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Sorry, aber Ostern fällt aus

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Ich muss etwas gestehen. Es ist relativ ernst und mir auch ziemlich unangenehm. Mein Name ist Frau K., ich arbeite seit anderthalb Jahren in dem Kölner Kochbuchladen und schluck habenochniewasvonJamieOlivergekocht.

Nicht, dass ich eine Abneigung gegen ihn hätte. Ich habe auch schon viel Gutes über ihn gehört. Viele meiner Freunde sind von den Rezepten echt begeistert, aber es kam bislang noch zu keiner Zusammenarbeit zwischen uns beiden.

Jetzt gibt es seit ungefähr zwei Wochen das in England schon erfolgreiche „Jamie“-Magazin auch auf deutsch. Es liegt in dezentem Rosa auf der Theke und starrt mich an, ja verleitet gerade zum Durchblättern. Das Heft ist komplett durchgestylt, eben wie die Jamie Kochbücher auch und macht Lust auf Nachkochen. Bei einem Rezept hatte er mich dann: Lemon Ripple Tart – Marmorierte Zitronen Tarte. Gut, das Heft musste mit.

Beim Schreiben meiner Einkaufsliste war ich dann aber etwas schockiert. Man braucht unter anderem 13 Eier und 1 Pfund Butter. wow Dafür musste ich in Etappen einkaufen gehen. Erst die Butter,1,5 kg Zitronen und Himbeeren, später dann 20 Eier und ein Kilo Zucker.

Am Abend machte ich mich dann frisch ans Werk. Mehl, Puderzucker und gewürfelte Butter mit meinem Pastry Cutter bearbeiten, Eier mit Milch verklappern, untermischen, gut durchkneten, Frischhaltefolie drum und ab in den Kühlschrank.

Angie

Dann wurde ich bekocht. Insofern machte ich mich erst sehr spät an die weitere Zubereitung. Der Teig ließ sich wirklich wunderbar ausrollen. Er war sehr schön elastisch und riss gar nicht. Als ich allerdings die gewünschte Stärke von 5mm erreicht hatte, konnte ich meinen Küchentisch nicht mehr sehen. Selbst nachdem ich den Teig in die Form gebracht hatte (Was wirklich sehr einfach war), ragte er noch ungefähr 15cm an jeder Seite über. Ich habe den überstehenden Teig mal abgeschnitten, durchgeknetet und eingefroren. Das reicht locker noch für ne zweite Tarte.

Beim Blindbacken stellte ich dann fest, dass der Teig sich stark zusammenzieht. Das nächste Mal werde ich wohl die Ränder etwas weiter überstehen lassen.

Jetzt ging es an die Lemon Curd. Die Bio-Zitronen habe ich heiß abgewaschen und abgetrocknet, dann abgerieben und ausgepresst. Aus Platzgründen hatte ich die Zitronenarmee vorher um meinen Wasserkocher gruppiert. Dazu ein Kommentar meiner Mitbewohnerin: „Oh, guck mal wie süß sich die Zitronen um den Wasserkocher tummeln. Als ob er ihre Mami wär.“ Ähh – ja. Wenn du meinst 🙂

5 Zitronen brachten die erforderliche Menge auf. Herr Oliver empfiehlt die Zutaten (Zucker, Vanillemark, Zitronensaft und-schale, 5 Eier und 6 Eigelb) in einen schweren Topf zu geben. Mein schwerster Topf ist kupferbeschichtet und fasst ungefähr zwei Liter. Bei milder Hitze schlug ich die Eiermasse dann auf. Und schlug und schlug. Und schlug. Arcade Fire waren inzwischen schon zum zweiten Mal in Haiti angekommen und die Eimasse machte immer noch keine Anstalten dick zu werden. Jetzt reichts, dachte ich mir, nahm meine Metallschüssel, einen Topf mit heißem Wasser und schlug über dem heißen Wasserbad weiter. Das war auch nur mäßig erfolgreich. Dann dachte ich: „Was solls“ und nahm den Fünf-Liter-Topf aus dem Regal. Und siehe da: nur zehn Minuten später dickte die Eimasse etwas ein. Das wurd auch langsam Zeit, mein Arm fühlte sich schon wie Pudding an. Oh, verflixt. Jetzt musste noch ein zimmerwarmes halbes Pfund Butter untergeschlagen werden. Das große Rühren ging also weiter.Lemon Curd

Mein Rat an euch: Nehmt direkt den Fünf-Liter-Topf.

Währendessen kochten auf der hinteren Herdplatte lustig Himbeeren mit einem EL Zucker vor sich hin. Da brauchte ich mich zum Glück nicht weiter drum zu kümmern. Gelegentlich mal umrühren, und wenn das Ganze die Konsistenz von Marmelade hat, in ein Schraubglas füllen.

Gegen ein Uhr heute morgen war ich mit der ganzen Geschichte fertig, die Lemon Curd stand zum Auskühlen auf dem Küchentisch und ich ging ins Bett.

Heute morgen habe ich dann erst meinen Sauerteig gefüttert (Nein, keinen Hermann. Ein Projekt aus der Backbibel. In Kürze erfahrt ihr mehr) und dann die Lemon Curd passiert, damit die Zitronenschale da raus kommt. Den Bausatz noch schnell in den Rucksack und hinaus in die Sonne.

Da diese Tarte geschätzte 8 Milliarden Kalorien hat (wir erinnern uns an 13 Eier, 1 Pfund Butter und über 1/2 Pfund Zucker) bin ich dann heute auch mal mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren. Aber es hat sich gelohnt. Allerdings habe ich den Weltvorrat an Eiern verbraucht, deswegen muss Ostern leider ausfallen. Sorry. Ich hab wohl noch genug Teig, Lemon Curd und Himbeersauce für eine zweite Tarte, falls jemand auf Eier-Entzug ist.Lemon Ripple Tarte

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