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Fremdgegangen

Veröffentlicht am

„Du darfst andere Götter neben mir haben.“, würde Frau Deseine bestimmt zu mir sagen, wenn ich ihr beichtete. Ich habe nämlich Fremdgebacken. Aber ich konnte nicht anders. Wirklich. Es ging nicht. Dieses Buch ist einfach zu phänomenal, großartig, wundervoll…

Ollis Werk

 

räusper

Oliver Brachat ist gelernter Koch und Foodfotograf und hat bei seiner ersten Arbeit für den AT Verlag direkt ein kleines Meisterwerk geschaffen. Cupcakes heißt es einfach. Nicht „Fantastische Cupcakes für jede Gelegenheit“, nicht „Lieblings-Cupcakes“, nicht „Das bestimmt beste Cupcake Buch der Welt“. Einfach nur Cupcakes und im Untertitel „50 neue Rezeptideen“ Mir gefällt ja dieses leichte Understatement. Dabei wären die anderen Titel durchaus gerechtfertig gewesen. Denn Oliver Brachat hat das geschafft, was, meiner Meinung nach, selten jemand vor ihm geschafft hat. Er hat ein fantasievolles, abwechslungsreiches Cupcake Buch geschrieben.

Als ich im Vorfeld in meinem Freundeskreis erzählte, dass ich demnächst mal Cupcakes backen wollte, kam mir immer folgende Frage entgegen: „Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Muffins und Cupcakes?“ Achtung, jetzt folgt die eigene und vermutlich falsche Definition der Frau K.: Muffins sind ähnlich wie ein Rührteig, während Cupcakes auch aus anderen Teigen sind, eben kleine Kuchen sind.

Pastry Cutter

Wikipedia hat mich zwar grad eines besseren belehrt, aber ehrlich gesagt ist mir der Unterschied auch egal. Was ich mit Gewissheit sagen kann, ist dass Oliver Brachats Cupcakes wirklich kleine Kuchen sind, und nicht nur einfach Muffins mit tollem Icing. Denn Icing ist und bleibt am Ende doch Zucker. Brachats Cupcakes zeichnen sich aber dadurch aus, dass sie mit einer Vielzahl von verschiedenen Teigen gemacht werden. Von Streusel- über Brand-, bis Biskuitteig.

Den Anfang im Buch machen Apfel-Streusel Cupcakes und als bekennender Apfelkuchenfan, war das natürlich was für mich und musste sofort gebacken werden.

Teigschaln

Auf der Einkaufsliste standen diesmal: Butter, Mehl, Zucker, Ei, gemahlene Haselnüsse, Backpulver, Vanillezucker und Äpfel. Also hauptsächlich Sachen, die man zu Hause hat. Man braucht nicht einmal Papierförmchen.

Die einzige wirkliche Vorbereitung besteht daraus, dass man die kalte Butter würfeln und dann wieder in den Kühlschrank stellen sollte, dann hat man es später einfacher. Im Grunde werden alle Zutaten außer den Äpfeln zu Streuseln verarbeitet. Das kann man mit der Hand machen (reiben), mit der Küchenmaschine, oder sonstwie. Meine Hände sind eigentlich immer zu warm für sowas, die Butter schmilzt dann zu stark, und ich besitze keine Küchenmaschine, deswegen benutze ich für sowas immer einen pastry cutter, den ich mir vor ein paar Jahren mal in England zugelegt habe.

Apfel

Sind die Streusel fertig, packt man in die Vertiefungen eines normalen 12er Muffinblechs jeweils einen Esslöffel Teig. Im Rezept steht, die Menge reicht für 8 Cupcakes. Bei mir waren es 10. Jetzt drückt man den Teig am Boden und und am Rand fest, sodass man eine Art Schale hat. Dann werden die Äpel geschält und ziemlich klein geschnippelt (Anbei das Angeberfoto. Ja, ich kann die Schale in einem Stück abschälen) und mit einer homöopathischen Dosis Zimt und einer guten Prise Muskat vermischt. Im Rezept steht 1/4 TL Zimt, aber das geht gegen meine religiösen Überzeugungen. Der Muskat hingegen ist meine eigene Idee. Passt einfach fantastisch in Apfelkuchen. Die Äpfel werden mit dem restlichen Teig vermischt und die Muffinform damit aufgefüllt. Ist ein ziemliches Rumgekrümel, aber Ruck-Zuck gemacht.

Jetzt verschwinden die Cupcakes für eine gute halbe Stunde in den Ofen. Sofort nachdem ich die Form aus dem Ofen geholt habe, setze ich ein vorsichtig ein Kuchengitter drauf und drehe sie um. Leicht geklopft und alle Cupcakes lösen sich anstandslos aus der Form. Meine kurzzeitige Eingangsparanoia („Oh, sollte ich die Form nicht lieber buttern und mehlen?“) war vollkommen unbegründet.ASC ungebacken

Die Cupcakes sind echt der Knaller. Am besten noch leicht warm essen. Oder eben kurz in der Mikrowelle aufwärmen. Herr Brachat empfiehlt dazu Zimteis. Aber, es sind schon genügend unschuldige Apfelkuchen mit Zimt und/oder Marzipan verdorben worden. Ein paar geröstete Mandelblättchen hingegen…

Viel Spaß beim Nachbacken.

P.S.: Mir gefällt das Buch übrigens so gut, dass ich noch weitere Sachen backen werde. Vorschläge werden über die Kommentarfunktion entgegengenommen.Apfel Streusel Cupcake

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