RSS-Feed

Nur nicht unter Druck setzen lassen

Veröffentlicht am

Ich hatte ja groß getönt, mich nicht unter Druck zu setzen oder setzen zu lassen was mein Backprojekt angeht. Jetzt ist es doch geschehen. Hat ja wahnsinnig lange gehalten, der Vorsatz *mmpf*

Gestern abend gegen halb sieben war ich noch unterwegs, als mir einfiel, dass ich meinen Kollegen heute einen Kuchen versprochen hatte. Ich schwankte zwischen „Mir doch egal“ und „Du musst schon einen Kuchen mitbringen“. Was soll ich sagen: letzteres hat gewonnen. Da gestern Abend weder Zeit noch Lust in übergroßem Maße vorhanden waren, musste es etwas Einfaches und Schnelles sein. Außerdem war mein Rucksack ziemlich vollgestopft, also musste es etwas sein für das ich nicht mehr großartig einkaufen musste. Der Susanne und der Mrs. Wordmountain hatte ich was Schokoladiges versprochen. Die drei Kriterien für das gestrige Rezept waren also gesetzt. Zufällig war grad ein Exemplar von „I Love Cake“ in der Nähe, wo ich meine Nase reinsteckte. Sofort wurde ich auch fündig. Deswegen heißt mein Rezept heute:

Nathalies Schokofondant-Kuchen
(von Seite 80)

Seite 80

Wer Nathalie ist? Keine Ahnung. Ich habe in dem Buch keinen Hinweis darauf gefunden. Aber das war mir ehrlich gesagt auch egal. Die Zubereitungszeit klang mit 5 Minuten sehr vielversprechend und es wurden lediglich 5 Zutaten verlangt. Alles, bis auf Schokolade, hatte ich noch zu Hause.  (Schokolade ist irgendwie immer so schnell aufgegessen abgelaufen…) Schoki kriegt man aber zur Not noch am Kiosk um die Ecke, was dieses Rezept zu einem idealen „Samstagabend-Morgen-kommt-Oma-ich-muss-noch-Kuchen-backen-aber-die-Geschäfte-sind-schon-zu-und-eigentlich-würde-ich-jetzt-lieber-tanzen-gehen“-Kuchen macht. Die Schokolade in der Jackentasche kam ich zu Hause an und machte mich direkt an den üblichen Küchenaufbau. Das Rezept ist eher am Anfang des Buches und daher reichte es diesmal, das Buch mit Schere und Dosenöffner zu fixieren. Es würde ja eh nicht lange da stehen, wenn Frau Deseines versprochene Zubereitungszeit von 5 Minuten tatsächlich zutreffend war.

Zuerst schmolz ich Butter zusammen mit der Schokolade in der Mikrowelle. Da unsere Mikrowelle etwas störrisch ist und nur die Tasten 1,3 und 7 funktionieren, erhitzte ich die Butterschokolade 3 mal für 33 Sekunden und rührte zwischendurch gut um. Um den Zucker in die Masse zu rühren habe ich einen Schneebesen genommen, damit sich schonmal so viel wie möglich von dem Zucker auflöst. Für die Zugabe der Eier empfiehlt Frau Deseine einen Kochlöffel und who am I to argue? Ich nahm also meinen zweitliebsten Kochlöffel (den mit dem Loch drin) und rührte ein Ei unter die Masse. Und noch eins. Und noch eins. Insgesamt 5 Eier wurden in dem Teig schön brav nacheinander untergebracht. Mmh, 5 Zutaten, 5 Minuten, 5 Eier. Ich fänd ja Schoko 53 wäre ein toller Name für den Kuchen.

rohe Seite 80

Aber das nur am Rande. Der Teig wurde immer zäher, begann zu glänzen, der Zucker löste sich weiter auf und meine Augen wurden größer und größer. Wenn der Kuchen nur halb so gut schmecken würde, wie er im rohen Zustand aussah, würde es ein voller Erfolg werden. Abgerundet wurde der Teig von einer Prise Mehl. Meine heißgeliebte Pieform hatte ich schon vorher eingefettet und nach Frau Deseines Rat mit Backpapier versehen. Schnell wurde der Teig in die Form gefüllt und ich widerstand sogar der Versuchung den Teigschaber abzulecken. gebackene Seite 80

Der Ofen war vorheizt und bereit für den Kuchen. 22 Minuten – länger nicht sollte der Kuchen im  Ofen verweilen. „Die Mitte muss noch flüssig  sein“  Nun gut, nach 22 Minuten in meinem Ofen  ist der Kuchen bis auf die Oberfläche noch  komplett flüssig, also verlängerte ich die Backzeit  um 5 Minuten. Das Gebilde war zwar immer noch  etwas fragil, wackelte aber nicht mehr ganz so  gefährlich wie 5 Minuten zuvor. Laut Frau  Deseine sollte der Kuchen sofort aus der Form  geholt werden und auf einem Kuchengitter zum Abkühlen Platz nehmen. Gut, Kuchengitter hab ich nicht, aber der Ofenrost tut es bestimmt auch. Beim Hantieren mit Pfannenwender, Kuchenform und Topfuntersetzer verbrannte ich mir den Zeigefinger (Das war aber eigene Blödheit.) und eine Hand mehr wär auch nicht schlecht gewesen. Ich beschloss, das mit dem „aus der Form holen“ etwas freier zu interpretieren, da dieser Ofenrost schon in der WG war als ich eingezogen bin. Also blieb das Backpapier drunter. Fertig! Tatsächlich fertig! Der Blick auf die Uhr verkündete mir, dass es bereits viertel vor zehn war. Aber ich hatte ja auch erst nach neun angefangen. Und ich habe die veranschlagten 5 Minuten überschritten. Dennoch finde ich, dass es ein prima „Auf die Schnelle“-Rezept für abends vor dem Weggehen ist. Der Zeitplan: Schokolade schmelzen, währenddessen Klamotten raussuchen. Den Teig anrühren und in den Ofen schieben. Küchenuhr gestellt und ab unter die Dusche. Mit Bademantel in die Küche um den Kuchen aus dem Ofen zu holen. In Ruhe anziehen, schminken, etc. Wenn man nachts nach Hause gekommen ist, schnell den Kuchen mit Folie abdecken und am nächsten Tag hat man einen absolut fantastischen Kuchen für die liebe Verwandtschaft. Oder die Freunde. Oder, wie in meinem Fall, die Kollegen.

Seite 80 angeschnitten

Ja, der Kuchen ist wirklich so lecker wie er aussieht. Außen leicht knusprig, in der Mitte zart schmelzend und unglaublich cremig. Genau das Richtige für unseren Schokoholic Frau Seidel. Fazit: Oh ja!Frau S isst Seite 80

 
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: