ofen ist auf höchste Stufe vorgeheizt. Noch schnell zur Kontrolle einen Blick in die Backbibel werfen. „Den Garraum mit Wasser aus der Sprühflasche befeuchten“ Wo krieg ich denn jetzt ne Sprühflasche her? Ich kann doch schlecht ne alte Reinigerflasche nehmen. Zum Glück ist eine Friseurin im Haushalt. Wer also mal auf der Suche nach einer Sprühflasche ist, und die in der Gärtnerei zu groß und zu teuer sind, der findet im Friseurbedarf auch stylische und günstige Alternativen.

18.38h Das Backblech soll gedreht werden, damit die Brote gleichmäßig garen.

18.49h Fertig. Mein allererstes selbstgebackenes Brot.Gebackenes Brot

19.20h Das Brot ist etwas abgekühlt und ich kann es endlich anschneiden.

Das Brot ist so mittelknusprig und es könnte etwas luftiger sein, aber die Krume ist schön locker und es schmeckt richtig gut. Trotzdem werde ich es morgen mal mit Mehl Typ 550 versuchen, da die Wahrscheinlichkeit am Niederrhein Hartweizenmehl zu erhalten wohl gegen Null tendiert.angeschnittenes Brot

23h Ich geh jetzt ins Bett. Die Backbibel werd ich wohl auf den Nachttisch legen.

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