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Die beste Kombination der Welt – Martha könnte es nicht besser

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Vielleicht habe ich es schon mal an anderer Stelle erwähnt, vielleicht aber auch nicht. Auf jeden Fall möchte ich es hier ein für alle mal klarstellen: Der Tag an dem ein Schokoladenlaster einen Erdnusslaster rammte, ist für mich der schönste Tag aller Zeiten.

Erdnuss und Schokolade sind der Stoff aus dem Träume sind. Salzige Erdnüsse, süße Schokolade, leicht herb, die perfekte Kombination.

Hier möchte ich gerne missionarisch tätig werden, und meine liebsten Rezepte mit meinen liebsten Zutaten teilen. Den Anfang machten irgendwie schon die Brownie-Karamell-Cupcakes von Oliver Brachat, heute geht es mit Keksen weiter.Gebackene Kekse

Genauer gesagt mit Peanut Butter Surprise Cookies von Martha Stewart. Das Rezept habe ich aus der „Cookies“-App von Frau Stewart, habe es aber nach dem ersten Testlauf aus verschiedenen Gründen modifiziert. Zum einen arbeitet Frau Stewart mit einem Fettanteil, der zur Hälfte aus Butter und zur Hälfte aus Shortening besteht. Mir persönlich hat sich der Sinn von Fettaustauschprodukten, die genauso viel Fett enthalten wie das Original nie erschlossen. Gibt es etwas Besseres oder Geschmackvolleres als Butter? Zum anderen war mir die Füllung der Kekse zu körnig. Und außerdem gibt es in Deutschland einfach keine guten Chocolate Chips zu kaufen. Da können die Hersteller von mir aus dreimal „Schmilzt nicht beim Backen“ auf die Verpackung schreiben, am Ende tun sie es ja doch. Außerdem sind die viel zu teuer.

Jetzt heißen sie Double Chocolate Peanut Butter Surprise Cookies (DCPBS-Cookies) und hier ist das Rezept. Die ganzen Cup-Angaben habe ich auch direkt in Gramm angegeben. Ich finde es immer recht müßig die Erdnussbutter erst in den Cup reinzulöffeln und dann wieder rauszulöffeln.

Kekse:

230g zimmerwarme Butter
260g Mehl
50g Kakaopulver (das gute Holländische)
1/2 TL Backpulver
1/2 TL Natron
100g Zucker
200g brauner Zucker
2 Eier (Größe L)
1 TL Vanilleextrakt
150g Zartbitter-Kuvertüre
1 Prise Salz

Füllung:

30g Vergeoise-Zucker (dunkel)
30g Puderzucker
200g Erdnussbutter (cremig)

Als erstes muss der Wunsch enstehen diese Kekse zu backen. Dann geht man in die Küche, schnappt sich das Kochmesser und die Zartbitter-Kuvertüre und hackt die Kuvertüre grob. Die Stücke sollten etwas größer als handelsübliche Chocolate-Chips sein. Dann friert man die selbstgemachten Chocolate-Chips ein. Will man diese Kekse spontan backen, macht man es am besten wie ich und hat immer eine Dose mit „Chocolate-Chips“ im Gefrierschrank.

Wenn es ans Backen geht, sieben wir als erstes Mehl mit Kakaopulver, Backpulver, Natron und der obligatorischen Prise Salz zusammen. Jawohl sieben. Im Kakaopulver sind immer irgendwelche Klümpchen, also hört auf mich. Außerdem vermischen sich die Zutaten beim Sieben hervorragend.
Als nächstes kommt die Butter zusammen mit dem Zucker und den braunen Zucker in eine Rührschüssel. Mit dem Handrührgerät aufschlagen. Und zwar richtig. Nicht nur mal eben kurz. Die Mischung sollte eine homogene Farbe haben und locker fluffig aussehen. Das Originalrezept veranschlagt hierfür 2 Minuten. Das reicht mir nicht. Gut, ich lasse auch meine Küchenmaschine die ganze Arbeit machen. Wenn ihr also eine Küchenmaschine habt, schmeißt die Zutaten in die Rührschüssel, stellt sie auf mittlere Geschwindigkeit und räumt dann die Spülmaschine aus, geht Wäsche aufhängen oder sonstwas. 5-6 Minuten später sollte es dann soweit sein. Wenn nicht: da müsst ihr durch.
Jetzt ein Ei nach dem anderen unterrühren und den Vanilleextrakt zugeben. Die Mehlmischung unterrühren, dabei nur so lange rühren, bis sich die Zutaten gerade verbunden haben. Die Chocolate-Chips aus der Gefriertruhe holen und einrühren.
Das Ganze abdecken und für ca. eine dreiviertel Stunde in den Kühlschrank stellen.

In der Zwischenzeit stellen wir die Füllung her. Dazu sieben (Klümpchen) wir den Puderzucker und eine kleine Schüssel, geben den Vergeoise-Zucker und die Erdnussbutter hinzu und verrühren die Mischung mit einem Spatel zu einer glatten Creme. Im Originalrezept wird hier brauner Zucker verwendet. Mir ist die Füllung dann aber zu körnig auf der Zunge und das mag ich nicht. Die Kombination aus Vergeoise- und Puderzucker ist schön weich, hat aber auch einen guten Eigengeschmack, der dem braunen Zucker nahe kommt. Vergeoise-Zucker lasse ich mir immer aus Frankreich mitbringen. Es gibt ihn in hell und dunkel. Wer gerne backt, sollte ihn unbedingt mal ausprobieren. Man kann tolle Geschmacksnuancen im Gebäck erreichen, wenn man ein bisschen mit verschiedenen Zuckersorten experimentiert.

Aber zurück zum Rezept. Wenn der Teig einigermaßen fest ist, ungefähr einen Esslöffel davon abnehmen und zwischen den Händen zu einer Kugel formen. Das sollte sehr schnell gehen und die Hände sollten kalt sein. Die Kugeln auf ein Backblech mit Backpapier setzen. Genug Abstand lassen. Das meine ich ernst. Die Kekse laufen tierisch auseinander. Ich backe immer sechs Kekse auf einem Blech.
Mit dem Daumen eine Mulde in den Teig drücken und sich nach Möglichkeit weder an den Schokoladenstückchen verletzen, noch sich davon irritieren lassen. Dabei die Kugeln etwas flach drücken. In die Mulden kommen jetzt jeweils ca. 1-1/2 TL Ernusscreme.Rohe Kekse ohne Deckel
Hat man alle Kekse gefüllt geht es an die Deckel. Dazu ca. 1/2 EL Teig nehmen und auf der Handfläche flach drücken. Auf die Kekse legen und mit den Fingern die „Naht“ verschließen. Es sollte von außen keine Erdnusscreme zu sehen sein. Ihr wisst schon, „Surprise“. Wenn der Teig zu weich und die Hände zu warm werden, ruhig eine kleine Pause einlegen und den Teig wieder in den Kühlschrank stellen.
Ungefähr 12 Minuten backen. Sind die Kekse an den Rändern oder der Unterseite etwas dunkler geworden, kein Problem. Gerade die leichten Bitternoten machen das Besondere an diesen Keksen aus.
Nach dem Backen die Kekse sofort mit dem Backpapier auf ein Gitter ziehen und dort ca. 5 Minuten auskühlen lassen. Erst dann die Kekse vom Backpapier auf das Auskühlgitter packen. Will man die Kekse direkt vom Backblech auf das Auskühlgitter umschichten, zerbrechen sie leicht.
In einer Keksdose halten sich die Kekse ohne Problem eine Woche. Wenn sie denn so lange durchhalten, denn die Kekse sind wahnsinnig lecker.
Martha könnte es nicht besser machen.

Brownie Karamell Cupcakes 2. Testlauf

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Ich hatte an anderer Stelle schonmal von meiner Begeisterung von Oliver Brachat berichtet. Sein Buch „Cupcakes“ aus dem AT Verlag ist wirklich das mit Abstand beste Buch, was mir in dieser Kategorie bislang untergekommen ist. Besonders angetan haben es mir seine „Brownie Cupcakes mit Karamell“. Wirklich eine super Kombination. Herr Brachat sieht vor die Cupcakes zu backen und dann mit Karamellsauce und gesalzenen Erdnüssen zu servieren. Beim ersten Versuch war mir der Karamell etwas angebrannt, was den doch sehr süßen Cupcakes eine etwas bittere Note verpasste. Die Kombination süß, salzig, schokoladig, bitter war für mich der absolute Volltreffer.

Wo ich mich allerdings etwas schwer mit tue ist dieses Baukastenprinzip. Da ich das „Zeug“ zwar sehr oft backe, aber selten selber esse, bin ich darauf angewiesen, dass die Backwaren leicht transportiert werden können. Und Karamellsauce und Erdnüsse extra mit rumschleppen ist nicht so mein Ding. Das muss doch irgendwie anders gehen.

Meine Idee ist den Karamell mit den Erdnüssen zu verbinden und in den Cupcakes unterzubringen. Für den allerersten Testlauf vor einigen Monaten hatte ich kleine Karamellplatten gegossen und sie im Kühlschrank fest werden lassen. Leider wurde das gesamte Karamell während des Backens vom Teig aufgesogen. Also: fail.

Gestern habe ich mit den Vorbereitungen für den zweiten Testlauf gestartet. Mein Karamell sah so aus:
100g Zucker
150ml Sahne
30g Butter

Leider war das Ganze etwas zu flüssig, aber ich habe trotzdem weiter gemacht.
Unter das Karamell habe ich 4 EL Erdnüsse gemischt und nachdem es abgekühlt war in Silikonmuffinförmchen kleine Platten gegossen. Ab damit in den Gefrierschrank.
Eben machte ich dann ans Werk. Der Teig für die Cupcakes ist schnell zusammengerührt.
120g Butter mit
120g Zartbitterschokolade schmelzen
und 1 Prise Salz und 140g braunem Zucker vermischen. In Ermangelung der geforderten Menge braunem Zucker wurde es bei mir eine Mischung aus braunem, weißen, Rohr- und dunklem Vergoisezucker. Mischung nach Augenmaß.
3 Eier nacheinander mit dem Holzlöffel unterrühren und den Teig mit 1 EL Mehl abbinden.

Jetzt kam die Stunde der Wahrheit: Jeweils ca. 2 EL Teig in ein Papierförmchen füllen und die Karamellplatten aus dem Gefrierschrank holen. Schon während der Prozedur fiel mein Fehler wieder auf. Das Karamell war nicht völlig fest gefroren, sondern zäh und klebrig. Und es schmolz rasend schnell. Die Klumpen Erdnusskaramell habe ich auf den Schokoladenteig gelegt und mit etwas Teig bedeckt. Sehr klebrige Finger, aber egal. Das Zeug muss so schnell wie möglich in den Ofen.

20 Minuten später hatte ich dann wirklich die traurige Gewissheit. Das Karamell ist zu schnell geschmolzen und aus den Cupcakes gelaufen. Aber ich gebe nicht auf. Mein Traum ist ein Cupcake mit einem Kern aus toffeeähnlichem Erdnusskaramell.

Überlegungen für die nächsten Testreihen:
– weniger Sahne
– wesentlich längere Gefrierzeit (Eigentlich bräuchte ich Temperaturen um -30°C)
– die Karamellblöcke einfrieren, mit Schokolade umhüllen und wieder einfrieren.

Aber erstmal habe ich hier neun Cupcakes die ein neues Zuhause suchen. Jemand Interesse?

Königsberger Klopse

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Mit Familienrezepten ist das ja immer so eine Sache. In meiner Familie gibt es nicht sonderlich viele. Wir haben Rezepte für Gemüse- und Tomatensuppe, Möhrendurcheinander, Kartoffelpüree mit Hacksoße und noch ein paar Weitere. Aber irgendwie fehlen die Klassiker, von denen meine Freunde immer erzählen. Döppekuchen, Pichelsteiner Eintopf und Königsberger Klopse. Ja, ganz besonders Königsberger Klopse. Kapern sind in Frau K.s Familie nicht besonders gern gesehen.

Für alle, die wie ich sehr auf diese „Oma-Küche“ stehen, aber kaum Familienrezepte vorzuweisen haben, gibt es seit letzten Jahr Hilfe. „Heimwehküche“ aus dem Hause Dorling Kindersley bietet verschiedene „Oma-Rezepte“ aus allen Regionen Deutschlands. Im Kapitel Suppen & Eintöpfe finden sich Rezepte von Hühnersuppe (Die ich auch schon erfolgreich nachgekocht habe) über Soljanka bis Birnen, Bohnen und Speck. Alltagsküche sind gefüllte Paprikaschoten, Frankfurter Grüne Soße und Königsberger Klopse. Bei der Sonntagsküche darf der Rheinische Sauerbraten natürlich nicht fehlen und einen klassischen Gugelhupf hab ich auch noch nie gemacht. Für mich ist es echt eine Fundgrube. Besonders an so Tagen wie heute, wo es draußen kalt ist und immer mal wieder dünne Flocken vom Himmel fallen.

Königsberger Klopse mit Rote Beete Salat hab es heute. Beides Gerichte, die ich total super finde, die es allerdings früher bei uns nie gab. Für die Klopse hab ich als erstes zwei alte Brötchen eingeweicht und eine Zwiebel sehr klein gewürfelt. Die weichen Brötchen habe ich gut ausgedrückt und mit den Zwiebeln, Hack, Eiern, Salz, Pfeffer und etwas Muskat gut vermischt und Klopse gef…

Oh, die Kartoffeln. Da war doch was. Topf raus und eben schnell Kartoffeln für zwei Personen geschält. Die brauchen schließlich auch mindestens 20 Minuten. Und daneben habe ich dann auch direkt einen großen Topf mit kräftigem Salzwasser für die Klopse aufgesetzt.

Weiter die Klopse geformt und schonmal auf einen Teller gelegt. Als das Wasser gekocht hat, habe ich die Herdplatte erstmal ausgeschaltet und den Topf vom Herd genommen. Jetzt vorsichtig nacheinander die Klopse in das Salzwasser gegeben. Den Topf zurück auf die Herdplatte und auf kleine Hitze gestellt. Spätestens als der letzte Klops im Wasser lag, zahlte sich aus, dass ich wirklich den großen Topf genommen habe. Ich habe doch aus meiner Lemon Curd Erfahrung gelernt. 10 Minuten sollten die Klopse jetzt darin ziehen – nicht kochen. Währendessen habe ich für den Salat gekochte und geschälte Rote Beete in Scheiben geschnitten und in einer Schüssel mit Essig, Öl, Salz, Pfeffer und etwas Honig mariniert. Nach zehn Minuten sahen die Klopse noch nicht wirklich gar aus, also hab ich sie weitere fünf Minuten ziehen lassen und anschließend mit dem Schaumlöffel aus dem Topf gehoben.

Von dem Kochwasser habe ich einen halben Liter beiseite gestellt und den Rest weggekippt. Im gleichen Topf habe ich dann dann Butter geschmolzen und etwas Mehl angeschwitzt. Nicht zu lange bräunen lassen, sondern bald mit dem Kochwasser und Milch auffüllen. Dabei kräftig rühren, damit es keine Klümpchen gibt. Kurz auskochen, damit das Mehl abbindet und dann auf der ausgeschalteten Herdplatte ausquellen lassen. Das macht man bei Mehlschwitzen so.

Zwischendurch habe ich immer mal wieder umgerührt und geschaut, ob die Soße auch die richtige Konsistenz hat. Dann kamen die Kapern mitsamt Lake in die Soße und zum Schluss habe ich noch ein Eigelb mit etwas Sahne verquirlt und in die Soße gegeben. Abgeschmeckt wurde das Ganze mit Salz, Pfeffer, Zitrone, Zucker und etwas Muskat. Die Klopse habe ich dann zurück in die Soße gegeben und nochmal erwärmt. Nicht kochen lassen – sonst flockt das Eigelb aus.

Geschmeckt hat es uns super. Nur von der roten Beete war mein Mitbewohner nicht so angetan. Manche behaupten ja, sie würde nach Geräteschuppen schmecken. Aber ich steh drauf.

Cookies for Denmark

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oder „Weihnachtsplätzchen im Januar“

in der Vorweihnachtszeit wird im Hause K. immer sehr viel gebacken. Letztes Jahr brachten wir es auf zehn Sorten, insgesamt über sieben Kilo Plätzchen. Erfahrungsgemäß bleibt auch immer etwas übrig, also habe ich letztens einem Freund versprochen ihm meine „Reste“ zu schicken. Schließlich waren bei meinem letzten Blick in die Vorräte noch zwei volle Dosen da. Leider hatte ich meine Mitbewohner nicht mit eingerechnet. Der erneute Blick offenbarte drei traurige Kokosmakronen und jede Menge Krümel.

Jetzt freute sich Dänemark aber schon auf die Plätzchen und ich bin ungern der Grund für angespannte Deutsch-Dänische-Beziehungen. Also, ran an den Herd. Nee, Stop. Erstmal überlegen, was backe ich überhaupt? Hier der Plan.

Rugalach (aus Cynthia Barcomi’s „Backen“)

Erdnuss-Cookies (aus Bernd Siefert’s „Weihnachtsbäckerei“)

Spritzgebäck (Familienrezept der Familie K.)

Die ersten beiden Rezepte findet ihr in den genannten Büchern, aber hier ist das Rezept für Spritzgebäck.

2 Pfund Mehl
1 Pfund Zucker
1 Pfund Butter
2 Eier
1 Päckchen Vanillezucker
1 Päckchen Backpulver
1 Prise Salz

In der Küchenmaschine habe ich sämtliche Zutaten miteinander verknetet (die Butter sollte unbedingt weich sein) und dann den Teig nochmal kräftig mit der Hand durchgeknetet. Anschließend kommt der Teig für mindestens zwei Stunden in den Kühlschrank.

Zeit, sich dem Teig für die Rugalach zu widmen. Feststellen, dass man für den Teig kalte, gewürfelte Butter und Frischkäse bei Zimmertemperatur braucht. Also würfel ich die Butter, stell sie danach wieder in den Kühlschrank, hole dann den Frischkäse aus dem Kühlschrank und hole das Rezept für die Erdnuss-Cookies hervor.

Am Vorabend habe ich hierfür bereits eine halbe Dose geröstete Erdnüsse unter fließend Wasser vom Salz befreit und trocknen lassen. Weiche Butter habe ich mit Creamy Erdnussbutter, Vanille-Puderzucker und Muscovadozucker schaumig geschlagen. Muscovadozucker ist ein dunkler, feuchter Rohrzucker, der kräftige Aromen nach Karamell und Lakritz hat. Deswegen sollte er auch nur sparsam eingesetzt werden. Den Vanille-Puderzucker habe ich noch von Weihnachten übrig. Dafür habe Vanilleschoten in ein Glas mit Puderzucker gelegt. Das Rezept sieht eigentlich das Mark einer Vanilleschote und Puderzucker vor, allerdings hatte ich nicht mehr genug Puderzucker da. Ich hoffe mal, dass es so auch geht. In eine andere Schüssel habe ich Mehl, Stärke, Natron, Salz und Backpulver gesiebt. Beim Sieben vermischen sich die Zutaten meiner Meinung nach am besten. Ich habe die Erdnüsse gehackt und ein Ei unter die Butter-Zucker-Mischung geschlagen. Danach habe ich die Erdnüsse und zuletzt das Mehl unter den Teig geknetet. Dann habe ich den Teig in Frischhaltefolie gewickelt und in den Kühlschrank gelegt.

Jetzt kam ich aber wirklich zum Teig für die Rugalach. Zuerst werden in einer Schüssel Mehl, Puderzucker, Salz und Vanillearoma vermischt. Das Vanillearoma bei mir ist flüssig, ich habe es mir mal aus Amerika mitbringen lassen. Dann kommen die kalte Butter und der Frischkäse dazu und werden mit Mixer oder Fingerspitzen zerkrümelt. Den im Rezept geforderten Zitronensaft habe ich durch Limettensaft ersetzt (Im Kühlschrank lag noch eine halbe Limette) und den Teig mit einer Gabel vermischt.  Dann habe ich meine Hände unter kaltem Wasser etwas abgekühlt und den Teig schnell mit den kalten Händen durchgeknetet, damit die Butter nicht schmilzt. Der Teig wird geviertelt und jedes Viertel zu einer flachen Scheibe geformt. In Frischhaltefolie gewickelt ab in den Kühlschrank.

Spritzgebäckteig für den Wolf sollte grundsätzlich nicht zu kalt sein, sonst lässt er sich nicht so leicht durchdrehen, deswegen habe ich den Teig schon mal in kleine Stücke gebrochen, damit er schneller weich wird, während ich den Fleischwolfaufsatz auf meine Küchenmaschine geschraubt habe. Den habe ich zu Weihnachten bekommen und konnte ihn so endlich samt Plätzchenvorsatz einweihen. Ich bin vollends begeistert. Ich brauch jetzt keinen „Drehlakaien“ mehr, der ingesamt 4 Kilo Teig durch den Wolf kurbelt. Naja, wenn man ehrlich ist, war ich meistens der Drehlakai.

Am besten gelingt bei uns immer die flachste Form. Die Menge reicht für 4 Bleche. Gebacken werden Sie bei 200°C für 10-12 Minuten.

Nachdem das letzte Blech im Ofen war hab ich den Wolf weggeräumt und den Erdnussteig aus dem Kühlschrank geholt. „Mit einem Eisportionierer walnussgroße Portionen auf ein Backblech setzen“ Eisportionierer ist im Hause K. keiner vorhanden, also hab ich mit der Hand Teig abgenommen und Kugeln geformt, die in der Größe zwischen einer mutierten Haselnuss und einer Walnuss liegen. Leicht flachgedrückt und bei 160°C ca. 20 Minuten in den Ofen. 

So, die ersten beiden Sorten hätte ich dann geschafft. Fehlen nur noch die Rugalach. Schokolade und Walnüsse gehackt und mit etwas Zucker vermischt. Das Rezept sieht eigentlich noch Zimt vor, aber mein Blog hat ja nicht umsonst diesen Namen. Dann habe ich eine Teigscheibe nach der anderen aus dem Kühlschrank geholt, auf einer bemehlten Arbeitsplatte ausgerollt. Mit einem Pizzaschneider habe ich sowas ähnliches wie einen Kreis aus dem Teig geschnitten. Nein, ich kann keine Kreise, also keine runden. Aber so wichtig ist das auch nicht. Hauptsache ich krieg aus diesem „Kreis“ zwölf ziemlich gleich große Dreiecke. Und das hat geklappt. Frau Barcomi möchte, dass die Dreiecke einzeln mit der Füllung bestreut werden. Schneller geht es, wenn man die Dreiecke schneidet, aber noch im Kreis zusammenlässt, dann die Füllung auf dem Kreis verteilt und dann die Dreiecke zügig von der breiten Seite her wie Croissants aufrollt. Alles, was an Füllung bei dieser Prozedur aus den Rugalach fällt, kommt wieder in die Schüssel mit der Füllung zurück. Gebacken werden die Rugalach bei 185°C für 10-15 Minuten. In meinem Ofen waren sie erst nach 17 Minuten leicht gebräunt.

So, jetzt muss ich nur noch die Erdnuss-Cookies mit Schokolade verzieren, dann wird das Päckchen gepackt und ab mit den Keksen nach Dänemark. Jetzt müsst ihr mir nur noch die Daumen drücken, dass die auch ankommen.

Selleriebekanntschaft

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Heute morgen traf ich in der Bahn zur Arbeit meine Selleriebekanntschaft wieder.

Wie? Ihr wisst nicht, was eine Selleriebekanntschaft ist? Das ist eigentlich eine ganz lustige Geschichte.

Es begab sich also zu der Zeit, dass es Samstagnachmittag war und die Frau K. nach der Arbeit und einem kurzen Aufenthalt in dem Wollladen ihres Vertrauens auf dem Weg nach Hause noch einen Abstecher in den Supermarkt machte. Die Frau K. wollte am Wochenende nämlich Lasagne kochen. Im Supermarkt sortierte sie erstmal im Kopf die Einkaufsliste: Rinderhack, Tomaten, Möhren, Staudensellerie, Milch, Käse. Und als sie dann in der Gemüseabteilung zwei schöne Möhren raussuchte, nahm sie im Augenwinkel wahr, dass ihr grad der letzte Staudensellerie vor der Nase weggeschnappt wurde. So ein Ärger aber auch. Aber die Frau K. wollte jetzt auch nicht wieder den Menüplan umschmeißen. Gab es halt Lasagne ohne Staudensellerie.

Und so wanderte sie weiter durch den Supermarkt zur Fleischtheke. Vor dem Hackfleisch traf sie ihn dann wieder: den Sellerie-vor-der-Nase-Wegschnapper. Soll sie, oder soll sie nicht, dachte sie. Ach egal. „Entschuldigen Sie, das klingt jetzt vielleicht etwas verrückt, aber ich glaube, wir kochen das gleiche“ Leicht verwirrter Blick auf der anderen Seite. „Lasagne?“, sagte da die Frau K. „Ja, stimmt“, sagte das Gegenüber. „Die Sache ist nämlich die“, setzte die Frau K. wieder an „sie haben mir sozusagen den letzten Staudensellerie vor der Nase weggeschnappt, als ich an den Möhren stand. Und als ich Sie hier am Hackfleisch wiedertraf dachte ich, dass man für Lasagne ja nur so ein, zwei Stangen Sellerie braucht. Können wir vielleicht teilen?“ Gut, das Gegenüber war etwas perplex, sagte dann aber: „Stimmt, Möhren brauch ich ja auch noch. Klar können wir teilen“ Es war also abgemacht. Man verabredete sich hinter der Kasse zu treffen um die Übergabe zu machen. Aber da man ja das gleiche kochte, also auch die gleichen Zutaten brauchte, lief man sich sowieso die ganze Zeit im Supermarkt über den Weg. Die Frau K. war dann aber doch etwas eher fertig und wartete hinter der Kasse. Von der Selleriebekanntschaft bekam sie dann drei Stangen Sellerie und konnte so ihre Lasagne kochen. Und ab und zu sieht man sich morgens in der Straßenbahn, lächelt sich zu, wechselt ein paar Worte, wünscht sich einen schönen Tag und freut sich über die netten Menschen, die es gibt.

Hallo zusammen

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ich bin umgezogen. Also nicht der ganze BuchGourmetBlog, sondern nur mein „Mit-Koch-Blog“. Hier werde ich in Zukunft weiter Rezepte aus tollen Kochbüchern in meiner WG-Küche nachkochen und -backen und darüber berichten. Die Auswahl der Kochbücher ist weiterhin total subjektiv. Ich werde über Erfolge berichten und auch, wenn etwas mal total in die Hose geht. Ich hoffe, es macht euch genauso viel Spaß wie mir.

Willkommen in meinem neuen Zuhause.

edit: Mit der Schließung von BuchGourmet zum 30.06.2013 ist auch der Blog verschwunden. Allerdings habe ich meine Beiträge vorher „retten“ können und sie hier in den Blog importiert.

Für alle, die wissen möchten wie chork nun aussieht

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Mir wurde da ein Foto anonym zugespielt. Daneben findet sich übrigens die recht geschmacklose rote Beete, für die kein Essig aufzutreiben war.Chork