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Irgendwie sahen die anders aus

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Jedes Jahr so Anfang Oktober stelle ich mir dieselbe Frage: Ist es zu früh für Kekse? – Nein! Muss die Antwort hierauf lauten, für Kekse ist es nie zu früh.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich spreche hier nicht von Plätzchen, sondern von Keksen. Wo da der Unterschied ist? Wikipedia sagt, dass alle Kekse Plätzchen sind, aber nicht alle Plätzchen Kekse. Alles klar?

Ich sage: Plätzchen gibt es in der Weihnachtszeit, Kekse das ganze Jahr. Und um euch ganz zu verwirren habe ich mir „I Love Cake“ geschnappt und die Chocolate Chip Cookies von Seite 126 gebacken.

Sind denn Cookies jetzt Plätzchen oder Kekse? – Ruhe!!

Dieses Mal brauchte das Backen etwas mehr Vorbereitung. Vergeoise-Zucker stand im Rezept. Das ist ein französischer, feuchter Rübenzucker mit hohem Karamell- und Melasseanteil. Zur Not kann man den wohl auch durch Melasse oder Rübenkraut ersetzen. Das musste ich aber nicht ausprobieren, da eine Freundin bei ihrer Frankreichreise an mich gedacht hatte. Schokotröpfchen hatte ich ebenfalls schon gekauft und Butter und Eier sind eh immer im Kühlschrank. Prima, dachte ich mir, da kannst du doch am Sonntag schön Cookies backen, ist ja alles zu Hause. Denkste, ich hatte eine Zeile im Rezept übersehen: ½ TL natürlicher Vanilleextrakt. Mmmpf. Wo krieg ich den denn jetzt her?

Aber Improvisation ist ja sowas wie mein zweiter Vorname, und nach einem kurzen Blick in mein Vorratsregal beschloss ich den im Rezept verlangten Rohzucker zusammen mit einem Stücke Vanilleschote einzudosen auf das Vanillerohzucker daraus werde. Als nächstes wog ich schonmal die Butter ab, denn Frau Deseine verlangte im Rezept ausdrücklich weiche Butter. Das war’s dann aber mit der Vorbereitung und ich konnte es mir erstmal wieder mit Tee und Fieberthermometer auf der Couch gemütlich

machen. Schließlich sollte mit den Chocolate Chip Cookies 12 Stunden fieberfrei gefeiert werden, da darf man sich ja nicht selbst betuppen. Aber mein Imunsystem war artig.

Chocolate Chip roh

Zwei Stunden später betrat ich erneut die Küche und machte mich ans Backen. Zuerst wurde die Butter mit Vanilleroh- und Vergeoise-Zucker schaumig geschlagen. „Bis sich das Volumen verdoppelt hat“, stand Frau Deseine mit erhobenem Zeigefinger hinter mir. Also schlug ich den größten Teil von „Sigh No More“ lang, plus komplett durch „The Cave“ von Mumford & Sons durch. Ich nehme solche Anweisungen meistens sehr ernst, vor allem, wenn ich mir einbilde den Sinn dahinter zu erkennen. „Auf der Zunge zergehen“ sollten die Cookies. Da kann es doch bestimmt nicht schaden, wenn ordentlich Luft unter der Butter ist.

Dann die Eier drunterschlagen. Die sollten vorher „verklopft“ werden, vermutlich damit sie sich sofort besser verteilen und ich nicht direkt die ganze Luft wieder rausschlage. Bei uns heißt das auf jeden Fall „verklappern“ und ich habs mal brav getan. Danach sollten Mehl, Backpulver und Schokotröpfchen nur zärtlich untergehoben werden, et voilà: fertig.

Der Backofen war auf 190°C vorgeheizt und meine beiden Backbleche standen mit Backpapier bestückt da. Als nächstes sollte ich eine wichtige Lektion lernen: Wenn im Rezept steht: Esslöffelgroße Kleckse Teig auf dem Backblech verteilen, bedeutet das anscheinend, dass die Kleckse die Größe von Esslöffeln haben sollten. Und nicht, einen guten Esslöffel voll Teig großzügig verteilen. Denn nach 9 Minuten im Ofen waren meine Kekse handgroß – und ich rede hier von meinen Riesenpranken – ja fast schon kinderkopfgroß. Und sie sahen überhaupt nicht aus wie auf dem Foto im Buch. Kein bisschen. Was war ich denn stolz auf mich, die letzten Male. Alles umsonst? Ja, die Cookies waren wahnsinnig lecker. Zart und leicht und zergingen auf der Zunge, aber sie sahen nunmal komplett anders aus. Ich werd noch ein bisschen üben müssen.Sven

Aber ich frage euch? Woran hat es gelegen? Mmh, eigentlich sollte jetzt ein Foto der fertig gebackenen Kekse diesen Blog zieren, aber meine Mitbewohner waren schneller. Merke: das Blech zum Auskühlen nicht in der Küche stehen lassen. Stattdessen ein Bild von Sven mit Keks im Bauch.

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